Reisebericht – Der Westen der USA: 25.05.2007 – Indianer, versteinerte Bäume und der Bryce Canyon

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Das war wieder ein langer Tag. Heute morgen klingelte (mal wieder) um 7 der Wecker. Nach kurzem Frühstück im Hotel ging es kurz nach 8 dann wieder auf die Piste. Die heutige Route folgte weitgehend dem Highway 12, einer der schönsten Straßen der USA und das traf wirklich zu.

Die Strasse führt erstmal auf knapp 3000m hoch, von wo sich tolle Ausblicke boten.

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Der Ausblick auf dem folgenden Bild ist übrigens so groß wie die Fläche von Luxemburg, zumindest besagte das eine aufgestellte Infotafel. Ob die Amerikaner überhaupt was mit Luxemburg anfangen können?

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Ein paar Mal stand ich auf der Route auch ordentlich auf der Bremse, da 2 Rehe, ein Biber und ein Hase meinen Weg gekreuzt hatten. Haben aber alle überlebt. Gleich vier gute Taten für heute und das vor 10 Uhr morgens 😉

Nach einer knappen Stunde war ich dann in Boulder, einem Nest mit ein paar Häusern und dem Anasazi State Park Museum. Für 3 USD kann man ein kleines Museum zur Indianerkultur, ein paar Ruinen und einen 23 Minuten langen Film anschauen. Ich fand es ganz interessant, da die Indianerkultur ja nur noch an wenigen Stellen nachvollziehbar ist in Amerika.

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Danach ging es auch schon weiter und wieder durch die Berge. Lenkfaul darf man auf der Route nicht sein. Teilweise fährt man auch nur auf Feldkuppen, wo links und rechts der Abgrund ist.

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Dann kam ich in Escalante an und sah ein Post Office – EIN POSTAMT!!!! Danach hatte ich schon seit Tagen Ausschau gehalten, da niemand sonst Briefmarken verkauft. Also nichts wie rein und…. nichts und: die Post hatte Mitte Mai ihre Tarife geändert, den Postämtern aber keine neuen Marken (zumindest nicht für internationale Post) gegeben. Also zog ich unverrichteter Dinge von dannen.

Der nächste Halt war nicht weit entfernt – der Escalante Petrified Forest State Park. Hier waren auch mal wieder 6 USD Eintritt fällig und dann ging es auf den ersten Wanderweg des Tages. Knapp 2km Weg führten recht steil den Berg rauf mit ein paar schönen Aussichtspunkten:

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Und dann kam das, wofür ich hier war – versteinerte Bäume. Diese lagen lange Zeit unter der Erde und nach und nach haben Kristalle den Platz des Holzes eingenommen. Daher kann man heute auf den freigelegten Bäumen tolle Farbspiele beobachten.

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Nach einer guten Stunde war ich dann wieder beim Auto. Ich fand den Abstecher in den State Park lohnend, da ich sowas noch nicht gesehen hatte. Ein anderer Stop ist jedoch aus dem Programm rausgefallen. Der Devils Garden hat in den heutigen Parcours nicht mehr reingepasst. Da er aber ähnlich dem Goblin Valley sein soll, denke ich, dass ich es verschmerzen kann. Das wäre sonst einfach zu viel geworden.

Weiter ging es dann entlang des schönen Highway 12.

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Dann kam ich nach einer weiteren Stunde am Kodachrome Basin State Park an. Wieder die übliche Prozedur, wie bei allen State Parks, sprich: 6 USD Eintritt. Der Park dreht sich eigentlich nur um eine recht fotogene Felswand, die man eigentlich auch aus der Ferne (von außerhalb des Parks) hätte fotografieren können.

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Da ich nun aber schonmal im Park drin war, wollte ich auch ein Stück gehen und am spannensten klang der Eagels View Trail. Allerdings stand auch dabei „Dangerous! Hike on your own risk“. Na prima! Mal wieder das Leben für ein Foto riskieren.

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Und der Weg war dann auch wirklich steil. Zwar nur rund 500m lang (pro Strecke), aber es ging nur bergauf und das immer sehr eng am Hang entlang. Hier mal ein Bild vom Weg:

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Der Blick von oben auf das Tal war dann aber schon schön und Belohnung für die Strapaze.

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Schwerer als rauf zu kommen, war es allerdings, wieder zurück zu gehen. So richtig Halt gab es ja nicht. Und der Fels war auch kein richtiger Fels, sondern vielmehr Sand, wie folgendes Bild gut zeigt (so stark, um Fels rauszubrechen bin ich dann nämlich doch nicht 😉 ):

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Wieder unten angekommen, kurz den Schweiß von der Stirn gewischt und weiter ging es. Allerdings nicht zum Grosvenor Arch, der eigentlich im Programm war. Auch hier habe ich das Programm für heute gekürzt, da ich auch schon einige Arches gesehen hatte. Also ab zum Bryce Canyon.

Einen kleinen Vorgeschmack gab es schon vor dem Eingang.

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Dann war ich aber erstmal beim Hotel vorbeigefahren, was nur zwei Kilometer vom Park entfernt ist. Von dort fährt auch direkt der Shuttlebus in den Park. Leider fährt der letzte Bus aus dem Park wieder kurz nach 6 Uhr raus. Mir blieben also nur  knapp 2h. Ich hatte mir einen kleinen Wanderweg von fast 5km rausgesucht, war aber nicht ganz sicher, ob das klappt.

Aber erstmal ging es ab zum Sunset Point. Leider war die Sonne gerade unter einer Wolke verschwunden, aber die Aussicht war trotzdem toll und sicherlich eine der beeindruckendsten im Vergleich aller Parks, die ich bislang auf der Route gesehen hatte.

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Dann ging es auf den Wanderweg. Der erste Teil ist der Navajo-Trail (es war nur eine Hälfte begehbar nach einem Felssturz). Hier geht es erstmal runter ins Tal, was aber auch hieß, dass ich irgendwann wieder rauf musste…

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Unten angekommen bin ich bis zur Kreuzung vom Queens Garden Trail gelaufen und diesem dann gefolgt. So richtig viel gab es auf dem Weg nicht zu sehen, dafür war es aber dank der größeren Wolke über mir recht angenehm zu laufen. Zum Ende des Queens Garden Trails beginnt dann wieder der Aufstieg der hinter dem Trail bis zum Sunrise Point weiterführt. Hier wurde es dann auch wieder interessanter, da sich die bunten Felsen mit wüstenartigen Formationen mischten.

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Wieder oben angekommen, hatte ich knapp 4,5km inkl. einem Auf- und einem Abstieg in gut einer Stunde genommen. Nicht schlecht. Da noch etwas Zeit bis zum letzten Bus blieb und ich die Hoffnung auf ein bisschen Sonne noch nicht aufgegeben hatte, bin ich am Rim wieder zurück zum Sunset Point gelaufen (knapp 1km).

Und dann kam die Sonne tatsächlich noch kurz heraus und ich konnte ein paar schöne Bilder vom Amphitheater machen.

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Schließlich habe ich auch noch den letzten Bus zurück erwischt und bin jetzt ziemlich geschafft auf dem Zimmer angekommen. Aber es war ein toller Tag. Absolut richtig, die zwei Programmpunkte zu streichen, denn sonst hätte ich nichts mehr vom Bryce Canyon sehen können. Morgen geht es nochmal in den Bryce Canyon und dann weiter zum Zion Nationalpark.

Fazit:

  • Anasazi State Park ist ein netter Zwischenstop und gut, um mehr über die Indianer zu erfahren
  • Escalante Petrified Wood State Park fand ich sehr interessant, da ich vorher noch nie sowas gesehen hatte
  • Kodachrome State Park kann man sich eigentlich sparen und dafür mehr Zeit im Bryce Canyon verbringen. Trotzdem war meine kleine Wanderung schon ein Erlebnis
  • Das Amphitheater im Bryce Canyon war nach dem Grand Canyon bis jetzt sicher der spektakulärste Ausblick

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Autor:Jens Koopmann