Wanderung auf dem Jakobsweg von Koblenz nach Trier – Tag 3: Treis-Karden bis Mesenich

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Dienstag, 06.10.2009

Es ist jetzt viertel nach Acht und ich bin soweit fertig zum Aufbruch. Meine Sachen sind über Nacht so halbwegs getrocknet und auch meine Füße machen den Eindruck, so könnten die heutige Etappe überleben. Ich hoffe nur ich bleibe von größeren Schauern heute verschont, denn die Tour ist mit 26km schon recht lang. Ansonsten konnte ich aber recht gut schlafen und werde mir jetzt bevor es los geht noch ein kleines Frühstück gönnen.

9:30 Uhr

Wie habe ich mich über die trockene Bank gefreut auf der ich gerade sitze. Eine gute halbe Stunde ging es jetzt schnurstraks immer bergauf, was meine Schweißporen zu Höchstleistungen animiert hat. Der fehlende Wind hat dann noch sein übriges dazu getan. Zum Glück war das Frühstück zuvor rechts reichhaltig gewesen, so dass ich gut in den Tag gestartet bin.

Am Ortsausgang von Treis konnte ich noch einen kurzen Blick auf die Burg im Ort werden und fand auch einen Hinweis auf den letzten Lachs, der in der Salm gefangen wurde im Jahr 1945. Dann ging es aber auch schon los mit dem Aufstieg und das sogar recht steil.

Das erste Tagesziel heute heißt Kloster Maria Engelport und mit meinem leicht angetrockneten T-Shirt werde ich mich jetzt auch wieder los machen und genau dorthin zu kommen.

 

 

10:45 Uhr

Die erste Etappe für heute liegt nun hinter mir und bevor es wieder bergauf in Richtung Beilstein geht nutze ich die Sitzgelegenheit bei Kloster Engelport für eine kurze Rast. Nach der letzten Pause hatte ich tatsächlich kurz darauf den Berggipfel erreicht und gleichzeitig ließen sich auch ein paar Sonnenstrahlen blicken. So macht das Wandern dann doch wieder Spaß.

 

Von dem Zeitpunkt an ging es dann auch wieder wegmäßig bergab, wobei ich nicht richtig weiß, was ich nun besser finden soll. Bergauf ist zwar schweißtreibend, jedoch mögen meine Knie die langen Bergabstrecken nicht sonderlich. Insbesondere viele Treppen sind kein Vergnügen. Aber noch geht es…

Das Kloster Engelport ist ziemlich versteckt im Wald gelegen und bietet eine schlichte Kirche und eine kleine Grotte. Beides gibt ein paar Minuten Zeit um inne zu halten. Das Kloster stamm aus dem 13. Jahrhundert, wobei die heutigen Bauten erst im letzten Jahrhundert auf den alten Ruinen neu gebaut wurden. Das Kloster ist der Mutter Jesu (Maria) und ihrer Mutter (Anna) gewidmet.

 

So, die paar Minuten sind nun aber auch schon vorüber und daher geht’s weiter nach Beilstein!

12:05 Uhr

Pünklicher als es die Deutsche Bahn je sein wird habe ich Beilstein erreicht. Der Weg hierhin führte zunächst wieder über einen langgezogenen Anstieg, doch schon kurz darauf ging es wieder bergab, was meine Knie auf eine ziemliche Probe stellte. Zudem gesellte sich wieder etwas Regen hinzu, was aber bislang ging, da ich im Schutz des Waldes war. Ich hoffe nur, es regnet sich nicht wieder ein, denn während ich hier gerade im Warmen sitze, regnet es auch schon wieder draußen. Irgendwann dann tauchte jedoch aus dem Wald heraus die Burg Metternich auf, so dass das Ziel Beilstein erreicht war.

 

 

Bevor es jedoch runter in den Ort ging, bin ich auf dem Weinberg noch ein Stück gelaufen und konnte die wirklich schöne Aussicht auf die Mosel genießen. Zudem konnte ich auch zur Stärkung noch ein paar Trauben naschen, was nicht nur lecker war, sondern auch meinem Blutzucker ganz gut getan hat.

Jetzt sitze ich hier in der wirklich schönen Klosterkirche mit ihrer bekannten schwarzen Madonna. Dafür hat sich der Weg hierhin schon gelohnt, denn der Ort ist einfach wie aus dem Bilderbuch. Jetzt gönne ich mir noch ein paar Minuten Pause und dann geht es weiter, denn es ist noch nichtmal Halbzeit für heute, denn das Tagesziel heißt immer noch Bullay.

 

 

12:40 Uhr

Immer noch in Beilstein. Da der Nieselregen noch immer da ist, habe ich spontan beschlossen, doch noch ein wenig hier zu bleiben. Im Prinzip ist Beilstein genau das, was man sich unter einem gemütlichen Weinort an der Mosel vorstellt. Das macht sich allerdings auch in der Zahl der hier vorhanden Touristen bemerkbar…

Im Moment bin ich in der der Winzerschenke eingekehrt und sitze hier gerade mit einem durchaus guten 2005er Riesling mit einer feinen lieblichen Note (2005er Beilsteiner Silberberg, Spätlese feinherb). Dazu bekomme ich gleich noch Speckkartoffelsalat mit Blut- und Leberwurst – danach steht mir gerade echt der Sinn 🙂

 

 

Insgesamt ein guter Ausgleich für das doch enttäuschende Treis-Karden gestern und nach dem Essen hoffe ich mal, die zahlreichen Regentropfen draußen sind verschwunden – wehe wenn nicht…. Ansonsten muss ich gegebenfalls doch nochmal umplanen, was den Weg angeht. Aber soweit möchte ich im Moment erstmal noch nicht denken, denn jetzt wird gegessen – mjam!

 

16:15 Uhr:

Vor etwas über einer Stunde habe ich die Tour für heute dann doch abbrechen müssen. Nach dem sehr leckeren Essen in Beilstein, dass gemeinsam mit dem Wein das Tageshighlight war bislang, wollte ich ich eigentlich wie geplant Richtung Bullay aufbrechen. Der Regen hatte sich jedoch nicht verzogen, so dass ich einen erneuten Aufstieg in die Berge vermeiden wollte, da die Wege ziemlich rutschig waren. Zudem habe mir meine Knie signalisiert, dass sie für heute keine Anstiege mehr wünschen. Der Alternativplan sah dann erstmal vor, an der Mosel entlang bis nach Neef zu laufen, was zwar länger war, dafür aber flach. Auf dem Weg wurde ich jedoch zweimal durch so heftigen Regen gescheucht, dass mir auch daran letztlich die Lust vergangen ist, denn ich war bis auf die Haut durchnässt und kalt war mir zudem.

Insofern habe ich schließlich in Mesenich kapituliert und bin durch den Ort auf der Suche nach einem Zimmer gezogen. Dieses habe ich jetzt auch für 30 EUR gefunden  und damit gilt der heutige Wandertag als beendet auch wenn es jetzt gerade nicht mehr regnet. Daher ist der Plan jetzt morgen über Senheim wieder auf den Jakobsweg zu kommen und dann bis Zell zu wandern. Ich hoffe nur, dass der Regen endlich Ruhe gibt. Nachher werde ich noch versuchen ein Gläschen Wein zu bekommen und dann war es das auch für heute. Ich hoffe mal, meine Knie erholen sich etwas bis morgen, ansonsten muss ich die nächsten Tage doch noch etwas mehr piano machen. Sicher ist nur eines – ich werde es nicht bis nach Trier zurück in dieser Woche schaffen – aber dies ist ja auch nicht schlimm, denn es ist ja kein Wettbewerb sondern ein Wanderurlaub – gelaufen wird, solang es Spaß macht!

 

 


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Autor:Jens Koopmann