Paris an einem Wochenende – Tag 2

Der zweite Tag in Paris begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang gegen 7 Uhr. Nur leider waren wir am falschen Ort, denn der Ausblick vom Hotel bot leider kein wirkliches Motiv. Auf der anderen Seite konnten wir uns alle nicht dazu durchringen, um diese Zeit bereits in der Stadt zu sein (so weit zu unserer Arbeitseinstellung ;-). Trotzdem sorgte die Sonne für eine gute Portion Optimismus für den Tag. Die anderen 3 hatte ich kurz nach halb 8 beim Frühstück getroffen. Das Frühstück war zwar einfach, aber man wurde zumindest satt, auch wenn der Kaffee Koffein wahrscheinlich nur mal aus der Entfernung gesehen hatte.

Viertel nach Acht waren wir dann alle abmarschbereit für den Tag. Die schweren Stative konnten zunächst im Hotel bleiben, denn wir wollten am Nachmittag nochmal ins Hotel zurück.

Unser Ziel für den Vormittag war das Künstlerviertel Montmatre und um dorthin zu kommen, nahmen wir, wie gestern, wieder die U-Bahnlinie 7 bis zur Station Cadet.

Doch zuvor gab es noch einen kleinen medizinischen Notfall, denn Andrea hatte sich an einem Plastilkeil bei der Ticketschleuse im U-Bahnhof verletzt. Eine ganze Blutspur zog sie hinter sich her, doch wir hatten Glück und es war „lediglich“ ein tieferer Schnitt unter den Nagel. Insofern konnten wir es mit Pflaster notdürftig abdecken und die Amputation gerade so noch abgewendet werden – trotzdem hat es uns allen einen ganz schönen Schrecken eingejagt und Andrea sollten die Schmerzen noch ein wenig begleiten. Aber dafür hatte der Pariser Boden etwas von ihrem heiligen Blut abbekommen.

An der Station Cadet angekommen schlängelten wir uns durch die immer kleiner werdenden Gassen und schon bald erschien Sacré-Coeur am Horizont.

Die Touristendichte nahm – auch um diese Tageszeit – schon merklich zu, als wir den Boulevard de la Chapelle überquerten und damit ins eigentliche Viertel Montmatre kamen.

Direkt an der Straßenecke befand sich mit dem Élysée Montmatre ein sehenswertes Gebäude, welches seit 1807 als Veranstaltungsort genutzt wird und bis heute noch diesem Zweck dient.

Im Straßengeschoss befindet sich zudem eine schöne historische Ladenfront, die allerdings heute einen weniger historischen Laden verbirgt, denn als Mieter hat sich eine Art Textildiscounter eingenistet, der so gar nicht zu dem Ambiente passt.

Von hier waren es nur noch wenige Schritte bis zum Park Louise Michel, von dem man den besten Blick auf die Basilika Sacré Coeur hat. Spätestens hier wurde uns aber auch allen klar, dass der Weg dorthin, sofern man denn unterwegs Fotos machen möchte, nur über einen recht steilen Anstieg führte. Dieser Herausforderung haben wir uns aber natürlich gestellt, wobei sich herausstellte, dass die Treppen nicht die größte Unannehmlichkeit darstellen würden. Auf der ersten Zwischenebene gilt es nämlich, die dort in Scharen stehenden Afrikaner hinter sich zu lassen, die einem ungefragt ein Bändchen um den Arm binden wollen, nur um danach dann Geld dafür zu nehmen. Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück einen am Arm festzuhalten. Hier half nur, zur Not sich loszureißen, um der Bande zu entkommen. Die Polizei vor Ort schien dies aber nicht sonderlich zu kümmern. Immerhin blieb es bei dieser einen Gruppe und danach konnten wir wieder unbehelligt unseres Weges ziehen.

Auf der Zwischenebene befanden sich einige Brunnen, die aber – wie sämtliche Brunnen in Paris zu dieser Zeit – leider noch ausgeschaltet waren, zur großen Enttäuschung Pias.

Also sind wir direkt weiter zur Basilika hinaufgelaufen.

Sacré-Coeur ist die zweifellos markanteste Kirche von Paris, der nur Notre Dame noch Konkurrenz machen kann. Da sie zudem oben auf einem Hügel steht, ist sie deutlich markanter in der Landschaft als viele andere Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Dafür ist die Kirche aber im Vergleich mit Notre-Dame gerade zu noch jungfräulich, denn erst 1914 wurde sie fertiggestellt. Daher fällt die Kirche auch stilistisch etwas aus dem Rahmen, obwohl zumindest die Wasserspeier an den Dachrändern ein wenig Ähnlichkeit zum Gotischen Stil haben.

Markant über dem Eingang der Basilika thronen zwei Pferdestatuen. Eine zeigt Johanna von Orléans und die zweite Ludwig IX. Beide sind heilig gesprochene Persönlichkeiten der französischen Geschichte.
Nach einigen Aufnahmen auf dem Vorplatz sind Pia und ich dann noch kurz in die Kirche hineingegangen – die Mittagssonne bot eh nur bedingt nutzbares Licht zum Fotografieren. Innen ist die Kirche recht unspektakulär, wenn man von der Größe mal absieht. Insofern haben wir nur eine kurze Runde mit einem Abstecher ins Untergeschoss gedreht und waren dann auch schon wieder bei den anderen beiden.

Von hier sind wir dann weitergezogen zum Place du Tertre, dem wohl bekanntesten Platz in Montmatre. Hier reihen sich Künstler (vor allem Maler) aneinander und versuchen ihre mal mehr und mal weniger gelungenen Werke an den Mann bzw. die Frau zu bringen. In der Tat reichte die Vielfalt der Werke von klassischen Gemälden bis hin zu modernen Interpretationen von Pariser Ansichten. Das Interessante für den Passanten (und davon gibt es zu jeder Tageszeit viele) ist, dass man den Künstlern direkt bei der Arbeit zuschauen kann, denn während hier der Verkauf läuft, werden gleichzeitig auch neue Werke geschaffen.

Nach dem kurzen Rundgang über den Platz sind wir dann über die Rue des Saules ein gutes Stück den Hügel hinab gelaufen, um zum „Le Lapin Agile“ zu kommen. In einem Video eines Fotografen aus Paris hatte ich diesen Ort mal gesehen, der als recht fotogen gilt, denn inmitten unscheinbarer Bauten steht hier ein kleines Häuschen mit einem Zaun aus knorrigen Ästen, welches so gar nicht in die Landschaft passen mag. Es hat etwas von einem Zwergenhaus, oder aber einem Hasenbau (vielleicht daher die Name, denn Lapin ist der Hase).

Tatsächlich handelt es sich bei dem Haus um ein Kabarett, welches seit 1875 unter dem Namen an dieser Stelle betrieben wird. Das kleine Häuschen bot damals noch unbekannten Künstlern eine Plattform. Zu den bekanntesten Gästen gehörte zweifelsohne Picasso, der zu jener Zeit jedoch noch weithin unbekannt war.

Picasso zeichnete sogar mal ein Gemälde mit dem Namen „Le Lapin Agile“, auf dem auch die Stieftochter des Inhabers zu sehen war. Das Gemälde hing noch einige Zeit im Kabarett selbst und wurde dann für gerade mal 20 Dollar verkauft – ein schlechtes Geschäft, denn nur 70 Jahre später wurde es für mehr als 40 Millionen US-Dollar versteigert.

Leider stand die Sonne recht hoch und auch die immer wieder passierenden Touristen störten ein wenig die Ansicht. Insofern habe ich versucht, mittels Panoramen und Belichtungsreihen möglichst gutes Material mitzunehmen, um daraus später am Laptop das Foto zu kreieren, welches mir vorschwebte.

Noch eine kleine Anekdote zum Namen des Kabaretts: Seinen Namen hat das Haus von einer Karikatur von André Gill, welche er 1875 zeichnete. Das Bild zeigt einen Hasen, der mit einer Weinflasche in der Hand in einem Kochtopf steht. Titel des Bilder ist „Le Lapin Agile“ – der flinke Hase – was aber gleichzeitig auch ein Wortspiel war in Bezug auf seinen Erschaffer André Gill, denn man konnte es auch lesen als „Le Lapin à Gill“ – der Hase von Gill.

Eine Kopie des Schildes befindet sich noch bis heute an dem Haus.

Nach diesem Abstecher mussten wir leider den eben hinabgestiegenen Hügel wieder hinauf laufen, um wieder auf die andere Seite des Hügels zu kommen, wohin uns unser weiterer Weg führen sollte. Aber uns Trierer kann ja nichts erschrecken. Wieder oben angekommen, ging es zunächst durch einige kleinere Gassen, welche ein paar schöne Straßenmotive boten.
Wir kamen auch bei der Kirche St.-Jean de Montmatre vorbei, welche der erste Kirchenbau der Welt in Stahlbetonweise ist, doch Tamas und ich waren uns nach kurzen Beschauen einig, dass hier fotografisch nicht allzuviel zu holen ist. Gleiches galt für Pias kulinarisches Urteil über den Eiweiß-Riegel, welchen sie gerade verspeisen wollte.

Dafür fand ich ein paar Gassen weiter ein kleines magenfreundliches Highlight, denn ein Imbiss bot die von mir so geliebten Lütticher Waffeln an. Ein kleiner, leichter Snack also.

Unser nächstes Zwischenziel war die Kirche Notre-Dame-de-Lorette, welche stilistisch im Vergleich zu den meisten Kirchen in Paris deutlich heraussticht. Ihr Bau gleicht eher einem Tempel, als einer Kirche und ähnelt damit eher Kirchen in Italien. Auch im Inneren setzte sich der Eindruck eines Tempels fort durch den dreischiffigen Aufbau und die Säulenreihen. Die Kirche hat aber dennoch nichts mit der römischen Zeit zu tun, denn ihre Erbauung ist nicht einmal 200 Jahre her. Sie ist die Nachfolgerkirche eines Baus, der während der französischen Revolution zerstört wurde.

Sehenswert war die Kirche allemal und sei es allein wegen der vielen Wandmalereien und der schönen Kassettendecke.

Danach knurrten aber auch langsam unsere Mägen (na gut, meiner war durch die Waffel noch recht ruhig) und da traf es sich gut, dass in der Nähe ein Hard Rock Café sein sollte.

Und so begaben wir uns in diese Richtung, um nach Lissabon und Nizza unser 3. Hardrock-Café auf den Fototrips aufzusuchen. Unterwegs passierten wir noch zwei sehr schöne Ladengalerien, die Passage Verdeau und die Passage Jouffroy. Diese überdachten Einkaufpassagen, von denen es noch einige mehr in Paris gibt, waren ein Trend in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zur Hochzeit gab es allein in Paris einmal mehr als 150 solcher Passagen. Heute sind davon gerade mal noch 25 erhalten.
Die Passage Jouffroy ist insofern besonders, als dass sie fast in der Mitte einen kleinen Knick macht, so dass man nicht die 140m von einem Ende zum anderen sehen kann. Am Ende des ersten Teilstückes befindet sich unterhalb der Glasdecke zudem eine schöne Uhr, über der das Jahr der Eröffnung der Passage steht – 1846.

Am Ende der Passage kamen wir am Boulevard Montmatre heraus, nur wenige Meter vom Hard Rock Café entfernt.

Hier konnten wir uns dann ordentlich stärken und das im wahrsten Sinne des Wortes – denn eine ganze Portion Nachos hatte ich mal eben so vertilgt.
So konnte es nach dem reichlichen Mahl dann aber auch mit neuer Kraft weitergehen entlang des Boulevard Montmatre, der kurz darauf zum Boulevard Haussmann wurde und uns zu unserem letzten Ziel der Vormittagstour (die nun schon gut in den Nachmittag reichte) führen sollte – den Galeries Lafayette.

Im Vorfeld des Fotoausflugs hatte ich bei meinen Recherchen Bilder eines Fotografen gefunden, die den Galeries Lafayette entstanden sind und nach diesem Motiv strebten wir nun alle. Der Weg dorthin dauerte nur wenige Minuten und so betraten wir kurz darauf das Stammhaus der bekanntesten französischen Kaufhauskette. Die Geschichte der Galeries Lafayette begann in einer Nebenstraße des Boulevard Haussmann im Jahr 1893. Der Name der Straße war Rue de La Fayette, woraus sich dann auch der Name des Kaufhauses ableiten sollte. Insofern hat der Name des Kaufhauses keinerlei Beziehung zu seinen Gründern Théophile Bader und Alphonse Kahn.
Das Gründungsgebäude wurde in den Folgejahren ausgeweitet und 1906 begann man in direkter Nachbarschaft zum alten Gebäude das heutige, 10-stöckige Stammhaus der Kette zu erbauen. 6 Jahre dauerte das Vorhaben, bis das Jugendstilgebäude schließlich eröffnet wurde.

Zu den Jugendstilelementen des Hauses zählte insbesondere eine prächtige, farbige Kuppel, die auch der Grund war, warum wir hier her wollten (neben der Dachterasse, welche kostenfrei zugänglich ist).

Ganze 40 Meter ragt die Kuppel in der großen Halle in die Höhe, während rund herum Emporen eher den Eindruck eines Theaters erweckten, denn den eines Kaufhauses. Mit gutem Gewissen konnten wir aber alle bestätigen, dass dies die schönste Kaufhausgestaltung war, welche uns bislang vor die Augen gekommen ist. Wir versuchten nun über die verschiedenen Stockwerke die Kuppel fotografisch einzufangen, was aber gar nicht so einfach war. Unten verhinderten die Stände einen freien Blick nach oben, zumal in der Mitte ein riesiger Quader hing, der den Blick blockierte. In den oberen Stockwerken ergaben sich nur Nischen zum Fotografieren direkt an den Balken. Die Emporen waren dagegen so mit Waren verstellt und mit Glasscheiben abgesperrt, dass wir nicht direkt heran kamen. Dennoch entstanden ein paar schöne Aufnahmen und den eigenen visuellen Eindruck konnte man uns auch nicht mehr nehmen.
Andrea und Tamas haben dann den erhaltenen Aufzug aus der Jugendstilzeit genommen, um auf die Dachterasse zu gelangen. Pia und ich sind ihnen kurz darauf gefolgt, allerdings nahmen wir sportlich die Treppe, da der Aufzug ein wenig zu voll war.

Die Dachterrasse bietet einen weiten Blick über Paris, allerdings fiel der Ausblick nicht ganz so spektakulär aus, wie erhofft. Zwar konnte man auch den Eiffelturm sehen, doch er war recht weit entfernt und die Sonne stand noch viel zu hoch, so dass das Licht alles andere als fotofreundlich war. Insofern blieb es bei einigen wenigen Aufnahmen von hier und ein paar Minuten um zu verschnaufen, denn dann rief uns die Uhr auch schon wieder zum Aufbruch, denn der Nachmittag war weit vorangeschritten und wir mussten ja nochmal ins Hotel zurück, um unsere Stative für den Abend einzusammeln.

Glücklicherweise war es nicht weit vom Lafayette bis zu nächsten U-Bahn-Station und so waren wir wenig später im Hotel angekommen, wo wir uns gerade mal eine Viertelstunde gönnten, bevor es direkt weiter ging in Richtung Eiffelturm. Der Weg dauerte hier etwas länger mit der U-Bahn und wir waren knappe 40 Minuten unterwegs. Die U-Bahn verlief dabei jedoch zu einem ganzen Teil oberirdisch, so dass wir zumindest etwas von der Stadt gesehen hatten während der Fahrt.

Ausgestiegen sind wir dann an der Station Bir Hakeim, kurz vor dem Ufer der Seine. Von hier waren es noch rund 800m bis wir am Eiffelturm angekommen waren. Die Besucherströme um uns herum wuchsen natürlich, je näher wir DEM Wahrzeichen von Paris kamen, doch es folgte eine große Ernüchterung, als wir schließlich vor dem Turmgelände standen. In Folge der kürzlichen vereitelten Anschläge war das gesamte Gebiet unterhalb des Turm abgesperrt und man konnte nur noch durch eine Sicherheitskontrolle hinein, vor der sich schon lange Schlangen gebildet hatten.

So wirklich Lust und auch Zeit fürs Warten hatten wir allerdings nicht, zumal sich der Himmel langsam etwas zugezogen hatte und es nicht nach einem wirklichen Sonnenuntergang ausschaute. Insofern beschlossen wir, nur einmal kurz um dem Turm herum zu laufen, um zumindest ein paar Aufnahmen einzufangen – die von mir ersehnte Ansicht direkt unter dem Turm würde nun aber nicht mit dabei sein.

324 Meter in den Himmel ragt der Eiffelturm und jeder seiner Pfeiler zeigt genau in eine der vier Himmelsrichtungen. Ein interessantes Detail sind die Namen, welche entlang der ersten Ebene angebracht sind. Insgesamt sind es 72 Namen – 18 pro Seite – welche Wissenschaftler und Techniker repräsentieren. Eiffel selbst suchte die meisten der Namen aus, wofür er z.T. stark kritisiert wurde, ignorierte er jedoch absichtlich Frauen und Wissenschaftler mit langen Namen, die nicht in die Nischen gepasst hätten.
Diese Namen hielten jedoch nicht lang, denn bereits bei einem ersten Neuanstrich wurden sie verdeckt. Erst Restaurierungsarbeiten in den 1980er Jahren machten sie wieder sichtbar.

Die Aufnahmen, welche ich hier beim Eiffelturm eingefangen hatte waren schließlich dann auch eher für eine schwarz-weiss-Entwicklung gedacht, denn die Lichtstimmung bot nicht wirklich interessante Farben.
Nach einem kurzen Rundgang sind wir zurück zum Quai Branly und von dort über die Pont d’léna über die Seine zum Trocadéro gelaufen, wo wir uns für den Sonnenuntergang positionieren wollten. Bei dem Rundgang zuvor war uns jaufgefallen., dass In den Parkanlagen rund um den Eiffelturm Hütchenspieler ihr Unwesen trieben, die mit Mindesteinsätzen von 50 Euro versuchten, mit naiven Passanten Geld zu verdienen. Das die meisten der Spieler mit zur Betrügergruppe gehörten war leicht daran zu erkennen, wie leicht sie den Geldverlust bei einem falschen Tipp verschmerzten. Man möge meinen, hierauf lässt sich doch kein normaler Mensch ein, doch irgendwie muss es sich ja doch rentieren.

Warum ich das erwähne? Nun, direkt als wir im Park Trocadéro ankamen, wurde Pia von einem jungen Mann angesprochen und gebeten, ein paar Fotos von ihm zu machen, was Pia natürlich tat. Danach zog er seiner Wege und so auch wir, bis wir ihn plötzlich wiedersahen bei einer Gruppe Hütchenspieler, wo er gerade 50 Euro vernichtete (bzw. einem anderen Eigentümer zuführte) – soweit also zum Thema „darauf fällt doch niemand rein“…

Uns konnte dies aber egal sein und so hatten wir uns die Treppen hinauf begeben, um einen Standort für die Blaue Stunde mit dem beleuchteten Eiffelturm zu finden.

Die Treppen und die monumentalen Gebäude hinter uns gehörten zum Palais de Chaillot, welches zur Weltausstellung 1937 in Paris erbaut wurde. Die zeitliche Epoche kann man dem Baustil noch deutlich ansehen. Früher stand hier das Palais du Trocadéro, welches wie die heute noch so heißenden Gartenanlagen mit der Fontaine der Schlacht von Trocadéro gewidmet war. Die Schlacht fand 1823 in der Nähe von Cadiz in Spanien statt und mit dieser – welche die Franzosen gewannen – endete die Spanische Revolution.

Für uns begann nun aber erstmal das Warten, denn es waren noch fast 1 1/2h bis 20 Uhr, wo wir während der Blauen Stunde auf die Beleuchtung des Eiffelturms hofften.

Die Beleuchtung des Eiffelturms gibt es bereits seit seiner Eröffnung, doch im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder modifiziert und teilweise gab es auch Sonderaktionen, wie Countdowns und Werbeschriften auf dem Eiffelturm. Die aktuelle Installation stammt aus dem Jahr 1985. 352 Strahler im Turminneren beleuchten den Turm ab Sonnenuntergang. Als besonderes Bonbon gibt es zudem seit 2003 einmal stündlich eine kleine Lichtshow bei der 20 Tausend LEDs den Turm zum Funkeln bringen.

Um 19 Uhr begann am heutigen Tag die erste Lichtshow, allerdings war der Himmel noch etwas zu hell, so dass wir noch eine weitere Stunde bis um 8 ausgeharrt hatten, wohlwissend, dass diese Bilder immer nur für private Zwecke genutzt werden dürfen, denn die Beleuchtung des Eifelturms ist urheberrechtlich geschützt, aber man konnte uns so zumindest auch keinen mangelnden Enthusiasmus vorwerfen.

Aufgrund der rechtlichen Einschränkungen zeige ich die Bilder vom Eiffelturm bei Nacht hier nicht.

Immerhin hatten wir dann kurz nach 8 unsere Bilder im Kasten und sind dann – zufrieden nach dem langen Tag – zurück ins Hotel gefahren.

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