Reisebericht Reisebericht Kenia 2011 – Ein afrikanisches Sommermärchen Teil 1: Der lange Weg ins schwarze Afrika

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Heute ging es los auf Hochzeitsreise nach Kenia. 3 Flüge lagen vor uns und ein unglaublich langer Tag. Aber die Vorfreude ist groß, das Land meiner Frau kennenzulernen, ihre Familie zu sehen und später auf Safari zu gehen. 3 Wochen voller Erlebnisse liegen vor uns – hoffen wir, dass alles gut geht.

Inhaltsverzeichnis Reisebericht Kenia

Teil 1: Anreise nach Kenia Teil 9: Fahrt in die Masai Mara Teil 17: Mwazaro Beach
Teil 2: Kisumu Teil 10: Masai Mara Teil 18: Mwazaro Beach
Teil 3: Familienbesuch in Ndori Teil 11: Masai Mara Teil 19: Mombasa
Teil 4: Impala Sanctuary Kisumu Teil 12: Bei den Masai Teil 20: Mwazaro Beach
Teil 5: Kit Mikayi und Äquator Teil 13: Masai Mara Teil 21: Mwazaro Dorfbesuch
Teil 6: Schulen in Kenia Teil 14: Lake Nakuru Teil 22: Ramisi Delta Mangrovenwald
Teil 7: Ndori Teil 15: Lake Nakuru / Lake Naivasha Teil 23: Mwazaro Beach
Teil 8: Kibuye Markt Kisumu Teil 16: Zugfahrt nach Mombasa Teil 24: Rückreise

06.08.2011, 16:25 Uhr (Im Regionalexpress nach Koblenz)

Zwei Jahre ist es nun her, dass ich zuletzt im Urlaub war auf meiner Kalifornienrundreise im Jahr 2009 und seitdem hat sich so vieles in meinem Leben verändert, als wichtigstes natürlich, dass ich nunmehr im Hafen der Ehe gelandet bin. Nur an Urlaub war leider bis jetzt nicht zu denken – bis jetzt, denn mit der Reise nach Kenia – der Heimat meiner Frau Milly – verbinden wir gleichzeitig unsere Flitterwochen und für mich einen Crashkurs in afrikanischem Leben.
Die Heimat von Milly zu besuchen hat etwas von Abenteuer für uns Europäer, ist es doch so anders wie alles, was wir von unserem Zuhause kennen. Insbesondere die erste Urlaubswoche, in der wir abseits der Touristenströme in Kisumu am Viktoriasee und Umgebung sein werden, wird vollgepackt sein mit neuen Eindrücken. Und um all diese Eindrücke festzuhalten, werde ich auch diesmal wieder ein Reisetagebuch führen, was unsere Erlebnisse für uns (und alle, die unserer Reise lesend im Anschluss folgen wollen) festhalten wird.
Doch vor den Urlaub hat der Herr die Anreise gestellt und die ist einige Tausend Kilometer lang. Zunächst einmal geht es jetzt gerade schnuckelig an der Mosel entlang mit dem Regionalexpress nach Koblenz, dann entlang der malerischen linksrheinischen Strecke bis nach Mainz und von dort schließlich zum ersten Etappenziel, dem Frankfurter Flughafen, wo mich dann Milly hoffentlich schon erwartet, da sie direkt aus Düsseldorf nach Frankfurt kommt (die Glückliche hat ICE-Direktanschluss…).

07.08.2011, 8:50 Uhr (Addis Abeba, Äthiopien)

16 Stunden Reise liegen hinter uns und damit auch der erste Flug von Frankfurt bis hier. Die Fahrt nach Frankfurt gestern verlief natürlich nicht wie geplant, denn in Koblenz war mein Anschlusszug schon zu spät und damit natürlich auch mein Anschluss in Mainz nicht mehr zu halten. Somit war ich eine gute Stunde später als erwartet am Flughafen, wo Milly schon eine ganze Weile wartete.
Beim Checkin gab es dann die nächste Überraschung. Gerade als wir dran waren, wurde der Bereich durch die Polizei abgesperrt und alle mussten weg von dort – das hatte uns gerade noch gefehlt, dass es gerade heute einen Bombenalarm oder ähnliches gibt…). Milly hat gerade noch ihre Boardkarte bekommen, aber für mich hieß es eine gute halbe Stunde später nochmal von vorn anstellen. Es hat schon seinen Grund, warum man mittlerweile so früh am Flughafen sein soll….
Nachdem wir unser Gepäck dann los waren, knurrten auch unsere Mägen und so haben wir uns auf die Suche nach was Essbarem gemacht und sind bei zwei halben Hähnchen und Brombeerquark hängengeblieben – ein Fehler wie sich später herausstellen sollte. Milly hat ihr Hähnchen natürlich nicht ganz geschafft und auch beim Quark die Segel gestrichen. Da ich ja kein Essen verkommen lasse habe ich mich dann erbarmt.
Zurück im Terminal durfte ich in der Sicherheitskontrolle mein sorgfältig gepacktes Handgepäck mit den 2 oder 3 (oder auch 4…) elektrischen Geräten einmal vollständig entleeren – irgendwie hatte ich da schon eine Vorahnung. Das Schlimme daran ist nur, alles im Anschluss wieder so in die Tasche zu bekommen, wie es vorher war.  Das alles hatte jedoch den Vorteil, dass wir nicht mehr lang am Gate warten mussten, bis es schließlich losging auf unseren Flug nach Äthiopien.
Der Flug selbst war dann ruhig und unspektakulär, außer, dass wir kurz vor der Landung noch den schönen Sonnenaufgang über den Wolken beobachten konnten. In Äthiopien selbst war es recht trist und da es Hochland ist, zudem auch noch recht frisch. Erinnerung an Deutschland in diesem Sommer kommen da hoch.
Meinem Magen ist jedoch der Mix aus Hähnchen, Brombeerquark und Fruchtsäften im Flieger nicht übermäßig bekommen. Bereits seit Frankfurt lag mir alles wie ein Stein im Magen und von daher hat mein Körper beschlossen, einen Teil davon der Kanalisation Afrikas zu überlassen.
Nun sitzen wir hier in der tristen Transithalle des Flughafens aus der es kein Entkommen gibt (wir haben ja kein Visa für Äthiopien und dürfen daher nicht raus) und warten auf unseren Flieger nach Nairobi, der in gut einer Stunde startet.

07.08.2011 20:45 Uhr (Kisumu, Kenia)

Das Ende des ersten Tages ist erreicht und bevor wir ins Bett fallen, gibt es noch kurz die Zusammenfassung der Ereignisse seitdem wir Äthiopien pünktlich wieder verlassen hatten.
Gegen 12 Uhr waren wir sicher auf kenianischem Boden in Nairobi gelandet und zu meiner Erleichterung war auch unser Gepäck mit dabei. Vor dem Flughafen wurde Milly schon von zwei Bekannten erwartet, denen sie jeweils Sachen von Freunden aus Deutschland mitbringen sollte. Als dies erledigt war, hieß es dann in das kleine Terminal für Inlandsflüge zu wechseln und auf unseren Anschlussflug nach Kisumu zu warten, der gegen 18 Uhr gehen sollte. Das Terminal hat nicht wirklich was mit einem Hauptstadtflughafen zu tun. Hier gehen eine Hand voll Flüge am Tag und alles ist sehr einfach gehalten. Da es bis 18 Uhr jedoch noch sehr lang war und auch 16:30 Uhr eine Maschine ging, haben wir gefragt, ob man uns nicht auf diese Maschine umbuchen könnte. Unsere Hoffnung war jedoch nur gering und als immer mehr Menschen für diese Maschine kamen, wurde die Hoffnung quasi ausgelöscht – bis kurz vor halb 5 die Nachricht kam, dass noch 2 Plätze frei wären und wir mit können.
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Wir müssten uns dann schon arg beeilen, da der Flieger kurz nachdem wir drin saßen auch direkt los fuhr. Im Augenwinkel konnten wir jedoch noch sehen, dass unsere Koffer verladen wurden, was meinen Puls wieder normal werden ließ.
Die Landung in Kisumu knapp eine Stunde später war dann recht abenteuerlich, denn da der Flughafen nach einer Seite von einer kleinen Bergkette umgeben ist, müssen die Flieger den Anflug über dem Viktoriasee vornehmen und kommen dabei dem Wasser ziemlich nah, denn die Landebahn beginnt kurz hinter dem Ufer. Ist aber alles gut gegangen, nur Milly hat kurzzeitig einen Anflug weißer Hautfarbe bekommen 😉
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Der Flughafen besteht aus nicht mehr als einem kleinen Schaltergebäude und einem Unterstand, um auf Gepäck zu warten. Letzteres kam jedoch recht schnell und so waren wir zügig aus dem Flughafen raus und Milly hat erstmal Sarah, ihre Schwester, angerufen, die uns eigentlich hier empfangen wollte. Sarah war jedoch noch „5 Minuten“ entfernt – ich vergaß nur, dass es sich um kenianische 5 Minuten handelt…
Nach einer zähen Preisverhandlung (die habe ich den Mädels überlassen), ging es dann mit dem Taxi zu unserer Unterkunft in der Innenstadt von Kisumu. Das Taxi war dabei kaum noch als Auto zu identifizieren, denn die Scheiben waren zersprungen, Lichter nur teilweise vorhanden, Anzeigen funktionierten gar nicht mehr und auch der Rest hatte seine besten Zeiten schon lang hinter sich. Dazu passend war auch der Fahrstil, der mich mehr als einmal aufschrecken ließ – es ging mal auf der linken Straßenseite voran, mal rechts, mal in der Mitte und nicht selten auf Kollisionskurs mit dem Gegenverkehr. Überlebt haben wir jedoch und sind heil am Hotel angekommen, wo der Fahrer natürlich „zufällig“ kein Wechselgeld dabei hatte, um unsere 1000 Schillinge (knapp 8 EUR) auf 600 herauszugeben. Zu seiner Enttäuschung konnten Milly und Sarah jedoch noch etwas kleinere Scheine auftreiben.
Das Hotel selbst ist soweit in Ordnung – das Zimmer ist komfortabel und sauber. Wir haben aber erstmal nur unsere Sachen abgestellt und sind dann noch kurz raus was essen gegangen. Diese kurze Strecke von vielleicht 300m war schon recht halsbrecherisch, denn als Fußgänger bist du hier das niedrigste Glied in der Hierarchie des Verkehrs. Überall stehen zudem kleine Hütten, meist aus Holz oder Wellblech, die kleine Shops oder Hotelis (kleine Lokale) beherbergen. Auch wenn das alles so gar nicht unserem europäischen Stadtbild entspricht, kann ich dem ganzen einen gewissen Charme und vor allem eine unglaubliche Lebendigkeit nicht absprechen. Schließlich sind wir in einem kleinen Restaurant gelandet, wo wir gegrilltes Rinderfleisch bestellt haben. Geschmeckt hat das ganze sehr gut, nur das Fleisch war wohl eher von einer Ledersohle, als von einem Rind, jedenfalls waren meine Kaumuskeln ordentlich gefordert. Dafür haben wir haben auch für 3 Essen nebst Getränken nur knapp 9 EUR gezahlt und waren im Anschluss alle gut satt und bettreif.
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Danach ging es direkt wieder zurück ins Hotel, denn mittlerweile war es stockdunkel und keine Zeit für Weiße in der Öffentlichkeit. Bei Dunkelheit ist das Chaos auf der Straße noch schwerer zu durchblicken und ich war eigentlich nur bemüht, nicht alle zwei Sekunden umgerannt und/oder überfahren zu werden. Bevor wir am Hotel angekommen sind, haben wir uns aber noch mit Wasser für die kommenden Tage eingedeckt.
Damit geht dann dieser lange erste Tag auch zu Ende und wir werden gleich wie ein Stein ins Bett fallen. Ab morgen geht es ins afrikanische Leben hinein.
Zum nächsten Teil
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Autor:Jens Koopmann