Dubai – Das New York Arabiens – Teil 14: Sonnenaufgang am Burj Khalifa

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An Frei- und Samstagen haben auch Frühaufsteher die Möglichkeit auf den Burj Khalifa zu kommen.

Der vorletzte Tag in Dubai ist angebrochen und ein letztes Mal musste ich heute für Fotos früh aufstehen. Bereits um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, so dass ich kurz vor 5 das Hotel verlassen konnte. Da um diese Zeit noch keine Metros fahren und ich zum Burj Khalifa wollte – was zu Fuß doch etwas weit gewesen wäre – habe ich schnell ein Taxi genommen und war so 20min später vor Ort.
Freitags und Samstags öffnet die Besucherplattform des Turms bereits vor Sonnenaufgang und ich hatte mir hierfür extra ein Ticket besorgt, in der Hoffnung, dass ich sowohl noch ein paar schöne Fotos machen kann, als auch, dass es nicht ganz so voll sein würde, wie bei Sonnenuntergang.

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Auf den Straßen war es um diese Zeit noch gespenstisch leer für Dubai und auch der Platz vor der Dubai Mall und dem Burj Khalifa wirkte noch wie im Tiefschlaf. Doch drinnen vor dem Zugang zur Besucherplattform saßen schon einige Gleichgesinnte, die wie ich dann darauf warteten, dass sich um 5:30 Uhr die Türen öffnen würden.

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Natürlich musste ich heute nicht wirklich lang warten, bis ich in den Fahrstuhl konnte, der mich abermals mit 10m pro Sekunde in die Höhe katapultierte. Es war aber trotzdem erstaunlich, wie viele Leute sich um diese Zeit schon eingefunden hatten.
Oben war es natürlich noch sehr dunkel, denn Sonnenaufgang ist erst ca. 6:45 Uhr. Von daher galt es noch etwas Zeit zu überbrücken. Auf der Außenterasse war es in der Frühe doch noch recht frisch, aber wer auf die Idee kommt, stattdessen ins warme Innere zu gehen, wird bitter enttäuscht, denn durch die laufende Klimaanlage fühlte es sich drinnen sogar noch kälter an. Insofern musste ich die Zähne zusammenbeissen, denn eine Jacke hatte ich natürlich nicht mit dabei.

Auch nach den ganzen Tagen, wo ich den Wolkenkratzer ja schon einige Male zu Gesicht bekommen hatte, ist es immer noch ein beeindruckendes Gebäude. Man muss sich einfach nur die Relationen mal vor Augen führen, dass dieses Gebäude dreimal so hoch ist wie der Eiffelturm und immerhin noch doppelt so hoch wie das Empire State Building, welches ja selbst mal höchstes Gebäude der Welt war.

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Auch aus der Luft ist der Burj Khalifa weithin sichtbar, wie ich ja schon auf dem Ballonausflug vor einigen Tagen gemerkt habe. Bei klarem Wetter kann man ihn sogar 95km entfernt noch sehen.
Aber nicht alles am Burj Khalifa ist nur groß und beeindruckend, es gibt auch ein paar skurile Dinge, wie z.B. das Abwassersystem. Der Wolkenkrater verfügt genauergesagt über kein solches System. Stattdessen wird alles Abwasser gesammelt und dann mit Lastern aus der Stadt gebracht – kaum vorstellbar bei solch einem beeindruckenden Gebäude. Wer meint Geld stinkt nicht, könnte hier eines besseren belehrt werden.  Aber ich war ja nicht hier, um das Abwassersystem zu begutachten, sondern, um ein paar schöne Fotos mitzunehmen.

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Was mir heute Morgen auf der Plattform auffiel, war die recht hohe Zahl russischer Touristen hier auf dem Turm. Eigentlich kein Problem, würden sie sich nicht einige Sonderrechte rausnehmen. Während jeder andere dafür sorgte, seine Bilder zu machen und dann einen Schritt zurück zu gehen, damit andere auch was sehen können, blieben Sie einfach stehen, unterhielten sich und machten auch auf Nachfrage nicht Platz. Zudem hatten sie sich natürlich auch so breit gemacht, dass keiner mehr neben sie passte. Aber gut, es war halt nicht zu ändern und ich habe trotzdem noch ein paar schöne Aufnahmen bekommen, auch wenn ich mich z.T. etwas dominanter zwischen die Leute drängeln musste, die partout auch zum Unterhalten an den Aussichtsfenstern bleiben mussten. Zu den ganzen Sonnenaufgangsanbetern hatte sich auch eine Gruppe von Hindu-Gläubigen in der Frühe auf den Weg gemacht und hielten auf dem Boden der Aussichtsplattform ihr Morgengebet ab.

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Am Horizont war leider etwas Bewölkung oder Dunst, so dass die Sonne erst etwas später zum Vorschein kam und dann Dubai in ihr warmes Licht hüllte, doch die Zeit davor bot eigentlich die schönste Lichtstimmung.
Gute 10 Minuten, nachdem die Sonne dann draußen war, war das Spektakel auch schon wieder vorbei und ich habe die Gelegenheit genutzt, vor den Menschenmassen wieder nach unten zu kommen, wo ich dann noch im Bereich der Dubai Fountain ein paar Aufnahmen gemacht habe, bevor ich zur Metro gegangen bin.

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Es war verdächtig leer und ruhig rund um die Metro und erst am Zugang zu den Gleisen realisierte ich, dass die Metro jetzt – um kurz nach 8 – immer noch geschlossen war. Es war zwar Freitag und damit der arbeitsfreie Tag im Islam, aber ich hätte gedacht, die Metro würde fahren (zumal sie ja fahrerlos ist). Tatsächlich fährt der erste Zug aber erst gegen 13:30 Uhr von hier ab, was für mich definitiv zu spät war, denn ich brauchte noch ein Frühstück, um den Tag zu überstehen.
Also blieb mir nur die Option, auch für die Rückfahrt ein Taxi zu nehmen, wobei der Taxifahrer erstmal telefonisch nachfragen musste, wie es denn zu meinem Hotel geht. Wie fast überall in Dubai und den anderen Emiraten sind Taxifahrer, genauso wie die meisten anderen Angestellten in Geschäften etc. Gastarbeiter, zumeist aus dem asiatischen Raum. Inder, Pakistani, Chinesen sind das übliche Bild hier. Sie alle sind für die Emirate günstige Arbeitskräfte und für die Gastarbeiter sind die Löhne hier immer noch höher als in ihrer Heimat. Doch nicht jeder Gastarbeiter der hier in Branchen arbeitet, die mit Touristen zu tun haben, ist auch der englischen Sprache wirklich mächtig. Gerade bei den Taxifahrern war mir dies die Tage schon mehrfach aufgefallen. In den Geschäften freilich ist der Personal gut geschult und spricht ein gutes Englisch – sonst würde sich wohl mancher wohlhabende Kunde auch etwas auf den Schlips getreten fühlen.

So war ich dann also um kurz vor 9 wieder zurück im Hotel und konnte mich erstmal bei Kaffee und Frühstück einen Moment erholen. Auch den Rest des Vormittags habe ich mich dann ausgeruht und noch eine Stunde Schlaf nachgeholt, bevor ich um 2 Uhr nochmal aufgebrochen (die Metro fuhr ja wieder) und zur heutigen Location für den Sonnenuntergang gefahren bin.

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Autor:Jens Koopmann