Got a shiny car in Vicksburg

Während mein letztes Bild deutsche Autobautradition in italienmischem Gewand zeigte (hier gehts zum Bild), zeige ich euch heute ein amerikanisches Pendant. Nicht mehr ganz neu, aber dafür amerikanischer als viele der heutigen Modelle. Ich weiss leider nicht, um was für ein Modell es sich hier handelt, vermute aber, dass es entweder ein Cadillac oder ein Chevrolet ist. Der Wagen stand in der kleinen Südstaatenstadt Vicksburg, jenem Ort, in dem die erste Coca Cola in Flaschen abgefüllt wurde. Es war um die Mittagszeit und die Sonne stand recht hoch – alles keine guten Voraussetzungen für schöne Aufnahmen. Das Auto hier stand an einer Art Geschäftsstraße und wirkte bis auf die getunten Räder eher etwas heruntergekommen. Die überdimensionierten Felgen wollten dabei nicht wirklich zum Rest des an vielen Stellen beschädigten Wagens passen.

Trotzdem entschloss ich mich eine Aufnahme zu machen, da die Sonne sich genau in den Chromteilen des Autos spiegelte und das gesamte Ensemble eine für mich typische amerikanische Szene darstellt. Es bedurfte jedoch einiger Nachbearbeitung, um das Bild in die hier gezeigte Form zu bringen. Zunächst einmal galt es, bei der insgesamt harschen Beleuchtung durch die hochstehende Sonne die Aufmerksamkeit mehr auf den Wagen zu legen. Hierzu habe ich das gesamte Foto zunächst um fast 1,5 EV unterbelichtet. Danach habe ich die Lichter noch etwas reduziert und die Schatten angehoben und zuletzt den Weiß- und Schwarzpunkt so gesetzt, dass das Histogramm alle Töne wiedergab. Dann habe ich Klarheit und Kontrast  ein gutes Stück erhöht und die Sättigung etwas zurückgenommen. Damit war der Hintergrund des Bildes so, wie ich ihn wollte.

Nun habe ich mit einem Korrekturpinsel das Auto wieder heller gemacht. Ich habe hierzu einem sehr großen Pinsel gewählt, der nach Außen hin immer schwächer wird. Mit diesem Pinsel habe ich das Zentrum des Wagens um fast 2 EV in der Helligkeit angehoben, was den Effekt der reflektierenden Sonne deutlich verstärkt.  Mit einem weiteren Pinsel habe ich dann die Sättigung der Autolackierung verstärkt und die durch den ersten Pinsel etwas zu hellen Stellen wieder leicht gemäßigt. Ein dritter Pinsel diente dann dazu, die Reifen und den unteren Streifen der Karosserie wieder etwas abzudunkeln.

Danach kam dann die Feinarbeit mit dem Ausbesserungswerkzeug, denn das Auto hatte viele kleine Schäden im Lack, welche durch die Bearbeitung noch mehr in den Vordergrund traten.  Rund 35 Punkte habe ich ausgebessert! Die restlichen sind verblieben, da ihre Ausbesserung nicht mit den Mitteln von Lightroom möglich gewesen wäre.

Durch all diese Bearbeitungsmaßnahmen hat diese Aufnahme bei eher schlechtem Mittagslicht durchaus an Charakter und Komplexität gewonnen und stellt so nun das dar, was ich mir bei der Aufnahme vorgestellt habe. Manchmal findet man zwar alle Objekte in der Form vor, wie man sie sich wünscht, aber um die Situation herauszuarbeiten braucht man dann entweder deutlich mehr Austattung vor Ort (in diesem Fall hätte man das Ergebnis auch mit Blitzen besser vorbereiten können – ich hatte aber keinen dabei) oder aber ein paar Kniffe am PC.