Wanderung auf dem Jakobsweg von Koblenz nach Trier – Tag 5: Bullay bis Traben-Trarbach

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23.06.2010

Vor gut einem dreiviertel Jahr hatte ich die ersten Wandertage auf dem Camino zwischen Koblenz und Trier verbracht, wenn auch nicht immer bei sonderlich gutem Wetter. Dennoch sind die Wanderungen entlang der Mosel etwas besonders schönes. Und so habe ich mir heute an einem sonnigen Juni-Tag, der zwar noch kalt beginnt, aber warm zu werden verspricht, vorgenommen, meine Wanderung entlang des Mosel-Camino um eine Etappe fortzusetzen. Los geht es daher, wo die Reise damals aufhörte: in Bullay.

Gegen halb 10 bin ich am Bahnhof Bullay angekommen und habe das Auto dort abgestellt. Jetzt führt der Weg von hier aus zunächst einmal runter in Richtung der Mosel, um über die Eisenbahnbrücke in Bullay auf das andere Moselufer zu kommen. Diese Brücke ist eine Doppelstockbrücke, bei der oben die Züge und unten die Autos fahren. Sie wurde seinerzeit für die Kanonenbahn gebaut, die von Berlin bis nach Metz führte.

 

Nach der Moselüberquerung geht es dann direkt hinauf in den Berg mit dem ersten Ziel – der Marienburg. Dies ist keine eigentliche Burg, sondern war mal ein Kloster und wurde erst später zur Burg umgebaut. Heute gehört sie wieder dem Bistum Trier. Zu besichtigen gibt es nicht viel hier, aber der Ausblick ist sehr schön, da die Burg direkt auf der Mitte einer Moselschleife ist, d.h. sowohl links als auch rechts fließt die Mosel entlang.

 

Von hier geht es jetzt weiter in Richtung Zell. Der Weg dorthin zieht sich etwas und führt einige Zeit an der Bundesstrasse entlang, bis ich endlich über die Fußgängerbrücke wieder auf das andere Moselufer komme. Hier führt mich ein kleiner Spaziergang durch Zell und natürlich auch ihrem Wahrzeichen, der Zeller Schwarze Katz.

 

Die Legende um die Katze handelt von drei Aachener Weinhändlern, die in Zell in einem Keller waren, um die dortigen Weine zu verkosten und anschließend Fässer zu kaufen. Die Weinhändler konnten sich jedoch nicht so recht entscheiden. Als dann irgendwann der Winzer mit seiner schwarzen Hauskatze kam, um den Händlern erneut Wein einzuschenken, ließ ihn die Katze nicht mehr an das Fass heran. Sie verteidigte das Fass gegen jeden Versuch Wein zu entnehmen. Den Weinhändlern war dann klar, dies musste der beste Wein sein und kauften dein Wein ohne eine weitere Probe. Die Weinlage aus der dieser Wein stamm, hat seither den Namen Zeller Schwarze Katz.

 

Nach meinem kurzen Aufenthalt in Zell geht es nun weiter zum Ortsende und dort in den Berg hinauf – und wie es hinauf geht. Ich schnaufe noch jetzt wie ein Walross. Es ist wirklich eine anstrenge und recht lange Passage bis der Anstieg überwunden ist. Dafür verwöhnt jetzt eine schöne Aussicht auf die Moselschleife.

 

Von hier geht es nun auf den Moselhöhen weiter in Richtung Enkirch, wo es dann wieder hinunter ins Tal geht. Enkirch selbst ist ein Moseldorf unter vielen. Es ist ein hübscher kleiner Ort zum Durchspazieren.

 

Nach Enkirch heisst es jetzt aber wieder hinauf in den Berg und langsam machen sich die Beine bemerkbar, dass sie bitte keine Anstiege mehr für heute haben möchten. Oben angekommen ist der Weg mit Blick auf die Mosel sehr idyllisch, geht jedoch hinter Starkenburg in Wald über und ab da kommt ein langer Abstieg nach Traben-Trarbach.

 

Dieser Abstieg ist mir nun auch zum Verhängnis geworden. Erst bin ich auf einem Stein ausgerutscht und habe mir den Knöchel umgeknickt. Dies war aber gerade noch zu verkraften, so dass ich 10 Minuten später wieder humpeln konnte. Doch nur wenige Minuten später habe ich genau den gleichen Knöchel nochmal umgeknickt. Ich habe nur einen lauten Schrei in den Wald abgegeben. Mit ach und krach bin ich noch bis zum Zug nach Traben-Trarbach gekommen. An ein Weinchen im Ort war jedoch nicht mehr zu denken. Mein einziges Ziel war nur noch heil mit dem Auto wieder nach Hause zu kommen.

Und so ging auch diese Etappe mit einem Wermutstropfen zu Ende. Dennoch war es eine schöne Wanderung bei tollen Wetter. Aber sie war auch anstrengend – vielleicht etwas zu anstrengend vor dem Hintergrund, dass es die erste Wanderung seit einiger Zeit war. Traben-Trabach konnte ich so leider nicht mehr genießen aber das ist dann Teil der nächsten Etappe.


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Autor:Jens Koopmann