Wanderung auf dem Jakobsweg von Koblenz nach Trier – Tag 1: Koblenz bis Alken

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Diese Artikelreihe stammt aus meinem Reisetagebuch von meiner Jakobswegwanderung ab dem 4.10.2009.

10:45 Uhr

Nach einem tollen Samstag in Frankfurt, der zwar windig und frisch war, aber dennoch ein schöner Herbsttag, beginnt heute meine Wanderung auf dem Jakobsweg von Koblenz nach Trier. Leider beginnt der Tag heute eher trüb und wolkig – nichts mehr zu spüren vom schönen Herbstwetter. Trotzdem geht es nach einem guten Frühstück bei Freunden in Frankfurt kurz nach 9 los auf den Weg Richtung Koblenz-Stolzenfels, wo ich nach gut einer Stunde angekommen. Das Auto hat dann auch damit sein Ziel für die nächsten Tage erreicht.

Für mich geht dagegen der Weg jetzt los. Vom Rheinufer startend geht der Weg zunächst eine gute Viertelstunde bergauf zur Burg Stolzenfels, vor der ich gerade eine kurze Pause mache, um diese Zeilen zu schreiben.

Die Burg selbst ist leider um diese Zeit geschlossen, so dass ich nicht hineingehen kann. Damit hat sich mein Zeitplan natürlich extrem für den heutigen Tag entspannt, denn der Weg der heutigen Etappe ist doch recht lang. Meine Unterkunft für den heutigen Tag in Alken an der Mosel  ist auch bereits reserviert und so beginne ich meine hoffentlich erholsamen und trockenen Wandertage auch wenn der Wetterbericht im Moment etwas anderes verspricht.

Statt der Burgbesichtigung genieße ich nun also noch kurz den Ausblick auf den Rhein (ein einziges und letztes Mal für diese Tour) und dann heißt es Rucksack auf und los geht’s! Petri Heil!

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12 Uhr:

Nach einem gut 1-Stündigen kontinuierlichen Aufstieg bin ich jetzt in den Höhen der Hunsrück angekommen und mache eine kurze Rast bei den Resten eines römischen Merkurtempels. Der Tempel lag zu römischer Zeit an einer Verbindungsstraße, die den Rhein mit Trier verbunden hat. Der Aufstieg hat zumindest den Kreislauf in Schwung gebracht und mir die eine oder andere Schweissperle trotz der kühlen Temperaturen abgerungen. Von daher habe ich mir diese Rast auch verdient. Der Weg hierher heisst übrigens Pastorenpfad, da sich früher zwei Orte einen Pastor teilen mussten und dieser immer auf diesem Weg am Sonntag zwischen den Gemeinden gependelt ist. Heute habe ich ihn aber nicht getroffen 🙂 Jetzt gibt es noch schnell ein Stück Brot und etwas Wasser und dann geht es auch schon weiter.

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13:10 Uhr

Wieder Zeit für eine kurze Rast. Nach dem Merkurtempel ging es schon bald raus aus dem Wald und durch Wiesen teilweise mit Obstbäumen. Mein Mittagessen bestand dann daher auch aus 2 leckeren Äpfeln, die wiedermal beweisen, dass ein reifer Apfel aus einer alten deutschen Sorte besser ist, als all die Neuzüchtungen, denn diese beiden Äpfel machten trotz meiner Allergie mir keine Probleme. Die letzten Meter führten dann vorbei an einem Hügelgrab und einigen Pferden, die genauso wie ich den Blick auf die Rheinlandschaft genießen konnten. Das Wetter hat sich dazu auch noch etwas aufgeklart.

Jetzt verlasse ich dann auch das Rheingebiet und es geht weiter auf dem Höhenverbindungsweg von Rhein und Mosel. Auf geht’s!

14:50 Uhr:

Endlich wieder eine kleine Bank an der ich für ein paar Minuten Rast machen kann. Aber ich bin auch schon ein gutes Stück voran gekommen und befinde mich nun schon auf dem Abstieg zur Mosel.

In der Zwischenzeit habe ich einen kurzen Blick auf das höchste Bauwerk in Rheinland Pfalz werfen können: den Sendemasten des SWR.

 

Irgendwann hatte ich dann auch die A61 überquert und von dort begann dann die zweite Häfte der Tagestour.

 

Diese ging erstmal ein ganzes Stück bergab, allerdings nur, um im Anschluss umso steiler wieder bergauf zu gehen. Mein Bedarf an Aufstiegen ist damit für heute auch gedeckt. Gerade gab es dann zur Stärkung nochmal ein kleines Stück meines selbstgebackenen Brotes was hier nach den Wanderkilometern gleich nochmal so gut schmeckt.

Und damit geht es jetzt auf nach Alken und seiner Burg Turant! Hier noch ein paar Bilder von diesem Tourabschnitt:

18:00 Uhr:

Hiermit endet mein erster Tag auf dem Moselcamino. Erfolgreich bin ich in Alken angekommen. Auf dem Weg dorthin gab es noch die Wallfahrtskirche Bleidenberg zu sehen nach deren Besichtigung es  runter nach Alken durch die Moselberge ging.

 

Der Abstieg zur Mosel gleicht dabei einem Kreuzweg und führt durch einen wunderschönen Weinbergshang mit toller Aussicht auf die Burg Turant. Hier konnte ich auch das erste mal ein paar wenige Weintrauben probieren, die zuckersüß und lecker waren. Etwas überrascht war ich, dass jetzt Anfang Oktober noch so viel Wein an den Weinstöcken hängt. Aber die Erntezeiten von Wein sind ja stark unterschiedlich je nach Rebsorte und der Riesling hier ist wohl etwas später dran.

 

In Alken selbst habe ich dann noch einen kleinen Rundgang gemacht u.a. zur St. Michaels-Kirche, die wirklich schön ist.

Die Burg bin ich dann aber nicht mehr hoch, da ich für heute genug hatte und die Burg auch nicht mehr so lang geöffnet war. Von daher bin ich zu meinem heutigen Quartier gegangen. Es ist zwar sehr einfach, reicht aber für eine Nacht aus. Es hatte den Charme der 60er Jahre…

Wichtiger war dann schon das leibliche Wohl und so bin ich noch in eine Winzerstube an der Mosel gegangen und habe dort neben einem Gläschen Wein eine leckere Winzersuppe und eine Winzerbrotzeit gegessen. Zum Schluss gab es noch einen Kaffee, wo ich mir dann auch bei dieser Gelegenheit meinen Pilgerstempel geholt habe.


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Autor:Jens Koopmann