Über den Wolken…

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So oder so ähnlich muss es wohl ausgesehen haben, wenn man auf dem Flügel einer Concorde bei bestem Wetter gestartet wäre. Allerdings wäre es auch reichlich leichtsinnig, sich bei einem Überschallflugzeug auf dem Flügel aufzuhalten, denn bei einer Maximalgeschwindigkeit von über 2.400km/h hätte sich nichts und niemand hier halten können.

So entstand die Aufnahme dann auch nicht bei einem Flug mit der Concorde (leider war mir dies bis zum letzten Flug 2003 nicht gegönnt), sondern im Technikmuseum in Sinsheim, wo eine der 18 verbleibenden Concordes ausgestellt ist. Die in Sinsheim ausgestellt Concorde hat das Kennzeichen F-BVFB und war bis zu ihrer Verrentung im Einsatz bei Air France, dem einzigen Betreiber der Concorde neben British Airways.

Zum Zeitpunkt ihrer Einstellung war die Concorde bereits ein sehr altes Flugzeug. Die ersten Flüge wurden bereits 1969 durchgeführt nach einer voran gegangenen 7 jährigen Entwicklungszeit. Es dauerte aber weitere 7 Jahre, bis der erste Linienflug 1976 durchgeführt werde. In den folgenden 3 Jahren wurden insgesamt 20 Concords gebaut (darunter 4 nicht-Serienmodelle) und damit endete dann auch schon die Produktionszeit.  Die lange Zeit zwischen Entwicklung und Einsatz im Linienverkehr ist u.a. durch die Ölkrise Anfang der 70er Jahre zu erklären, welche die ohnehin schon exorbitanten Betriebskosten nochmals steigerten und damit die Fluge unrentabel machten. Hinzu kam, dass zeitweise die USA den Betrieb von Überschallflugzeugen über ihrem Hoheitsgebiet verboten, weshalb die interessanten Transatlantikflüge zunächst unmöglich waren. Weit über 70 bestellte Concordes wurden in Folge dessen storniert.

Die Concorde ist aber auch ein Kind des Kalten Krieges und des Wettstreits Ost gegen West. So ist die Concorde das Gegenstück zur russischen TU-144. Auch davon steht ein Restexemplar im Technikmuseum Sinsheim und so kann man beide Maschinen direkt im Vergleich besichtigen. Dabei fällt der russische „Charme“ der TU-144 noch mehr auf als sonst…

Für die Aufnahme hier habe ich nach einem Blickwinkel gesucht, die ausgestellte Concorde so zu fotografieren, dass man nicht wahrnimmt, dass es sich um ein Austellungsstück handelt. Auf der Treppe hinauf zum Flugzeug ergab sich dabei der Blick über die Flügel hin zum Cockpit mit dem Himmel im Hintergrund. So konnte ich die Illusion erreichen, das Flugzeug befände sich tatsächlich gerade im Flug.


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Autor:Jens Koopmann