Rhein in Flammen Koblenz 2015

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Vor etwas über einer Woche war Rhein in Flammen in Koblenz. Es ist die Veranstaltung mit dem größten Schiffsfeld Europas – über 70 Schiffe versammelten sich auf dem Rhein, um dem Feuerwerk bei der Festung Ehrenbreitstein zu folgende.

Das Feuerwerk am Rhein gibt es in Koblenz bereits seit 1756 und auch die Veranstaltung Rhein in Flammen jährte sich bereits zum 60. Mal in diesem Jahr. Grund genug, um dort zum Fotografieren hinzufahren.

Leider war es an dem Samstag insgesamt bewölkt und windig, was für den Abend schonmal nicht optimal war. So konnte ich keinesfalls drauf hoffen, dass im Himmel noch ein Rest der blauen Stunde zu finden sein würde und der Wind machte auch das Wasser auf dem Rhein noch unruhiger, als es durch die Strömung eh schon ist.

Als Standort hatte ich mir die Pfaffendorfer Brücke ausgeschaut, da man von hier sowohl den Schiffskorso, als auch das Feuerwerk sehen konnte. Von allen anderen Standpunkten konnte man nur das eine oder andere gut sehen. Das Feuerwerk selbst war um 23 Uhr, doch ich war bereits kurz nach 21 Uhr auf der Brücke, um mir einen Platz zu sichern. Dabei traf ich auch noch auf einige Gleichgesinnte.

Dann kam aber kurz nach 10 die böse Überraschung – die Brücke ist während des Feuerwerks für Fußgänger gesperrt!

Was nun? Wir mussten zumindest mal bis hinter die Absperrungen zurück. Es blieb aber noch etwas Platz am rechten Ufer der Brücke, von dem sowohl die Festung als auch die Schiffe zu sehen waren. Also war der Standort gefunden.

Fotografiert habe ich parallel mit 2 Kameras. Die Olympus hatte das 12-40mm drauf und die Panasonic GX7 ein Fisheye. Das hier gezeigte Bild entstand mit dem Fisheye.

Am Ende kamen aber doch einige Widrigkeiten zusammen:

  • Die Langzeitbelichtungen führten dazu, dass die Schiffe verschwommen sind, da sie sich in der Strömung bewegt haben
  • Der dunkle bewölkte Himmel führte zu einem sehr hohen Kontrast und einem schnellen Überbelichten des Bildes
  • Durch den Standort war das Feuerwerk nur ein einem Punkt und noch horizontal mehr im Bild verteilt

Letzlich war für das Endergebnis doch noch einige Arbeit in Lightroom und Photoshop notwendig. Hier eine kurze Beschreibung was ich nacheinander gemacht habe:

  1. Selektion aller Bilder mit dem gleichen Bildausschnitt
  2. Angleichung des Weißabgleichs für alle Bilder
  3. Anheben der Schatten auf +100 und Absenken der Lichter auf -100
  4. Anpassung der Weißwerte
  5. Übergabe aller Bilder an Photoshop als Ebenen
  6. Festlegung des Basisbildes für den Vordergrund. HIer habe ich das Bild genommen, bei dem die Schiffe am schärfsten abgebildet waren. Dieses Bild wurde durch eine Ebenenmaske auf den Vordergrund reduziert.
  7. Festlegung des Basisbildes für den Hintergrund. Dies war das Bild mit dem dichten Goldregen
  8. Nun habe ich noch geschaut, welche anderen Feuerwerksbilder passend sind. Hier war zunächst das kleine explosionsartige Feuerwerk direkt über der Festung. Diese habe ich mittels Ebenmaske ausgewählt und dann mit den anderen Ebenen zusammengesetzt. Als Überblendmodus habe ich „Hellere Lichter“ gewählt
  9. Ein weitere Teil kam von dem kleinen hellen Punkt im Goldregen. Diese wurde ebenfalls ausgewählt und mittels „Hellere Lichter“ eingeblendet
  10. Zuletzt war noch der etwas ausladendere Teil einzufügen. Dieser war tatsächlich nicht ganz so groß. Um ihn jedoch aus dem Goldregen hervortreten zu lassen, habe ich ihn um einiges vergrößert und dann mit den restlichen Ebenen zusammengefügt
  11. Danach ging es zurück nach Lightroom, so ich nochmals Lichter, Schatten, Weiss- und Schwarzpunkt angepasst und die Gesamtbelichtung etwas angehoben habe
  12. Zuletzte habe ich den Weissabgleich im Himmel etwas kälter eingestellt und dort auch etwas mehr entrauscht

Es war recht viel Nachbearbeitung, aber nur so ließ sich der Eindruck des Feuerwerks wirklich auf ein Bild bringen.


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Autor:Jens Koopmann