Reisebericht – New York, DC und die Südstaaten der USA – Teil 25: Die Sintflut verabschiedet uns

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Wie schnell doch die Zeit vergeht. Heute war schon unser letzter Urlaubstag und 3,5 Wochen vergingen irgendwie doch wieder wie im Flug. Trotzdem blieb uns auch heute noch etwas Zeit, da wir erst um 9 Uhr Abends fliegen sollten. Da es ein langer Tag werden würde, haben wir am Morgen erstmal ausgeschlafen. Ich bin halb 9 aufgestanden, habe dann gefrühstückt, Milly ihr Frühstück aufs Zimmer mitgebracht und danach am Tagebuch geschrieben, während Milly noch bis um 10 Uhr weitergeschlafen hatte.

Als ich aufstand, war das Wetter entgegen der Vorhersage noch ganz gut, doch schon bald zog es sich mehr und mehr zu und als Milly schließlich aufgestanden war, regnete es draußen in Strömen. Es schien fast, als wollte uns das Wetter bereits auf Deutschland vorbereiten.
Gegen 11 Uhr waren wir dann soweit fertig, dass wir aus dem Hotel ausgecheckt hatten und das Auto beladen war. Dann ging es zum letzten Ziel der Reise, welches wir uns noch anschauen wollten. Es ist das älteste Gebäude des USA und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Nun stellen sich zwei Fragen: wie kann das älteste Gebäude älter sein als die erste Stadt der USA (St. Augustine wurde 1513 gegründet) und wie kann das älteste Gebäude älter sein, als die Entdeckung Amerikas (1492)?
Die Antwort ist ganz einfach. Das älteste Gebäude ist ein Kloster und dieses Kloster ist umgezogen. Tatsächlich wurde es im 12. Jahrhundert gebaut und tatsächlich ist alles original, nur wurde es ursprünglich nicht in Amerika gebaut, sondern in Spanien. Erst im 20. Jahrhundert kam das Gebäude in die USA.
Zunächst sind wir aber erstmal dorthin gefahren, was länger als gedacht dauerte, da noch ordentlich Stau war und so brauchten wir für die 16 Meilen doch fast 45 Minuten. Als wir ankamen waren wir dann auch erstmal enttäuscht, denn am großen Tor stand klar und deutlich „Closed. Please come tomorrow.“ Für uns sollte es aber hier kein Morgen mehr in Miami geben. Wir wollten schon fast wieder abfahren, aber ich sag noch andere Leute hier auf dem Parkplatz und entschloss mich, zumindest 1-2 Bilder von außerhalb der Anlage zu machen. Dabei sah ich dann auch, dass entgegen der Aussage am Tor am kleinen Nebenhaus das Schild auf „Open“ stand. Also haben wir unser Glück doch noch versucht und in der Tat war das Museum offen, wie auch das ganze Kloster.
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Zurück also zur Geschichte. Im 12. Jahrhundert erbaut diente das Kloster Bernard de Clairveaux fast 700 Jahre lang Mönchen bevor es 1830 zu einem Lagerhaus in Spanien verkam. 1925 wurde der US-Millionär William Randolph Hearst auf das Gebäude aufmerksam und kaufte es. Damit er auch was davon hatte und nicht immer nach Europa reisen musste, sollte das Kloster seinem Eigentümer folgen. Man trug also alles Stein für Stein ab, verpackte es in Kisten und verschiffte alles in über 11.000 Kisten in die USA. Doch Hearst sollte nicht viel von seinem Kloster haben, denn schon kurz nach der Ankunft in den USA ging ihm das Geld aus und das Kloster landete in einem Lagerhaus, wo es 26 Jahre einstauben sollte, bis 1952 nach dem Tod von Hearst zwei Geldgeber die Steinsammlung kauften und etwas über 1,5 Jahre und 1,5 Mio. USD investierten, um das Puzzle zusammenzusetzen. Wie bei einem Ikea-Schrank blieben dabei jedoch einige Teile übrig, von denen man bis heute nicht weiß, wohin sie gehören.
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Seit 1964 ist das Kloster dann schließlich wieder ein kirchlicher Ort an dem der Glauben bis heute praktiziert wird.
Wir sind dann noch ein wenig durch die hübsche Anlage gegangen, die von mehr Katzen im Moment bewohnt ist, als von Menschen. Und obwohl alles hübsch ist, ist es doch eher ein Kuriosum, als dass es einen Europäer wirklich vom Hocker reißen sollte. So hatten wir aber auch das mal gesehen und können nach dieser Reise mit Fug und Recht behaupten, im ältesten Gebäude Amerikas gewesen zu sein.
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Bevor wir gegangen sind, habe ich auch noch einen Waschbär gesehen, der unsere Wildtiersammlung dieser Reise vervollständigte.
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Nach diesem letzten Stop sind wir ein letztes Mal nach Miami Beach gefahren, aber nicht mehr, um uns etwas anzuschauen, sondern um noch ein letztes Mal schön essen zu gehen. Dazu mussten wir uns aber erstmal durch den immer stärker werdenden Regen kämpfen. In Miami Beach standen mittlerweile viele Straßen schon z.T. unter Wasser und es war schwer trockenen Fußes durch die Gegend zu laufen, auch wenn es vom Parkhaus, wo wir das Auto ließen, nur wenige hundert Meter bis zum Restaurant waren. So kamen wir dann auch gut durchnässt im Pelikan-Café an.
Für unser letztes Ma(h)l hatten wir dann nochmal richtig zugelangt. Zunächst gab es 2 (nichtalkoholische) Cocktails. Dann hat Milly einen sehr leckeren Fisch mit Krabbenfleischfüllung und Käsesauce gegessen und ich hatte Hummer mit Shrimps und Kartoffelpürree.Zum Nachtisch gab es dann noch Chocolate-Lava-Cake für Milly und Key Lime Pie für mich. Es war alles super lecker und ein gelungener kulinarischer Abschluss der Reise, denn danach ging es ab zum Flughafen.
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Mit den letzten Tropfen Benzin im Tank haben wir dann auch das Mietwagenzentrum am Flughafen erreicht und haben unseren Dodge Journey nach 19 Tagen wieder abgegeben. Er hatte uns überall komfortabel hingebracht, auch wenn er sich dafür mit ordentlich Sprit belohnen ließ.
Danach sind wir zum Terminal, um uns einzuchecken. Dies geht hier nur noch am Automaten und das war eine echte Qual. Sowas unkomfortables hatte ich noch nicht gesehen. Und als Milly an der Reihe war, waren die Angestellten gute 10 Minuten damit zu Gange, zu prüfen, ob sie fliegen darf. Am Ende haben wir aber auch das geschafft und waren danach dann auch schnell durch die Sicherheitskontrolle und hatten noch gut 2,5h bis zum Abflug.
Während dieser Zeit habe ich noch etwas am Tagebuch geschrieben, denn die letzten Tage war ich etwas nachlässig gewesen. Schließlich haben wir die letzten Dollar noch ausgegeben.
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Danach ging es dann mit dem Flieger nach London, wo wir über Nacht noch etwas Schlaf bekommen hatten. Die letzte Etappe ging dann von London wieder nach Luxemburg, um dann nach Trier zurück mit dem Zug zu kommen. Alles hatte pünktlich geklappt und so waren wir am 1. Mai um halb 9 Abends wieder daheim, glücklich aber geschafft.
Damit schließt sich nach dreieinhalb Wochen auch dieses Reisetagebuch wieder – sicher unser größtes Mitbringsel aus dem Urlaub, hält es doch all unsere Erinnerungen an diese großartige Reise fest, welche uns durch Metropolen wie New York und Miami führte, genauso wie die Geschichte der Musik in Nashville und Memphis und das Leben der Sklaven im Süden und die Tierwelt der Sümpfe und Graslandschaften. Wir haben unglaublich viel gesehen und erlebt und der Urlaub wird noch lang in unserer Erinnerung bleiben und wann immer wir wieder in diesem Reisetagebuch lesen, werden die Erinnerungen an all die Erlebnisse wieder aufgeweckt werden.
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Ich hoffe, ihr hattet Spaß, mit uns im Internet diese Reise mit zu verfolgen und vielleicht Ideen für einen eigenen Urlaub bekommen. Bis zum nächsten Reisebericht, euer Jens!

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Autor:Jens Koopmann