Reisebericht – Der Westen der USA: 20.05.2007 – Wild, wild West

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Heute gab es nur ein Ziel – Monument Valley. Nachdem mal wieder um 7 der Wecker geklingelt hatte, war ich kurz vor 8 dann soweit, aufbrechen zu können. Zum Monument Valley sind es von Page aus gute 120 Meilen, also rund 2 Stunden Fahrt. Kurz vor dem Valley habe ich dann nochmal in Kayenta meinem Auto was zu trinken gegönnt und gegen 11 Uhr war ich dann da. Noch schnell die 5 USD Eintritt gelöhnt, da es sich nicht um einen Nationalpark handelt, wo der Jahrespass gilt und dann konnte es losgehen.

Erstmal ging es auf die Buckelpiste, die jeder Besucher mit dem eigenen PKW fahren darf. Buckelpiste trifft es dabei teilweise wirklich, denn geteert ist hier nichts. Strenggenommen darf man hier auch mit dem Mietwagen nicht fahren, aber das sehen die meisten Besucher anders. Zu Beginn kommt man gleich an einigen der schönsten Felsen vorbei, die einen direkt in die Zeit der Westfilme versetzen:

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Dann kommt der Elephantenfelsen (Elephant Butte). Warum Elephant? Schaut mal genau hin!

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Im Monument Valley wurden unzählige Filme (u.a. „Spiel mir das Lied vom Tod“), Serien („Airwolf“) und Werbungen („Malboro“) gedreht. So sind die roten Töne des Sandes auch quasi zum Sinnbild für den Wilden Westen geworden.

Das nächste sind dann die 3 Schwestern (Three Sisters). Diese drei Säulen stehen so, dass sie ein W und ein V bilden. Die Navajo-Indianer meinten, dass heisst „Welcome Visitor to Wonderful Valley – have Wonderful Views“. Von der anderen Seite gelesen heisst es jedoch VW 😉

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Der nächste wichtige Stop sind dann die Totem Poles.

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Dies ist quasi das letzte Stadium des Zerfalls. Zunächst waren alles noch Tafelberge (Mesas), diese zersetzen sich durch Erosion und werden zu Buttes und dann bleiben später nur noch die Rest wie bei den Totem Poles übrig.

Dann kommen das Nordfenster (North Window) und der Daumen (The Thumb):

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Ansonsten hier noch ein paar weitere Bilder von der Offroad-Tour:

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Nachdem ich mit der Rundfahrt fertig war, hatte sich mein Auto umweltbewusst als Feinstaubsammler betätigt 😀

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Die Rundfahrt hatte ca. 2h gedauert und dann sollte eigentlich um 15 Uhr mein heutiger Ausflug beginnen, an dessen Ende eine Übernachtung in einem traditionellen Indianer Hogan stehen sollte. Nach einigem Rumfragen fand ich dann heraus, dass die Tour erst 16:15 Uhr startet. Leider war es da aber schon zu spät, um noch den einen Wanderweg zu laufen. Also etwas Zeit, um Postkarten zu schreiben und etwas im Reiseführer zu blättern.

Kurz nach 4 ging es dann auch wirklich los, wobei ich noch von einer Reisegruppe von 12 Personen (Österreicher, Holländer, Deutsche, Dänen und Australier) begleitet wurde. Ich war allerdings der einzige, der im Anschluss noch die Übernachtung hatte. Los ging es nochmal mit einer Tour durch das Valley, wobei neben den Punkten, die ich bereits vormittags besichtigt habe, die aber jetzt in anderem Licht waren auch ein paar Abseitspfade besichtigt wurden. Hier ein paar Bilder davon:

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Das Sonnenauge:

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Felsmalereien:

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Das Ohr des Windes:

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Dann ging es zum Abendessen, wo dann auch etwas Indianerfolklore dargeboten wurde. War auf jedenfall interessant und man hat auch einiges über ihre Kultur erfahren. Die Navajo sind insgesamt 300.000 Stammesangehörige und besitzen das größte Indianerreservat in den USA. Mit dem Tourismus beginnt jedoch wie so oft, so auch hier der Zwiespalt zwischen Kultur und Kommerz.

Nach dem Essen ging es dann zurück und ich bin ab zum Hogan Camp, wo ich heute mit Isomatte und Schlafsack schlafen sollte. Vor dem Schlafen hatte sich dann auch noch einer der Indianer etwas über die Hogan-Kultur mit mir unterhalten. Hogans bestehen aus einem Holzgerüst und sind dann mit Lehm bedeckt. Nur oben ist eine Öffnung, die auch immer offen bleibt. Der Hogan symbolisiert dabei Mutter Erde. Die Öffnung in der Mitte ist die Verbindung zum Vater Himmel. Der Hogan ist von seiner Bedeutung der Mutterbauch, aus dem man jeden Tag aufs Neue geboren wird und durch den Ausgang seinem Schöpfer entgegen tritt. Noch heute sind viele Hogans in Gebrauch, auch wenn die Indianer in Häusern wohnen. Die Hogans werden aber noch für Festlichkeiten genutzt.

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Und damit ging auch wieder ein Tag vorrüber.

Fazit:

  • Ein schöner Tag, nur schade, dass ich die Wanderung nicht geschafft habe
  • Hatte mir das Valley aber schon größer vorgestellt.

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Autor:Jens Koopmann