Reisebericht – Der Westen der USA: 18.05.2007 – Von Pferdefüßen, Seen die keine sind und vergessenen Steinen

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Ein ultralanger Tag geht zu Ende, aber nicht, ohne noch ein paar Zeilen für das Blog zu schreiben. Nachdem ich heute mal um 7 aufgestanden bin (damit ich mich auch ja nicht an eine Zeit gewöhne) ging es dann kurz vor acht vom South Rim am Grand Canyon weg. Der Weg aus dem Nationalpark führte mich entlang des East Rims, natürlich nicht ohne ein paar ( 😀 ) Fotostops. In der Morgensonne sind die Aussichtspunkte am East Rim wirklich toll und die Aussicht ist meiner Meinung nach viel besser als am touristischeren South Rim. Hier noch ein paar Bilder, damit ihr wisst, wovon ich spreche:

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Danach hieß es dann Abschied nehmen vom Grand Canyon, nicht aber von tollen Landschaften. Nachdem ich kurz durch ein Gewitter gefahren bin, gab es einen kurzen Fotostop beim Little Colorado Navajo Park. Die Indianer lassen sich den Besuch auf ihrem Land mit 2 USD bezahlen, also nicht die Welt. Vor die Fotos haben die Häuptlinge dann aber noch einen kleinen Indianermarkt gestellt, wo man neben Schmuck auch Tomahawks und Pfeile kaufen kann – Credit Card accepted. Allein die Vorstellung einen Tomahawk mit der Visa zu bezahlen…. Indianer sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, allerdings hatte ich auch gerade keine Verwendung für derlei Geräte. Hier aber noch ein Bild von dem kleinen Zwischenstop:

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Da ich am East Rim schon mehr Zeit verbracht habe als geplant und der letzte Zwischenstop auch nicht geplant war, habe ich dann erstmal ein wenig Gas gegeben, bis ich kurz vor Page war. Der Nachmittag hatte begonnen und es war kurz nach 1 als ich am Horseshoe-Bend, einer Schleife des Colorado angekommen war. Im Reiseführer stand, es ist ein Weg von gut 500m vom Parkplatz bis zur Schleife. Tatsächlich waren es aber ca. 1,2km pro Wegstecke. Dafür wurde ich dann aber auch mit einer tollen Aussicht belohnt.

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Und hier war auch der Moment gekommen, wo ich meine Weitwinkellinse mal wieder hätte knutschen können. Während alle anderen sich entscheiden mussten, welche Ende der Schleife sie nur halb drauf bekommen, hab ich einfach abgedrückt und alles drauf gehabt. Es sollte aber nicht das einzige Mal heute sein, dass ich dankbar für das Objektiv war.

Danach ging es wieder zurück zum Parkplatz. Der Weg ist recht beschwerlich, da er über einen Hügel führt und es durchweg nur Sand auf dem Weg gibt.

Danach ging es erstmal weiter zum nächsten Tagesstop, dem Glen Canyon Damm. Da die Sonne gerade gut stand, habe ich erstmal ein paar Fotos gemacht und dank dem Weitwinkel, passte auch hier alles (geradeso) aufs Bild drauf.

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Danach habe ich noch die kleine Führung mitgemacht. Leider konnte man wegen Wartungsarbeiten nicht in den Damm hinein. Hier muss ich also auf den Hoover Damm hoffen, um auch das mal zu sehen. Die Vorbereitungen zum Bau des Dammes wurden 1956 begonnen. Zunächst wurde die Brücke errichtet, die einen vorher knapp 300km langen Umweg auf eine Minute verkürzte. Im Hinblick auf die Höhe ist der Glen Canyon Damm nur wenig kleiner als der Hoover Damm, hinsichtlich der Masse übersteigt er den Hoover Damm jedoch. Beiden produzieren in etwa gleich viel Strom.

Der Damm staut den Colorado auf. Der aufgestaute Bereich ist der Lake Powell, der also eigentlich gar kein See ist. 1983 kam es sogar einmal zu einer Zwangsflutung, da der Lake Powell vollgelaufen war. Heute markiert der See jedoch fast 25m unter dieser Marke. Gekostet hat der Damm seinerzeit rund 300 Millionen USD, durch den produzierten Strom, wurden jedoch bis heute knapp 2,1 Milliarden USD eingenommen.

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Danach war es dann halb vier und der Tag ja eigentlich noch recht jung. Also was tun? Im Besucherzentrum des Damms fand sich der Hinweis auf einen Wanderweg zu den Toadstools bzw. White Hoodoos. Ich hatte davon schon im Internet gelesen (wenn diese auch irgendwie an einer leicht anderen Stelle waren) und da die Zeitangabe von 1,5 bis 2h (inkl. der knapp 2,5km Wanderung) angab, passte dies doch prima. Also ab knapp 40km nach Norden in den Bundesstaat Utah. Dort angekommen das Auto abgestellt und ab auf den Weg. Es handelt sich dabei um keinen präparierten Wanderweg sondern um einen teilweise recht stolprigen Weg mit immer wieder kleinen Klettereinlagen.

Hier ein Bild vom Weg:

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Nach gut 20 Minuten kam ich dann in einem Tal an, wo ich einen große Formation und zwei kleinere Entdecken konnte. Die Große hatte was von einem Kamel gehabt.

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Die Landschaft war zwar toll, weil total unwirklich, aber irgendwie hatte ich auf mehr Hoodoos gehofft. Komisch war vor allem das Laufen, da der Boden immer nachzugeben schien, da es nur lockeres Gestein ist.

Dann bin ich noch ein Stück weitergegangen, nur um sicher zu gehen (ich durfte ja auch nicht die Orientierung verlieren, denn Ausschilderungen gab es nicht) und siehe da, ich habe noch ein paar tolle Hoodoos gefunden 😀 .

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Die Hoodoos sind Steinsäulen, auf denen noch ein Stein liegt. Der Stein wurde dabei nicht etwa von Touristen oder Parkrangern aufgestellt, sondern die Formation hat sich ganz natürlich gebildet, da die unterschiedliche Felsschichten unterschiedlich schnell erodiert sind. So kommt es zu diesen komischen Gestalten.

Auch die Landschaft an sich war einfach nur toll, da sie so ganz unwirklich war.

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Als die Sonne dann weg war wollte ich wieder zurück und natürlich einen anderen Weg gehen. Nach einiger Zeit kam ich jedoch an eine Stelle, wo ich zwei Mal knapp 1,5m nach unten musste. Das erste Mal ging schonmal alles glatt. Beim zweiten Mal musste ich mich aber gleichzeitig durch einen kleinen Felsspalt zwängen und das ganze mit Kamera. Und auch diesmal hat es – fast – geklappt. Eine große aber sonst recht harmlose Schürfwunde an der rechten Ellenbogen-Innenseite wird mich wohl die nächsten 1-2 Wochen begleiten – aber immerhin blieb die Kamera schadlos.

Dann ging es wieder Richtung Page. Da die Sonne dort wieder gut stand, bin ich nochmal zum Horseshoe Bend gefahren und habe nochmals die Tortour durch den Sand auf mich genommen. Und das alles für Fotos – man bin ich beknackt…

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Auf dem Weg zurück zum Auto haben dann noch 2 Schlangen meinen Weg gekreuzt, mich aber für nicht bisswürdig befunden.

Nach einem Tankstop und einem kleinen Einkauf im Walmart bin ich dann ins Hotel. Das America Best Value Inn ist recht zentral und für den Preis top. Immerhin habe ich sogar Internet hier. Jetzt ist aber auch Feierabend für heute, denn das Programm für Morgen ist auch nicht klein. Gute Nacht.

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Autor:Jens Koopmann