Reisebericht – Der Westen der USA: 17.05.2007 – Exploring Grand Canyon

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So, ich bin gerade mal zu einer kurzen Verschnaufpause aufs Zimmer, bevor es gleich wieder los geht zu meinem Rundflig über den Grand Canyon. Aber zumindest schonmal etwas Zeit, um ein paar Zeilen zu schreiben – spart Zeit heute Abend. Der Wecker klingelte heute um 5:30 Uhr. Ich war zwar nicht ganz ausgeschlafen, aber es ging. Gegen 6 Uhr war ich dann bereit, den Canyon zu erklimmen. Also ab zur Busshuttle-Station und schon ging es los. Die ersten Stationen (wo ich gestern schon zu Fuss unterwegs war) sind im Morgenlicht eher ungünstig. Erster Stop war daher der Hopi Point. Hier hatte man auch im Morgenlicht eine gute Aussicht, auch wenn es noch etwas diesig war und vor allem recht frisch, weswegen ich den Schatten, wann immer möglich, gemieden habe.

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Danach ging es mit dem nächsten Bus zum Mohave Point. Auch hier war die Aussicht am Morgen sehr schön.

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Von hieraus bin ich dann zur nächsten Station die gut 2km gelaufen, schließlich bin ich ja nicht zum Busfahren hier (zumal ich Busfahren ja nicht sonderlich mag). Der Teil des Nationalparks, in dem ich jetzt bin, ist das South-Rim, sprich das Südende. Zwischen dem Südende und dem Nordende liegen im Durchschnitt 16 km Luftlinie. Mit dem Auto sind es aber über 200 km zu fahren. Der Ausschnitt des Canyons, den man hier sieht, ist eigentlich winzig im Vergleich zum Gesamtcanyon, der eine Länge von fast 450 km besitzt. Die durchschnittliche Höhe beträgt dabei am Southrim ca. 2100 m. Das Alter des Canyons wird auf ca. 6 Millionen Jahre geschätzt. Aber genug der Informationen, es ging also zu Fuß weiter bis zur Abyss-Haltestelle. Hier auch ein paar Bilder von unterwegs.

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Von dort ging es erstmal wieder eine Station mit dem Bus, denn nochmal 5km laufen ohne was im Magen zu haben wollte ich dann doch nicht. Am Pima Point bin ich dann wieder ausgestiegen und auch hier haben sich wieder gute Fotogelegenheiten geboten und es fand sich sogar ein weiterer Touri, der ein Beweisfoto von mir gemacht hat.

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Von hier ging es dann nochmal knapp 2 km zu Fuß weiter bis zur Endhaltestelle Hermits Rest. Auch hier wieder ein paar Fotos:

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Beim Hermits Rest habe ich mir erstmal ein Sandwich gegönnt und etwas Studentenfutter für unterwegs. Dann ging es mit dem Bus zurück und mit einem anderen Bus weiter zum Visitor Center. Dort kam ich gerade noch rechtzeitig an, denn um 10:30 Uhr sollte eine kurze Rangervorführung sein, wo die Entstehung des Grand Canyons dargestellt wird. Das ganze dauerte eine gute halbe Stunde únd wurde sehr lebhaft und spannend vorgetragen. Für mich auf jeden Fall ein paar interessante Hintergrundinfos. Wen es interessiert, hier eine kurze Zusammenfassung:

Früher war hier ein Meer und durch absterbende Meerestiere sammelten sich Kalkschichten am Boden an, die zu Kalkstein wurden. Später wich das Meer. Durch den Zusammenstoß zweier Erdplatten schob sich eine der Platten unter die amerikanische Platte und schob sich bis zum Colorado Plateau (wo der Grand Canyon ist) vor. Da die Platte hier nicht weiter kam, drückte sie das Plateau (was es damals noch nicht gab) nach oben. Dann entstanden die Rocky Mountains und durch ihr Schmelzwasser der Colorado. Dieser konnte sich nun recht einfach über die Jahrmillionen durch die Sedimente durcharbeiten. Dabei war seine Wassermenge selten mehr als heutzutage. Die restliche Formung des Grand Canyon übernahm dann die Erosion. Früher war die Höhe des ganzen Plateaus fast doppelt so hoch. Obwohl der Canyon erst vor gut 6 Millionen Jahren entstand, sind einige Steine bereits 1,3 Milliarden Jahre alt.

Nach dem Rangertalk ging es dann vom Visitor-Center auf dem gut 3,5km langen Weg wieder zurück. Und auch hier ein paar Bilder von dem Spaziergang:

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Was ich recht beeindruckend fand, war, das rege Naturleben im Canyon, neben Hasen, Mäusen und Eichhörnchen fanden sich auch Rehe, Ziegen, Condore, Bussarde, viele Krähen, kleine Echsen und einiges Kleinvieh mehr. Jetzt bin ich gegen 13 Uhr halt wieder im Zimmer gewesen und habe schnell diesen Bericht geschrieben, denn es geht auch schon wieder auf zum Flughafen für den Rundflug. Der Rest folgt dann später… So jetzt bin ich wieder da, die Bilder sind auf dem Laptop und der letzte Akt des Tages ist noch dieser Bericht. Na dann mal los. Vorhin ging es also zum Rundflug. Dazu muss man aus dem Nationalpark raus und gut 10 Minuten fahren. Da ich jedoch (wie so oft) überpünktlich war, habe ich erstmal in Tuyasan nach einem Hotel gesucht, dass einen WLAN-Hotspot hat. Und mit dem Best Western hatte ich auch gleich beim ersten Versuch Glück. Also erstmal kurz die Mails gecheckt, dann einen Bericht ins Blog gestellt und noch die Bilder von gestern hochgeladen. Dann habe ich noch die Bilder vom Joshua Tree NP in den Bericht eingebunden und schon war es Zeit zum Flughafen zu kommen. Dort ging es dann pünktlich kurz vor 4 los. Das Flugzeug hatte 6 Reihen mit je 3 Sitzen. Der in der Mitte hat zwar Sicht nach beiden Seiten, ist aber fotografisch in den A**** gekniffen. Ich hatte Sitz 1A also ganz vorne am Fenster. Das Flugzeug wird zwar als superruhig beworben, dass man quasi gar nicht merkt, dass man fliegt, davon habe ich jetzt aber nicht allzu viel mitbekommen, denn es hat schon ganz ordentlich geschaukelt.

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Die Ausblicke waren aber toll, zumal andere Teile des Canyons überflogen wurden, als die am South Rim. Im Bereich den Rims sind Flugzeuge seit einiger Zeit nicht mehr erlaubt, da es zu viele Zwischenfälle (sprich Abstürze) gab. Auch wir sind durch ein Gewitter geflogen, was das Komfortgefühl nicht gerade in den Himmel steigen ließ. Hier ein paar Bilder vom Flug, wobei gerade das erste Bild zeigt, was mich gestern so beeindruckt hatte, nämlich wie sich der Canyon quasi aus dem Nichts aus der Waldlandschaft auftut:

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Nach dem Durchgeschüttel ging es dann wieder in den Park und zu einer kurzen Verschnaufpause, da Draußen der Regenschauer von vorhin jetzt den Park erreicht hatte. Danach ging es aber nochmal raus, um mit etwas Glück noch ein paar Bilder bei Abendsonne zu erhaschen, schließlich war die Luft durch den Regen gut gereinigt. Nach einem guten Sonnenuntergang sah es dank der Wolken aber wieder nicht aus. Und so habe ich noch gut 1,5h ein paar Bilder geschossen, und wie immer hier eine kleine Auswahl:

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Und damit geht ein ganzer Tag am Grand Canyon vorbei. Morgen verlasse ich den Canyon dann über die Ostroute, wo es noch ein paar Aussichtspunkte gibt. Hier aber schonmal ein Fazit:

  • Rund 460 Fotos
  • Zum ersten Mal an den Canyon zu kommen war wirklich überwältigend, da er sich wie aus dem Nichts auftut
  • Der Rundflug war auch lohnenswert, passt aber nur, wenn man wie ich schon am Vorabend etwas Zeit im Canyon hatte

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Autor:Jens Koopmann