Reisebericht: Von Stars, Flowerpower und Gletschern – Eine Alaska-Kreuzfahrt. Teil 1: Start in Los Angeles

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Schon einige Jahre ist es her – genaugenommen war es 2006 – als ich diese Reise unternommen habe. Bislang bin ich jedoch nicht dazu gekommen ein wenig über diesen tollen Urlaub zu schreiben und dies möchte ich mit der kommenden Serie nachholen. Damals wollte ich als erstes Mal in meinem Leben eine Kreuzfahrt unternehmen und dabei sollte es auch noch in eine Gegend gehen in die man nicht alle Tage kommt – nach Alaska. Das ganze ließ sich auf einer zweiwöchigen Kreuzfahrt kombinieren mit Stationen in Los Angeles und San Francisco (eigentlich auch Seattle, darüber aber später mehr).

Doch bevor der Urlaub richtig losgehen konnte, war erstmal die lange Anreise an die Westküste der USA nach Los Angeles zu überwinden. Gute 16h Flug lagen hinter mir, als ich endlich in LAX gelandet bin und mich dort mein Shuttle erwartet hat, was mich direkt nach Downtown Los Angeles gebracht hat in das Westin Buenaventure Hotel. Dieses Hotel ist das größte der Stadt und ein beeindruckender Glaspalast. Recht schnell hatte ich mein Zimmer bezogen – eine geräumige Suite und habe erstmal kurz den Ausblick aus dem Fenster genossen – Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hatte mich zum zweiten Mal willkommen geheißen.

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Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte und es gerade mal früher Nachmittag war, beschloss ich die Zeit hier zu nutzen und mich gleich raus zu begeben und nach Hollywood zu fahren. Ich war zwar todmüde, aber jetzt schlafen zu gehen wäre noch schlimmer gewesen, schließlich musste ich ja in den neuen Zeitrhythmus hineinkommen.

Also ging es raus aus dem Hotel. Draußen angekommen befand ich mich direkt im Gewimmel der Wolkenkratzer wieder. Das war Downtown – aber nicht Hollywood. In Downtown findet man weniger Touristen, sondern mehr das Geschäftsleben. Die Touristen zieht es eher nach Hollywood, Santa Monica, Venice oder andere Teile der Stadt. Also musste ich erstmal schauen, wie ich nach Hollywood komme. Der naheliegendste Weg war, die U-Bahn zu nehmen, also habe ich mich auf den Weg gemacht. Zuvor jedoch noch ein Bild vom Hotel und dem nahegelegenen Marriott Downtown:

Als nächstes kam ich an der Public Library of Los Angeles vorbei – einer der größten öffentlichen Bibliotheken der Welt mit über 6 Millionen Büchern. Das Gebäude wurde 1926 eröffnet und bei seiner Konstruktion hat man Anleihen bei den Ägyptern genommen. Von 1986 bis 1993 war die Bibliothek in Folge eines schweren Feuers geschlossen, ist aber heute wieder geöffnet.

Vorbei an einem hübschen alten Backsteingebäude kam ich dann wenig später an der Metrostation 7th Street an, wo ich meinen Kurztrip ins nordwestlich von Downtown gelegene  Hollywood begann.

Ausgestiegen bin ich wieder an der Station Hollywood Highland, welche ziemlich im Zentrum des Hollywood-Boulevards liegt.

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Dieser Stadtteil, der im Jahr 1900 gerademal 500 Einwohner hatte ist heute mit seinen über 200.000 Einwohnern zum Sinnbild der amerikanischen Filmindustrie geworden. Bei seiner Gründung lag es noch gute 16km von Los Angeles weg und es war eine zweistündige Reise notwendig, um die entlegene Gemeinde zu erreichen. Doch bereits 1910 war es dann soweit und Hollywood wurde nach L.A. eingemeindet, nicht zuletzt, da Los Angeles über eine gute Wasserver- und Abwasserentsorgung verfügte. Auf dieses Jahr datiert auch die Benamung des Hollywood Blvd.

Direkt an der Kreuzung zur Highland Avenue liegt auch das Ripley’s Believe it or Not mit dem markanten Saurier auf dem Dach. Ein Besuch in diesem Kuriositäenkabinett  ist immer eine gute Idee – nur nicht nach 16h Flug…

Gottseidank war hier auch gerade eine Promotion für einen Energydrink – gerade rechtzeitig, denn ich wurde langsam müde.

Nur wenige Meter entfernt Richtung Westen liegt der Masonic Temple – der Tempel der Freimaurer in Los Angeles. 1921 zogen die Freimaurer in das Gebäude, welches eines der massivsten und am besten ausgestattetsten war in Hollywood. 1923 kam dann noch ein großer Ballsaal hinzu. Früher gab es auch noch einen Tunnel von hier zum Grauman’s Chinese Theatre, dieser ist heute aber versiegelt. Während der Wirtschaftskrise 1929 brauchten auch die Freimaurer zusätzliche Einnahmen und so vermieteten sie einen Teil des Gebäudes an einen Club. Bis 1970 waren die Mitgliederzahlen dann derart geschrumpft, dass das Erdgeschoss erneut vermietet wurde, diesmal an ein Restaurant. 1982 wurde das Gebäude dann schließlich verkauft. In der Folge war es dann ein Theater und später ein Club.

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Heute gehört das Gebäude zum Disney-Konzern und wird für Veranstaltungen und Fernsehsendungen genutzt.

Auf der Gegenüberliegenden Seite befindet sich ein großes Shoppingcenter, welches nicht der Erwähnung wert wäre, wenn es nicht architektonisch so beeindruckend wäre: Das Hollywood and Highland Center. Die Architektur ist einer Filmszene in Babylon entlehnt was das große Portal und die Elefantenstatuen erklärt. Aber nicht nur der Blick nach Oben lohnt sich hier, sondern auch auf dem Boden, denn wie eine Schlange windet sich ein Mosaik durch das Center, auf der in anonymen Zitaten berichtet wird, welches Weg Menschen in der Traumfabrik Hollywood genommen haben. Das ganze nennt sich „The road to Hollywood: How some of us got here“ und endet an einer Casting Couch von der man – wie sollte es anders sein – auf das Hollywood-Zeichen blickt. Eine Auflistung aller Geschichten in dem Mosaic gibt es auf der Webseite der Künstlerin Erika Rothenberg.

Direkt neben dem Center steht das Gebäude in dem das jährlich größte Spektakel in Hollywood stattfindet: die Verleihung der Academy Awards (Oscars). 2001 eröffnet ist das Kodak Theatre seitdem der Austragungsort der Veranstaltung. Das knapp 3400 Leute fassende Theater begrüßt einen mit einer Eingangstreppe an deren Säulen jeweils die Preisträger für den besten Film der vergangenen Jahre genannt sind. Die letzten Reihen sind noch leer und bieten Platz für die Sieger der kommenden Jahre.  Die Geschichte der Filmindustrie in Hollywood geht zurück ins Jahr 1909 als das erste Studio eröffnet wurde. Nur sechs Jahre später wurden die meisten Filme in den USA hier gedreht. Von Glamour war jedoch zu dieser Zeit noch nicht viel zu spüren, denn rund um die Studios war das meiste Land noch Agrarland.

Heute sind die meisten Studios längst nicht mehr in Hollywood, wohl aber noch einige Nebenbereiche wie Sound- und Specialeffects.

Direkt vor dem Theater gibt es eine weitere Attraktion zu besichtigen. Es ist wohl die längste Attraktion in Los Angeles: der Hollywood Walk of Fame. Fast 2500 Sterne sind mittlerweile in den Boden eingelassen, um die Größen von Film Funk und Fernsehen zu ehren. Ingesamt gibt es 5 verschiedene Arten von Sternen: Film, Fernsehen, Musik, Radio und Theater/Comedy.

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Neben diesen Sternen gibt es noch ein paar besondere Sterne, wovon die bekanntesten jene sind, die in Gedenken an die Opfer der Apollo 13 Mission errichtet wurden.

Und wieder ging es nur wenige Schritte weiter auf dem Hollywood Boulevard, bevor die nächste Sehenswürdigkeit wartete. Es ist das Grauman’s Chinese Theatre, ein 1926 eröffnetes Kino von Sid Grauman, der bereits zuvor in Downtown das Million Dollar Theatre und in Hollywood das Egyptian Theatre gegründet hatte. Bekannt ist das Gebäude insbesondere durch seinen Vorplatz, an dem Stars ihre Handabdrücke hinterlassen haben.

Führungen durch das Gebäude gibt es, aber ich hatte damals nicht so viel Zeit, um mich hier anzustellen. Insofern habe ich lieber etwas den Straßenkünstlern zugesehen, welche es hier wie Sand am Meer gibt:

Nun ging es wieder zurück in Richtung Highland Avenue und von dort auf der anderen Seite des Hollywood Boulevards weiter, wo sich unter anderem das Wachsmuseum und das Guinnesbook of World Records – Museum befinden. Noch ein paar Schritte weiter befindet sich dann auch Grauman’s Egyptian Theatre.

Zurück an der Highland Avenue war ich zwar langsam wirklich müde, wollte aber noch einmal zur Universal City, einem Bereich vor dem Universal Studios Freizeitpark.

Nach nur wenigen Minuten war ich dort angekommen. Der CityWalk in der Universal City ist ein Einkaufs- und Unterhaltungskomplex, der nicht wirklich viel Geschichte zu bieten hat. Allerdings bietet er einige schöne Fotomotive, insbesondere dann, wenn die Sonne langsam untergegangen ist, was zu dem Zeitpunkt fast der Fall war.

Nun war es auch wirklich Zeit wieder den Heimweg anzutreten. Es war mittlerweile Abend geworden und ich musste ja noch zurück nach Downtown. Also bin ich wieder mit der Metro gefahren, nicht aber ohne einen weiteren Stop beim Hollywood Boulevard, den es auch noch bei Nacht zu fotografieren galt. Und hierbei kam ich ich auch noch zu zwei schönen Fotos vom El Capitan Theatre (ein Kino aus den 20er Jahren) und einem Bild vom Grauman’s Chinese Theatre.

Schließlich bin ich kurz vor 10 Uhr Abends wieder im Hotel gewesen, schlapp, müde, geschafft, aber glücklich über alles, was ich an diesem Tag noch entdecken konnte. So bin ich dann auch verdient ins Bett gefallen und habe selig meine letzte Nacht an Land verbracht.

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Hier noch eine Karte mit den Bildern von heute:

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Autor:Jens Koopmann