Reisebericht Kreuzfahrt in die Karibik – Mittwoch, 25.04.2007 – Verschollen im Bermuda-Dreieck – Teil 1

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Mit einer Schlangenlinienfahrt durch die 50 Inseln der Bemudagruppe kamen wir nach 2 Seetagen wir Mittwoch morgen in Hamilton, der Hauptstadt Bermudas an. Nachdem die Nacht recht kurz war, kam die erste positive Überraschung gleich beim Frühstück an Deck. Es war mit 24 Grad und einer schön trockenen Luft sehr angenehm (vor allem im Vergleich zur Karibik mit ihrer schwülen Luft) und das gute Wetter sollte und auch für die 1,5 Tage, die wir hierbleiben, erhalten bleiben.

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Eigentlich waren für den ersten Tag zwei Touren geplant – morgens eine kurze Stadtführung und nachmittags eine Fahrt mit einem Glasbodenboot. Letzte fand jedoch nicht genug Teilnehmer, so dass sie auch auf den Morgen gelegt. Damit musste ich mich für eine der Touren entscheiden, was dann die Stadttour war.

Die Stadttour dauerte ca. 1:15h und war recht interessant. Hamilton war nicht immer Hauptstadt von Bermuda. Vielmehr war St. Georges für lange Zeit die Hauptstadt. Das Hauptgeschäftsfeld der Insel war die Schiffsplünderei und Piraterie. Dies war auch offiziell geduldet und es mussten lediglich Steuern auf die erbeuteten Güter gezahlt werden. St. Georges, die damalige Hauptstadt lag jedoch etwas außerhalb, so dass viele die Steuern prellten. Daraufhin beschloss Gouverneur Henry Hamilton 1793 die zentraler gelegene Stadt Hamilton zu gründen und machte sie 1815 zur neuen Hauptstadt.

Die erste Station der Stadttour war das Senatsgebäude. Das Politsystem Bermudas wurde aus Großbritannien übernommen. Beschlüsse werden demnach vom Unterhaus vorbereitet, gehen dann durch den Senat und müssen schließlich dem Premier vorgelegt werden. Das Unterhaus besteht aus 36 Mitgliedern, jeweils 4 aus den 9 Bezirken Bermudas. Bermuda ist auch heute noch nicht ein unabhängiger Staat sondern ein Außenposten von Großbritannien.

Hier das Senatsgebäude mit einem Denkmal für die Gefallenen im ersten Weltkrieg:

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Und hier das Unterhaus:

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Anschließend gibt es vorbei an der Wesley Methodist Church zur Kathedrale von Hamilton. Mit der Kathedrale erhielt Hamilton im 19. Jahrhundert erstmals Stadtstatus. Das Alter der Kirche täuscht dabei, da sie älter aussieht als sie tatsächlich ist. Man kann auch auf den Kirchturm hinaufsteigen (dazu aber mehr im Bericht vom Tag 2 auf Bermuda).

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Dann ging es weiter zum Rathaus der Stadt. Das Rathaus stammt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Bürgermeister von Bermuda zu sein, ist jedoch nicht unbedingt ein finanziell einbringlicher Job. Um genau zu sein, es ist eine freiwillige und unbezahlte Arbeit.

Im Gebäude befindet sich ein leicht misratenes Bild der englischen Königin.

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Die letzte Station des kurzen Rundgangs war Perrot Post Office. Diese Post ist bereits außerhalb der Stadt und hier wurden die ersten Briefmarken von Bermuda in Umlauf gebracht. Neben dem Gebäude ist ein hübscher Garten.

 

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Anschließend hatte ich ja Freizeit dank dem abgesagten zweiten Ausflug. Ich habe mir dann für 12 USD einen Tagespass für die Fähren und Busse der Insel gekauft.

Mit der 12 Uhr-Fähre ging es dann erstmal nach St. Georges. Den Tipp habe ich an Board von einem Gast erhalten und er sollte sich als gut herausstellen. Nach gut zwanzig Minuten hielt die Fähre kurz im Royal Naval Dockyard. Doch diese Station war jetzt noch nicht auf dem Plan, da der Fährbetrieb nach St. Georges bereits recht früh am Nachmittag eingestellt wird.

St. Georges ist eine hübsche kleine Stadt. Mein kurzer Rundgang führte zunächst zum King’s Square, wo das Rathaus steht.

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Nächster Stop war King Street, wo einige der älteren Gebäude stehen. Am Ende der Strasse steht das State House. Es wurde zu Beginn des 17. Jhd. gebaut und war der Sitz des Gouverneurs, als die Stadt noch Hauptstadt war. Das Gebäude hat sehr dicke Wände und war bereits auf Verteidigung ausgerichtet.

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Weiter ging es entlang der hübschen Water Street. Nächste Station war St. Peter’s Church.

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Es ist die älteste Kirche der Insel und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zuvor wurde 1714 die ursprüngliche Kirche in einem Hurrikan zerstört. Sollte man auf dem kleinen Spaziergang auch mal gesehen haben.

Letzter Stop war die Unfinished Church (die unvollendete Kirche). 1874 sollte die St. Peter’s Kirche durch eine neuere Kirche ersetzt werden. Dabei gingen jedoch die finanziellen Mittel aus, so dass der Bau niemals vollendet wurde. Heute ist die Ruine nur noch ein Denkmal.

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Dann wollte ich mit der Fähre wieder zurück bis zum Royal Naval Dockyard. Als ich mich dann in die lange Reihe für die Fähre eingereiht hatte, stand ich da und stand und stand und stand und stand….. am Ende war die Fähre eine gute halbe Stunde zu spät. Dann ging es aber auch zügig los.

Der Dockyard ist ein alter Hafen, den man in einer guten Stunde gut ablaufen kann. Innerhalb des Forts ist eine Delphin-Attraktion und am Rande liegt ein kleiner Strand.

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Danach kommt man an einer Fabrik für Rum Cake (eine Art Rührkuchen mit einem Schuss Rum und verschiedenen Geschmacksrichtungen) und Glas vorbei. Rum Cake ist ein beliebtes, aber auch unheimlich teures Mitbringsel. 100 Gramm kosten rund 7 USD. Ich konnte mal probieren und fand nichts besonderes dran, also besser das Geld sparen und selber machen.

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Anschließend ging es weiter zur Clocktower Shopping Mall. Das ist eine kleine Shopping-Mall in einem schönen alten Gebäude aus dem Jahr 1857.

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Schließlich ging es zurück nach Hamilton wo eigentlich ein Hafenfest am Abend sein sollte. Leider kam es direkt zu Beginn zu einem tragischen Unfall, da ein Pferdegespann mit Kutsche ausgebrochen ist und in die Menschenmasse reingefahren ist. Ingesamt 19 Personen wurden verletzt wovon eine am Folgetag starb. Ein unglückliches Ende für einen ansonsten tollen Tag.

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Autor:Jens Koopmann