Reisebericht Kreuzfahrt in die Karibik – Freitag, 20.04.2007 – Curacao blue (Teil 1)

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Nach dem A der ABC-Inseln gestern ging es heute zum C nach Curacao. Curacao ist Bestandteil der Niederländischen Antillen und gehört somit zum Königreich der Niederlande. Sie ist die größte der ABC-Inseln und nur wenige Meilen von Venezuela entfernt. Über die Herkunft des Namens Curacao gibt es mehrere Varianten. Eine Vermutung ist, dass der Name vom spanischen Corazon kommt, was Herz bedeutet. Dazu muss man wissen, dass in früherer Zeit die Insel auf den Seekarten tatsächlich die Form eines Herzens gehabt hat.

Bei der Ankunft am Morgen machte sich erstmal Enttäuschung bei mir breit, denn es war total bewölkt. Außerdem dachte ich, dass das Schiff direkt in der Innenstadt von Willamstad anlegen würde, was nicht der Fall war. Aber am Ende waren es auch nur 15 Minuten zu Fuss.

Zunächst ging es aber wieder auf eine Tour und zwar diesmal zu einer Aloe-Plantage und zu einer Straußenfarm  Nach kurzer Fahrt kamen wir auf der Plantage an. Dort zeigte man uns die Aloepflanzen, die zur Gruppe der Liliengewächse gehören.

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Dann kam eine kurze Vorführung, wie das Aloe gewonnen wird. Dazu werden Blätter der Pflanze bis zu drei Mal pro Jahr abgeschnitten. Diese Blätter enthalten innen ein farbloses Gel, was das Aloe enthält. Insgesamt kann man aus 3 Blättern ca. 1 Liter Aloe extrahieren. Dies ist bemerkenswert, da die Pflanzen selbst kaum Wasser benötigen. Die erste Ernte ist nach 5 Jahren möglich und kann dann ca. 10 Jahre fortgeführt werden.

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Dann ging es in der Fabrikhalle weiter, wo die Blätter gereinigt, beschnitten und zum Schluss gepresst werden.

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Einsatzgebiete von Aloe sind Lotions zur Wundheilung oder bei Sonnenbrand, aber auch als Erfrischungsgetränk oder in der Medizin, da es ein natürliches Antibiotikum ist.

Nach der Plantage ging es anschließend fünf Minuten später weiter auf der Straußenfarm, auf der sich neben Straußen auch noch ein paar Papageien und Echsen tummelten.

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Die Straußenvögel sind schon wirklich witzig. Sie können über 30 Minuten nonstop ein Tempo von mehr als 70 Stundenkilometer laufen, in Gefangenschaft bei guter Pflege bis zu 100 Jahre alt werden und haben ein wahres Spatzenhirn – zu deutsch: die sind strohdoof 😀 . Ein Strauß glaubt z.B., dass wenn er mit dem Kopf durch ein Loch im Zaun kommt, sein ganzer Körper da auch durch passen muss – eine grobe Fehleinschätzung, aber der Grund dafür, dass die Zäune hier so engmaschig sind.

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Neben den Straußen werden Schafe gehalten, da diese das Gras fressen, dass den Straußen nicht gut tut.

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Dann musste ein Teilnehmer unserer Tour vor das Gehege gehen und die Arme ausbreiten. Da der Strauß nicht unterscheiden kann, ob du Mensch oder Strauß bist (ich sagte ja, sie sind stockdoof), ging er sofort in eine Verteidigungsposition. Dann ging unser Führer in ein Gehege und stellte sich hinter ein Weibchen. Dass dachte sofort, er sei ein paarungsbereites Männchen und hockte sich entsprechend hin. Weiter wollte der Ranger dann aber doch nicht gehen 😀

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Dann stand die Fütterung auf dem Programm. Dazu erhielten die Teilnehmer etwas Futter aus der Schale. Die Strauße waren dann ohne Rücksicht auf Verluste darauf fixiert dieses zu bekommen. Und auch manche innige Beziehung zwischen Tourist und Strauss nahm seinen Anfang 😉

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Als nächstes haben wir uns noch Straußeneier angeschaut. Diese Eier können bis zu 2 Kilo schwer werden und allein die Schale hat einen Durchmesser von 3mm. Selbst wenn sich recht schwere Amerikaner auf ein Ei stellen, bricht dieses nicht zusammen.

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Zu guter Letzt kam der Ranger mit einem drei Tage alten Strauß auf seiner Hand an. Der war zu putzig. Wir durften ihn alle mal halten und so gibt es auch von mir und dem Straußenbaby ein Zeitzeugnis (ihr dürft raten, wer der Strauss ist 🙂 ).

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Hier noch ein paar Bilder von weiteren Farmbewohnern:

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Nach diesem Teil des Ausflugs hätte es eigentlich direkt in die Stadt zurückgehen sollen, aber unsere Guides haben noch ein Extra für uns gehabt und so sind wir zur bekanntesten Fabrik der Insel gefahren. Hier wird der Original Blue Curacao hergestellt. Dieser Likör entstand durch einen Zufall. Als die Spanier die Insel eroberten, brachten sie die Valencia-Orangen mit, um sie hier anzubauen. Die klimatischen Verhältnisse auf Curacao waren hierfür jedoch völlig ungeeignet und so wurden die Orangen klein und bitter (Pomeranzen). Man fand jedoch heraus, dass sich aus diesen ein Likör herstellen lässt. Dieser gewann dann in den 70er-Jahren in einem Wettbewerb den ersten Preis, was ihm seine Bekanntheit brachte. Leider waren Imitatoren schneller am Markt als die Fabrik aus Curacao. Dies war möglich, da der Name Blue Curacao nicht schutzfähig ist (Ortsnamen können nicht als Produktname geschützt werden). Was jedoch geschützt werden konnte, war die Form der Flasche. Curacao in einer runden Flasche ist ein Original, alles andere sind nur Imitationen. Curacao-Likör ist übrigens farblos und die beigemischte Farbe (Blau, Rot, Grün und Gelb) dient nur als optischer Hingucker beim Cocktails mixen.

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Nach einer Likörprobe ging es dann zurück zum Schiff. Dort geht es dann mit dem zweiten Teil des Curacao-Berichts weiter.

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Autor:Jens Koopmann