Eine Kreuzfahrt durch Asien – Tag 4 und 5: Ein Seetag, die Halong Bay und das Red River Delta

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Dienstag, 17.03.: ein erster Tag auf See

Der heutige Tag auf See bot eine willkommene Entspannung nach den doch recht hektischen Tagen in Hong Kong.
Milly konnte sich richtig ausschlafen, während ich morgens zu einer kurzen Einführung über die Touren in Vietnam und anschließend zu einem Vortrag über Buddhismus gegangen bin. Insbesondere letzteres war sehr interessant, da es um das Leben von Buddha ging.
Auch der Rest des Tages verging schnell. Eine Kunstaktion, Improvisierte Comedy, Tagebuchschreiben und schließlich das erste Formal Dinner ließen den Tag schneller vergehen, als mir lieb war.
Auch Milly hatte den Tag mit Tanzen und Zumba gut und entspannend verbracht, so dass wir hoffentlich gut gerüstet sind für den morgigen Tag, welcher unser erster in Vietnam sein wird und wo wir die Red River Delta Tour gebucht haben.
Das Formal Dinner war dann der krönende Abschluss des Tages. Es gab Froschschenkel, Lachstatar und Hummer für mich und Milly hatte sehr gutes Lamm. Damit war der erste Seetag auch schon vorüber und mit dem sanften Schaukeln des Schiffs sind wir ins Bett gefallen.

Mittwoch, 18.03.: Halong Bay und das Red River Delta

Heute sollte unser erster Tag in Vietnam sein und dazu sind wir am frühen Morgen in die Halong Bay eingelaufen. Die Halong Bay ist sicherlich das landschaftliche Highlight dieser Reise. Mehr als 2000 Inseln liegen hier wie Felsblöcke im Meer und die Bucht ist bereits 2x zum Unesco Weltkulturerbe ernannt worden.
Für eine solche Attraktion bin ich natürlich immer bereit, auch mal etwas früher aufzustehen, um ein paar schöne Fotos bei Sonnenaufgang zu erhalten. Und so hat mein Wecker heute bereits um 5:30 Uhr geklingelt.

  

Doch die Enttäuschung ließ nicht lang auf sich warten, denn es war wieder ein komplett bewölkter Tag und ein so sollte es, bis auf ganz kurze Unterbrechungen, auch bleiben. Insofern blieben die schönen Sonnenaufgangsfotos schon mal aus und ich bin zum Frühstück getrabt. Im Anschluss wurde dann Milly geweckt, so dass wir zu unserer gebuchten Tour gehen konnten. Dabei wären wir fast noch zu spät gekommen, denn ich hatte nur gelesen, dass die Tour um 8 Uhr beginnt, nicht aber, dass der Treffzeitpunkt bereits um 7:15 Uhr war. Es war aber schon 7:45 Uhr. Gottseidank dauerte das Tendern heute etwas länger und wir hatten unseren Ausflug noch erreicht. Das wir tendern mussten hatte den einfachen Grund, dass unser großes Kreuzfahrtschiff zwar in die Fahrrinne der Halong Bay passt, aber weit und breit kein Anleger für ein solches Schiff vorhanden ist.

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Unsere Tour hatte den spannenden Namen „Red River Delta Tour“ und versprach uns eine Entdeckungsreise durch das Mündungsgebiet des Roten Flusses.
Wir waren nur eine kleine Gruppe von 8 Personen, was schon mal ganz gut war für den Anfang. Mit dabei waren auch Wilma und Andrea von unserer Tischgruppe. Und so ging es dann los mit dem Bus auf die zunächst rund 1,5h Fahrt. Unser Guide sprach zwar so etwas wir Englisch, war aber selbst für die mit uns im Bus befindlichen Australier und Briten schwer verständlich. Zudem waren seine Erklärungen nicht wirklich von hohem Unterhaltungswert – viel mitgenommen haben wir also nicht.
Der Verkehr in Vietnam ist durch die kleinen Mofas bestimmt, die quasi überall auf den Straßen sind, auch dort, wo sich manchmal gar nicht hingehören. Ansonsten muss man nur eine Regel im Straßenverkehr beachten, nämlich das es keine Regeln gibt. Abgesehen davon sollte man vor jeder Fahrt die Hupe prüfen, denn ohne Hupe hat ein Fahrzeug hier einen Totalschaden, schließlich wird mit nervösem Hupen angezeigt, dass man sich von hinten einem Fahrzeug nähert, während Dauerhupen den eigentlichen Überholvorgang einleitet.

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Wir kam unterwegs an ein paar kleineren Siedlungen vorbei. Die meisten Häuser hier sind sehr schmal und nur 1 oder 2 Stockwerke hoch. Dafür gehen sie oft weit von der Straße nach hinten ab. Diese schmale Bauweise hat ihren einzigen Grund darin, dass sich Preise und Abgaben nach der Länge der Straßenseite bemessen.
Schließlich blieben wir in einem kleinen Dorf stehen und sind mit unserer kleinen Gruppe zu einem Farmer gegangen. Hier haben wir zuerst einen vietnamesischen Grünen Tee bekommen, welcher recht bitter schmeckte und im Anschluss in Mineralwasserflaschen abgefülltes „Happy Water“ – so nennt man hier den Reisschnaps / Reiswein.
Dann sind wir kurz durch das Haus der Farmer gelaufen, in dessen Wohnraum sich ein Altar für die Verstorbenen befand und welches ansonsten nicht wirklich etwas besonderes zu sehen bot, außer das die Verhältnisse einfach, aber auch nicht wirklich ärmlich sind. Ich wusste ja aus Kenia, wie man in Afrika wohnt und das hier war in etwa vergleichbar.

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Der Farmer hier bestritt seinen Unterhalt mit dem Herstellen von Reiswein und der Zucht von Schweinen. Beides konnten wir uns auch anschauen, wobei der Reisweis natürlich interessanter war ;-).Zur Herstellung von einem Liter Reiswein, werden 10kg Reis benötigt. Der Reis wird zunächst aufgekocht und anschließend abgedeckt für eine Woche gelagert, so dass er zu gären beginnt. Anschließend wird alles wieder aufgekocht und der alkoholhaltige Dampf abgefangen und in Flaschen abgefüllt.
Neben Reis wird hier auch Soja angebaut. In einem zweiten Haus konnten wir dazu eine kurze Demonstration sehen, wo Sojabohnen unter Zugabe von Wasser gemahlen wurden. Der wässrige Brei wird dann zunächst in einem Behälter aufgefangen und danach filtriert, so dass das Wasser wieder weg ist und nur noch die Bohnenbestandteile übrig sind. Der dann verbleibende Bohnenbrei wird in eine Form gegeben, und das fertige Produkt ist dann Tofu.

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Im Anschluss sind wir noch kurz durch das Dorf gegangen, in dem sich auch ein paar Reisfelder befanden. Unser Guide wusste aber weiterhin nicht allzuviel zu erzählen. Auch bei den Farmern musste er bei allem nachfragen und konnte kaum etwas selbst beitragen.
Am Ende des Dorfspaziergangs war eine noch recht neue Pagoda zu sehen, bevor es von hier zurück zum Bus zum Bus ging.

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Damit endete dann auch schon der Part der Tour in dem wir das ländliche Red River Delta entdecken sollten, denn nun ging es weiter nach Hai Phong, der drittgrößten Stadt Vietnams – einer Hafenmetropole mit über 3 Millionen Einwohnern – wo wir zunächst ein Hotel angesteuert hatten, um dort Mittag zu essen. Das Essen selbst war ok, aber auch sehr touristisch und sich nicht als authentisch zu bezeichnen. Im Nachhinein, sollte es aber einer der besseren Punkte der Tour sein.

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Danach ging es weiter zu einem kleinen Tempel weiter. Unser Guide wusste auch hier nicht allzu viel zu erzählen, außer, dass der Holzbau rund 400 Jahre alt ist. Aus diesem Grund sind im Inneren auch noch chinesische Schriftzeichen zu finden, obwohl sonst in Vietnam heutzutage die lateinischen Buchstaben verwendet werden. Der Tempel an sich war sehr schön und vor allem die Holzschnitzereien sehr prachtvoll. Vor dem Altar werden von den hier Betenden Opfergaben gebracht, meist in der Form von Früchten, aber auch Bierdosen sind erlaubt, wie wir hier feststellen sollten. Diese Opfergaben werden hierher gebracht, aber oft dann auch wieder mitgenommen. So wie wir es verstanden haben, geht es mehr um die Bereitschaft, das Opfer zu erbringen, als es tatsächlich zu leisten.

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Nach dem kurzen Stopp sind wir dann auch wieder in den Bus gestiegen und kurz durch die Stadt zur Du Hang Pagoda zu fahren. Diese wurde bereits im 7. Jahrhundert (Wikipedia spricht eher vom 10./11. Jahrhundert) errichtet. Da das Neujahrsfest in Asien gerade erst gefeiert wurde und das Land sich nur im Mondmonat (Lunar Month) befindet, sind hier viele Menschen zum Gebet gewesen. Die meisten kommen jeden Tag für mehrere Stunden hier hin, insbesondere die Frauen.
Der Tempel ist nicht so reich verziert, wie jene in Hong Kong und alles ist sehr wuselig und weniger besinnlich, aber es war insgesamt ein sehenswerter Halt, auch wenn unser Guide seine Redseligkeit auch hier weiterhin stark im Zaum gehalten hat.

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Das sollte es dann aber auch schon gewesen sein, denn von hier ging es dann wieder die fast 2h Fahrt zurück zum Schiff. Insgesamt waren wir doch alle recht enttäuscht von dem Ausflug, was ich auch in unserem Feedback-Bogen vermerkt hatte. Man hätte die Tour sicher sehr interessant gestalten können und ein besserer Guide wäre der Schlüssel dazu gewesen, denn gerade die Tempel in Hai Phong waren durchaus schön. Auch der Rundgang bei dem Bauern war nicht per se schlecht, aber man merkte halt trotz der kleinen Gruppe extrem, dass hier ein Programm abgespult wurde und der Guide eher den Feierabend, als seine Gäste im Hinterkopf hatte.  Ich hoffe mal, dies sollte ein Ausrutscher auf der Reise sein und die nächsten Ausflüge in den kommenden Tagen werden wieder besser.
Wieder auf dem Schiff, haben wir uns beide erstmal ausgeruht, bzw. ich habe noch schnell das Tagebuch geschrieben. Danach habe ich den Touren-Schalter noch über unsere heutige Tour informiert und ihnen gesagt, dass sie diese Tour besser in der Form nicht mehr anbieten sollten. Den Rest des späten Nachmittags haben wir dann relaxed und im Wesentlichen mit Lesen verbracht.
Zum Essen bin ich heute nur allein gegangen, denn Milly hat keinen Hunger gehabt. Dank unserer 6 Tischnachbarn war es aber dennoch wieder unterhaltsam gewesen und wir hoffen nun, dass unsere morgige Tour durch die Halong Bay mit dem Boot besser sein wird als die heutige Tour.

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Autor:Jens Koopmann