Reisebericht Kenia 2014 – Teil 8: Verkehr auf Kenianisch

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Das Trommeln des Regens auf unser Bungalowdach weckte uns heute Morgen früh aus dem Schlaf, noch rechtzeitiger, als es eigentlich notwendig gewesen wäre, um, wie geplant um 7 Uhr loszufahren.

Ich bin dann um 6 Uhr aufgestanden, habe mich schnell frisch gemacht und die letzten Sachen gepackt, bevor ich mit dem schweren Koffer schon mal zu Rezeption gegangen bin, um unsere Zimmerrechnung für die Getränke der 2 Tage zu begleichen.

Die Rechnung war allerdings noch nicht fertig, da der Barmann von gestern es bis jetzt noch nicht geschafft hatte, die 3 Getränke aufzuschreiben und an die Rezeption weiterzugeben. Also musste man den Barmann suchen und als er dann endlich kam, merkte ich auch, warum er wohl gestern nicht mehr zum Erstellen der Rechnung kam, denn als wir gegangen waren, war er wohl gleichzeitig Barkeeper und sein bester Gast, zumindest eilte ihm seine Fahne bereits voraus. Die Lodge war an sich wirklich schön, nur ihre Lage 20km außerhalb des Parks und ein recht schlechtes Management machen sie in meinen Augen nicht wirklich zu einer Empfehlung. Sollten wir nochmal nach Amboseli kommen, werden wir sicher woanders übernachten.

Nachdem die Rechnung endlich bezahlt war, bin ich noch schnell frühstücken gegangen. Milly hatte sich entschieden, wie gestern das Frühstück ausfallen zu lassen und stattdessen etwas länger zu schlafen. Verpasst hat sie auf jeden Fall nichts, denn 2 Scheiben halbverbrannten Toast mit etwas abgepackter Marmelade und ein liebloses Omelette rissen auch mich nicht vom Stuhl. Aber immerhin hatte ich was im Magen.

So sind wir dann bei strömendem Regen pünktlich um 7 Uhr abgefahren. Durch den Regen war natürlich auch heute Morgen der Kilimanjaro nicht zu sehen und damit auch die letzte Chance darauf vorbei. Es war fast, als sollte der Regen auch der Rausschmeißer für die Safari sein. Immerhin kam er aber erst jetzt und nicht wie vor unserem Urlaub angekündigt die ganze Woche schon, insofern sollten wir uns besser nicht beschweren.

Es dauerte wieder gute 1,5h bis wir den Highway nach Mombasa erreicht hatten und noch immer schien der Regen nach allen Seiten kein Ende zu nehmen. Glücklicherweise war aber der Verkehr am Morgen noch nicht so stark, so dass wir zunächst noch gut vorankamen.

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Nach einer Weile lagen dann links und rechts die beiden Tsavo Nationalparks und wir waren doch ein wenig froh, dass wir heute nicht auf Pirsch mussten, sondern nur noch das Ziel Diani Beach, 30km südlich von Mombasa, hatten.

Unterwegs sahen wir – wie schon vorgestern – wieder jede Menge waghalsiger Überholmanöver und auch einige Trucks, deren Überholversuch missglückt war. So lagen an einer Stelle gleich 2 Trucks auf der Seite: einer links, der andere rechts der Fahrbahn.

Teilweise war es sogar so nass gewesen, dass die Fahrbahn komplett unter Wasser stand und wir nicht wussten, wie tief es tatsächlich war. Hinzu kam, dass die Straße zunehmend in einem schlechteren Zustand war, bis kurz vor Mombasa.

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All dies bremste zwar unsere Fahrt etwas, aber alles in allem kamen wir immer noch ganz gut voran.

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So ging es dann bis fast kurz vor Mombasa, bis sich auf einmal eine nicht enden wollende Schlange von LKW bildete – Stau!

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Doch in Kenia heißt dies nicht, dass alle steht. Wer konnte, fuhr links neben der Fahrbahn, oder ist einfach im Gegenverkehr weitergefahren. Da es nicht wirklich weiter zu gehen schien und Joseph heute noch den langen Weg zurück bis Nairobi vor sich hatte, haben auch wir uns dem Chaos angeschlossen und sind mal im Gegenverkehr, mal in den Schlammlöchern links der Fahrbahn gefahren. Es war schon eine ziemlich absurde Situation und hätte ich sie nicht auf Video und Foto festgehalten, würde ich es selbst nicht glauben.

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Trotzdem hatte es fast eine Stunde gedauert, bis wir uns an der Verkehrslawine vorbei geschleust hatten und am Ende haben wir keinen Grund gesehen, warum der Stau überhaupt da war. Dafür hatte ich aber genug Zeit, dass wuselnde Treiben entlang der Straße zu beobachten, denn allein und zu Fuß würde ich mich wahrscheinlich hier nie hin trauen, denn Mombasa und seine vorgelagerten Viertel sind seit den Anschlägen der jüngsten Vergangenheit nicht mehr wirklich als sicher eingestuft.

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Nachdem wir den Stau hinter uns gelassen hatten, ging es dann wieder schneller vorwärts bis zur Innenstadt, in der wir alle dringend eine Toilettenpause an einer Tankstelle einlegen musste. Die Toilette war allerdings so keimig, dass ich wirklich nur aufgrund des dringenden Bedürfnisses mich dort reingewagt hatte.

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Erleichtert ging es dann den restlichen Weg durch die Stadt, bis zur Fähre. Um in den Teil südlich von Mombasa zu kommen, wo auch Diani liegt, muss man erst mit der Fähre einen Meeresarm überqueren. Dies ging aber problemlos und danach hatten wir auch schon das Treiben der Stadt hinter uns gelassen und es wurde wieder ruhig auf der Straße, so dass wir nach einer halben Stunde schließlich am Southern Palms Beach Resort, unserer Bleibe für die kommenden 7 Tage angekommen waren.

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Damit hieß es dann aber auch Abschied nehmen von Joseph, der uns sicher die letzte Woche durch alle Gefahren und Widrigkeiten manövriert hatte und zudem ein super Guide und toller Typ war. Daher fiel die Verabschiedung auch herzlich aus und ein letztes Abschiedsfoto dient als Erinnerung an diese schöne Tour.

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Apropos schön: dies war auch unser Hotel, welches direkt am Strand liegt und zudem über eine sehr schöne Poollandschaft verfügt. Wir mussten uns aber dringend nach der langen Fahrt erstmal frisch machen und hatten dann nur noch die Kraft, zum Essen zu gehen, wobei wir einen alten Bekannten wiedergetroffen haben, der uns schon 2011 in Mwazaro Beach begegnet war: das Buschbaby.

Nach dem Essen haben wir dann noch ein wenig im Zimmer entspannt, bevor auch dieser Tag zu Ende ging. Wir war also unsere Safari?

Sie war auf jeden Fall anders als 2011. Diesmal waren wir nicht zur Hochsaison hier und die extreme Trockenheit in den vergangenen Wochen hat dafür gesorgt, dass viele Tiere in andere, nicht so einfach zu erreichende Ecken geflüchtet sind. Insofern mussten wir diesmal viel mehr suchen, um etwas zu sehen. Trotzdem haben wir aber eine Menge entdecken können.

Jeder Park hatte dabei etwas Besonderes zu bieten. In Samburu war es die tolle Landschaft und die Erlebnisse, die wir hier mit den Elefanten hatten, sowie die vielen Vögel, die es zu sehen galt. In Sweetwaters hatten wir die beste Unterkunft du das Panorama des Mount Kenya im Hintergrund, doch die Landschaft des Reservats war eher unspektakulär. In Ambosli waren es abermals Elefanten, die das Highlight waren auch wenn uns der Blick auf die Spitze des Kilimajaro verwehrt blieb. Am Ende bleiben viele schöne Erinnerungen an die letzte Woche und rund 2500 Fotos, die als Souvenir mit nach Hause kommen.

Die nächsten Tage ist nun Entspannung am Meer angesagt, doch einen oder zwei Ausflüge werden wir sicher noch unternehmen.

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Autor:Jens Koopmann