Reisebericht Kenia 2014 – Teil 7: Wolken über dem Kilimanjaro

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Montag, 01.12.2014 – Wolken über dem Kilimanjaro

Heute war schon der letzte Tag unserer Safari gekommen, denn morgen soll es direkt nach Mombasa bzw. Diani Beach gehen, wo wir dann erstmal eine Woche Strandurlaub machen. Aber zuvor gab es noch einiges am heutigen Tag zu sehen, wenn auch nicht den Kilimanjaro. Mein erster Blick nach dem Aufstehen ging sofort erstmal aus dem Fenster und es verbreitete sich sogleich etwas Enttäuschung in mir, denn es war draußen komplett bewölkt. Immerhin aber war es trocken.

Milly hat das Frühstück heute sausen lassen, damit sie etwas länger schlafen konnte. Dies war sicher nicht die schlechteste Entscheidung, denn das Frühstück war, wie schon das Essen gestern, eher als durchschnittlich zu bezeichnen.

Pünktlich halb Acht ging es dann los. Heute sollten wir den ganzen Tag in Amboseli bleiben, weshalb Joseph für uns Lunchpakete geordert hatte. Nach einer halben Stunde über die Buckelpiste, waren wir dann auch im Park angekommen. Unterwegs konnten wir noch sehen, wie die Maasai gerade ihre Herden nach draußen auf die Weideflächen trieben, denn über Nacht werden die Tiere in der Mitte ihrer Manyatta (so heißt die umrandete Siedlung einer Gruppe) gehalten, um sicher vor Wildtieren zu sein.

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Die Maasai sind einer der wenigen Stämme in Kenia, auf die die westlichen Bräuche bislang kaum Einfluss haben. So gelten immer noch die alten Stammesregeln, nach denen z.B. eine Frau nicht sehr viele Rechte hat. In einer Sache haben sie sich aber mit dem Kenya Wildlife Service geeignet. Man ist übereingekommen, dass die Maasai nicht, wie üblich, einen Löwen oder ein Wildtier töten, sofern es eines ihrer Herdentiere getötet hat. Dies würde den eh schon geringen Bestand der Wildtiere noch weiter dezimieren. Stattdessen erstattet der Kenya Wildlife Service die verlorenen Tiere. Dies führt dann aber in der Regel zur Aussage der Maasai, dass die getötete Kuh gerade schwanger war (dann müssen auch 2 Tiere ersetzt werden) oder aber sogar mit 2 Kälbern schwanger war (d.h. 3 Tiere zu ersetzen). Nachprüfen kann das keiner, denn zu dem Zeitpunkt ist das Tier meist schon verspeist durch seinen Jäger. Dumm sind die Maasai also definitiv nicht.

Aber sie sind auch stolz. Wenn es bei einer großen Dürre zu warm ist, so dass die Tiere keine Nahrung mehr finden, so denken sie gar nicht daran, die Tiere zu verkaufen. Stattdessen hoffen sie jeden Tag erneut auf Regen, bis die Tiere schließlich am Ende sind und sterben.

Aber zurück zu Amboseli. Im Park angekommen sind wir wieder der langen schnurgeraden Straße gefolgt, bis ich oben auf einem Baum einige Nester und Vögel entdeckte. Bei genauerer Betrachtung haben wir dann festgestellt, dass es Geier waren, welche hier oben in den Bäumen ihre Nester haben. Da wir bislang auf der Tour noch keine Geier gesehen hatten, konnten wir also schon mal die erste Neuentdeckung des Tages verbuchen.

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Mit einem weiteren Neuling sollte es dann direkt weitergehen, denn ein gutes Stück weiter fanden wir eine Hyäne, die sich gerade sattgefressen hatte. Man sah noch das Blut an ihrer Schnauze und ihren Pfoten, nur das Opfer war nicht mehr zu sehen. Der Großteil der Nahrung einer Hyäne besteht im Übrigen aus Knochen, weswegen der Kot auch weiß ist und damit gut zu erkennen. Hyänenkot hatten wir auch schon in Sweetwater gesehen an jenem Punkt, wo die Flusspferde sein sollten.

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Andere Autos, die an diesem Ort standen hatten auch die Jagd gesehen und das Opfer war wohl eine Thompson-Gazelle. Quasi als Nachtisch befanden sich direkt in ihrer Nähe noch zwei weitere Gazellen. Hyänen sind zwar eigentlich nachtaktiv, weswegen wir sie bislang auch nur einmal kurz in 2011 gesehen hatten, doch wenn sie Hunger haben, jagen sie auch am Tag. Und genau, sie jagen, denn Hyänen sind nicht nur Aasfresser, wie man allgemein denkt, sondern auch ein brutaler Jäger.

Als nächstes passierten wir einige Gnus, eine Gruppe Büffel, sowie 2 Kraniche, bevor wir auf eine Gruppe von Warzenschweinen trafen. Es war vier Erwachsene und vier ganz junge Tiere, welche aber – wie so oft – recht schnell wegliefen, weswegen sich uns nur der Blick von hinten bot.

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Ein Silberrückenschakal zeigte sich in der Ferne, war aber auch zu schnell weg. Dies ist eine Unterart, des Streifenschakal, den wir bislang immer gesehen hatten.

Danach konnten wir nochmal von recht nah zwei Geier auf einem Baum sehen – wirklich schön ist irgendwie anders…

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Wirklich schön dagegen war der nächste Vogel, der sich hinter einem Busch versteckte und den ich erst beim Blick zurück sah. Es war ein brauner Adler, doch bevor ich ihn noch sitzend fotografieren konnte, hob er auch schon ab und flog davon. Dafür habe ich aber ein schönes Foto vom Take-off und eines nach seiner Landung auf einem entfernten Baum bekommen.

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Dann dauerte es rund 20 Minuten, bis wir überhaupt wieder etwas sehen sollten. Insofern setzte sich die Tradition der letzten Tage fort. Diesmal war es wieder ein Schabrackenschakal gewesen, der in der Ferne durch die Wüste spazierte und die Tierlosigkeit beendete.

Doch damit war es das dann auch schon wieder, denn nun tat sich für fast eine halbe Stunde erstmal nichts. Bis auf einzelne Gazellen hier und da, gab es einfach nichts zu sehen. Dann aber besserte sich das Bild und den Anfang machten 2 Strauße. Sie sollten nicht die einzigen bleiben, denn in den kommenden Minuten sollten wir noch viel mehr von Ihnen sehen.

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Wir waren jetzt wieder in der Sumpflandschaft von Amboseli angekommen und so gab es hier überall Wasser, zumal es auch gestern ordentlich geregnet haben muss. Das ist für die Tiere sehr gut, die so gute Lebensbedingungen im sonst trockenen Amboseli vorfinden.

Zwischendurch haben wir natürlich immer mal wieder ein paar Gnus, Antilopen und Zebras gesehen, aber hier habe ich oft nur im Vorbeifahren noch ein Foto gemacht.

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Ein nächster Stopp war dann eine neue Storchenart, der Sattelstorch, welcher hier in feuchten Gegenden heimisch ist. Charakteristisch ist sein schwarz, rot, gelber Schnabel. Am gleichen Platz gab es auch noch eine Gruppe von Pelikanen, bei denen ich einige im Flug fotografiert habe.

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Direkt danach sahen wir eine Gruppe von Gnus, welche durch einen kleinen Fluss gesprungen sind, was quasi eine Minivorstellung dessen war, was sich jedes Jahr im August in der Maasai Mara abspielt, wo über eine Million der Tiere den Mara River queren.

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Es war wieder nur ein kleines Stück, bis es was zu sehen gab. Zum zweiten Mal heute sollten es Hyänen sein, diesmal aber keine einzelne, sondern gleich eine Gruppe von Fünf. Eine davon fühlte sich dann auch gemüßigt aufzustehen und in einem Anfall von Übermut ist sie auf die nahestehenden Gnus zugelaufen – allein natürlich ein sinnloses Unterfangen. Dies hatte sie anscheinend auch noch gemerkt und schaute irgendwann verdutzt zurück, warum ihr denn keiner von den Kollegen gefolgt ist. Diese haben sich nur etwas gewundert und waren nicht in Jagdlaune.

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Wir sind dann wieder ein Stück weiter am Sumpf entlang gefahren und haben nach 5 Minuten ein einsames Flusspferd gesehen. Während wir also in Sweetwater am Hippopoint nichts gesehen haben, bekamen wir hier schließlich doch noch unser Hippo zu Gesicht. Es war auch nicht allein, denn etwas entfernt im Wasser lagen noch ein paar Artgenossen. Wir sind hier einen Moment geblieben, bis auch unser nahes Hippo das kühle Nass der immer wärmer werdenden Sonne vorzog.

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Nun war es auch für uns Zeit den kleinen Flusslauf, der den Sumpf durchläuft, zu überqueren. Die Brücke war dabei eher eine Ansammlung spitzer Steine, so dass Joseph äußerste Vorsicht walten lassen musste, damit uns nicht die Reifen kaputt gingen. Von der Brücke aus, hatte ich aber auch den Blick auf einige Ibis-Vögel, welche direkt hier im Wasser standen.

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Danach ging es dann ein Stück über die Ebene, auf der die Gnus vor dem mit Regenwolken immer dunkler werdenden Himmel ein schönes Bild abgaben.

Als nächstes kam eine Gruppe von Straußen, die diesmal sogar wenig für uns gelaufen sind, anstatt nur langweilig rum zu sitzen, wie ihre Artgenossen zuvor.

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Dann war aber erstmal wieder eine Durststrecke angesagt, auf der es außer den immer dunkler werdenden Wolken nichts zu sehen gab.

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Ein echtes Tageshighlight folgte aber kurz darauf, denn im Sumpf watete eine größere Gruppe von Elefanten. Diese standen mit ihren Beinen komplett im Wasser, was für sie angenehm ist, da sie so ihr Körpergewicht nicht so spüren und gleichzeitig hatten sie auch noch ihre Nahrung quasi direkt vor dem Maul.

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Besonders süß war ein ganz junger Elefant, der sich in der Gruppe befand und noch Mühe hatte, sich hier im Wasser auf den Beinen zu halten. Hier hätten wir Stunden verbringen können und es wäre nicht langweilig geworden, wir haben es dann aber doch bei guten 10 Minuten belassen.

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Nach den Elefanten sollte es dann zu einem Ort in Amboseli gehen, der sich Observation Hill nennt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Aussichtspunkt auf einem Hügel. Hier wollte Joseph unsere Mittagspause machen, doch kurz bevor wir dort ankamen, regnete es ein wenig. Und wenn Regen, Wind und ein Hügel zusammenkommen, sind das keine guten Rahmenbedingungen, um Milly zum Aussteigen zu bewegen. Es brauchte aller Überzeugung von Joseph und mir, bis Milly endlich widerwillig aus- und trotzig auf den Berg hinaufstieg.

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Von oben hatten wir dann einen tollen Überblick auf die Gegend mit Ausnahme des Kilimanjaro, denn die Wolken hat sich zwar etwas gehoben, aber nicht annähernd genug, um die Spitze zu enthüllen. Trotzdem konnten wir von oben Elefanten und Pelikane entdecken, während wir unser Lunchpaket verspeisten.

Gesättigt ging es dann wieder den Hang hinunter und nachdem wir auch die einzige Toilette weit und breit noch schnell genutzt hatten, ging es auf die Nachmittagstour, welche zunächst zu den Elefanten führte, welche wir vom Hügel aus gesehen hatten und dann nochmal zu jenen von vor der Mittagspause.

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Ganz nah bei den Elefanten war dann auch noch ein Fischadler zu finden, der natürlich auch nicht unfotografiert bleiben durfte, genauso, wie die Hippos, die wir darauf sahen.

Nun begann wieder eine längere Durststrecke, auf der es bis auf ein paar Zebras nichts wirklich zu sehen gab. Es war aber auch gerade die wärmste Zeit am Tag und so hatten sich die meisten Wildtiere zurückgezogen, um der Hitze zu entgehen.

Doch dann legte Joseph auf einmal eine Vollbremsung ein, suchte nach seinem Fernglas und meinte, dass er eine Wildkatze gesehen hat. Wir schauten und beide um, doch nirgendwo war etwas zu entdecken. Als er uns dann die Richtung zeigte, sahen wir sie auch endlich. Aber selbst mit vollem Kamerazoom war es nur ein kleiner Punkt, doch die Vergrößerung zeigte, dass es sich um eine Serval-Katze handelt. Zwar nur entfernt, aber immerhin haben wir sie gesehen und es war unsere erste Wildkatze in Amboseli.

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Gleichzeitig zur Serval-Katze, boten noch zwei Impalas eine kleine Jagdvorstellung und trieben sich einmal gegenseitig um einen großen Busch.

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Dann ging es wieder lange Zeit durch die Ebene, bis Joseph erneut in die Eisen ging. Diesmal konnten wir aber beim besten Willen nichts erkennen. Joseph aber meinte, er hat zwei Geparden entdeckt. Wir mussten uns schon sehr konzentrieren, um die beiden Punkte im flimmernden Gras zu finden. Wie zum Teufel hatte er das nur während der Fahrt gesehen? Joseph war wirklich ein super Guide.

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Die beiden Geparden streiften durch die Graslandschaft, vorbei an einigen Gnus, bis diese plötzlich begannen, die Geparden zu jagen. Oder war es anders herum? Wahrscheinlich war es mal so, mal so, jedenfalls rannen die Geparden schnell durchs Gelände, bevor sie sich dann verzogen.

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Leider sind die Wege in Amboseli so weit von einander entfernt, dass wir keine Möglichkeit hatten, näher an sie heran zu kommen. Damit war dann wieder eine lange Pause angesagt, denn fast eine halbe Stunde ließ sich nichts wirklich finden – leider gab es diese Momente doch etwas zu oft auf der Safari dieses Mal. Joseph war dann den Weg entlang gefahren, auf dem sich Lodges im Park befinden und dort sind wir dann auf eine Gruppe von Pavianen gestoßen. Diese hatte aber nicht wie die üblichen Paviane einen rosa Po, sondern eher einen gelblich gefärbten.

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Die Paviane hatten auch einige Junge, die total süß waren und wir konnten uns kaum von ihnen reißen. Ein älteres Pärchen war dabei, sich gerade gegenseitig das Fell zu picken, was auch ein paar lustige Szenen waren.

Dann war es langsam Zeit in Richtung des Parkausgangs zu fahren, denn wir hatten auch so ziemlich jeden Punkt angefahren, der anfahrbar war. Auf dem Weg hinaus, zeigten sich nochmal ein paar Hippos und Elefanten.

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Und dann war es wie so oft in den letzten Tagen, dass wir kurz bevor wir die Straße zum Ausgang erreichten nochmal plötzlich angehalten haben. Etwas entfernt von uns sah es so aus, als würden vor einem Gebüsch ein paar trockene Hölzer liegen, doch Joseph hatte längst entdeckt, worum es sich handelte und hatte folglich gestoppt. Die beiden Hölzer entpuppten sich nämlich als 2 Löwen, die hier ihren Mittagsschlaf hielten.

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Damit hatten wir doch glatt heute noch 3 Arten von Wildkatzen gesehen, wenn auch alle recht weit entfernt und bei weitem nicht so nah, wie 2011 in der Maasai Mara. Trotzdem halfen die Löwen, Milly ganz schnell wieder aus ihrer schläfrigen Stimmung zu befreien. Da die Löwen jedoch keine wirklichen Anstalten machten aufzustehen, sind wir dann doch irgendwann weitergefahren.

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Auf der Straße zum Ausgang hatten wir dann auch noch einmal gehalten, denn endlich hatten sich auch einige wenige Maasai Giraffen gezeigt, für die der Park eigentlich auch so bekannt ist. Sie grasten entfernt unter einem Baum. Joseph meinte, die meisten Giraffen würden sich aufgrund der Trockenheit der letzten Wochen eher am Fuße des Kilimanjaro aufhalten, Orte an die wir leider nicht kamen.

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Damit ging dann aber die letzte Pirschfahrt dieser Safari zu Ende. Es war am Ende wieder ein schöner Tag gewesen, auch wenn als Wermutstropfen blieb, dass sich der Kilimanjaro nicht gezeigt hatte und die Wildkatzen so weit entfernt waren. Für beides konnte aber Joseph nichts, denn die Tiere entscheiden ja, wo sie sich niederlassen.

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Ein letztes Mal ging es dann den Weg zurück zur Lodge. Milly war echt fertig und wollte sich erstmal ausruhen. Da aber der Strom noch nicht wieder an war, habe ich noch die Gelegenheit genutzt und bin eine Runde durch die Lodge gegangen, in der Hoffnung, noch ein paar Vögel oder Tiere zu finden. Doch außer ein paar schönen Blumen gab es nicht zu sehen, bis ich fast schon wieder zurück wollte und dann plötzlich die ersten Grünmeerkatzen auf einer Wiese auftauchten.

Diese Affen sind kleiner als Paviane und haben ein braunes Fell, ein schwarzes Gesicht und einen weißen Streifen rund ums Gesicht. Sie leben in Gruppen zwischen 30 und 75 Tieren, was erklärt, warum sie so zahlreich hier auftauchten.

Der erste Blick auf sie war allerdings nicht ganz jugendfrei 😉

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Doch danach habe ich sie noch in allen möglichen Situationen beobachten können. Natürlich waren auch hier wieder die ganz jungen Affen die süßesten zum Beobachten. Besonders niedlich war es, wenn sie gerade alleine waren und ich ihnen dann näher kam. Dann kam sofort ein älteres Tier, griff das Junge und zog es an sich heran und drehte es weg von mir, als wollte es sagen: „Komm meinem Kind nicht zu nahe!“.

Auch sonst war es einfach schön, sie zu beobachten und so konnte ich hier noch viele Bilder zum Abschluss des Tages aufnehmen. Interessant war auch zu sehen, wie sich die Affen bei den Lampen aufgehalten haben und sich dann an ihnen hochgestreckt haben in Richtung der Leuchte. Dort haben sie dann die Insekten gefressen, die sich durch das Licht der Lampe angezogen fühlten.

Als es dann dunkel wurde, haben sich die Affen auf die Bäume zurückgezogen.

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Wir sind dann zum Essen gegangen, was heute besser schmeckte als gestern, aber etwas Besonderes war es hier irgendwie nicht. Es war kein Vergleich zu den anderen beiden Lodges.

Danach hatten wir Joseph noch auf einen Drink eingeladen in die Bar. So haben wir zusammen noch eine Stunde gesessen und uns über das Leben in Kenia und als Safariguide unterhalten. Safariguide ist zwar ein schöner Beruf, aber er macht sich nicht sonderlich bezahlt. Trotzdem muss man erstmal aufs College, bevor man Safari Guide wird. Dort lernte Joseph über die Tiere, Pflanzen und Geologie. Das schwierigste war aber wohl, die Orientierung in den Parks zu behalten und die Wege zu kennen. Daneben musste er auch das Verhalten der Tiere kennen, um aus ihren Verhalten Schlussfolgerungen zu ziehen. Im Moment ist die Lage für die Fahrer jedoch recht schlecht. Unsere Tour war die erste für Joseph seit der Hochsaison, sprich seit 3 Monaten. Die nächste Tour ist erst für Januar für ihn geplant. Alles nicht einfach, wenn man Frau und Kinder hat, Miete, Schulgebühren und alles andere bezahlen muss. Ein wichtiger Teil des Lohns für die Fahrer ist daher das Trinkgeld, aber das wussten wir auch schon zuvor und Joseph sollte ein gutes Trinkgeld von uns bekommen, denn wir waren wirklich sehr happy, mit ihm reisen zu können.

Damit ging der Tag dann auch zu Ende und wir sind ein letztes Mal auf Safari eingeschlafen für eine kurze Nacht, denn morgen um 7 Uhr stand der lange Weg nach Diani Beach südlich von Mombasa auf dem Plan.

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Autor:Jens Koopmann