Reisebericht Kenia 2014 – Teil 4: Von Samburu nach Ol Pajeta

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Freitag, 28.11.2014 – Von Samburu nach Ol Pajeta (Sweetwaters)

Heute hieß es  Abschied nehmen von Samburu, denn unser Weg führte uns wieder ein Stück RichtungSüden nach Ol Pajeta, einem privaten Reservat. Dort sollten wir im Sweetwaters Tented Camp für die kommenden 2 Tage bleiben.

Die letzte Nacht war wieder recht unruhig und dass sowohl wegen kleiner als auch großer Tiere. Zum einen hatte wieder ein Moskito den Weg unter unser Netz gefunden und zum anderen randalierte eine Gruppe von Elefanten direkt vor unserem Bungalow. Beides hatte Milly dank ihres festen Schlafes allerdings nicht mitbekommen.

Wir haben uns dann am Morgen noch von allen in der Lodge verabschiedet, die uns die letzten beiden Tage gut versorgt hatten. Insbesondere der Wachmann vom Eingang der Lodge war ein echtes Unikat und hatte uns jedes Mal zum Lachen gebracht, wenn wir ihn gesehen haben.

Bevor wir jedoch Samburu verließen, haben wir nochmal auf der Fahrt zum Ausgang unser Glück beim Erspähen von Tieren versucht , doch allzu viel Fortune sollten wir auch diesmal nicht haben. Samburu ist wirklich ein Ort, wo man die Tiere nicht einfach so sieht, sondern schon lange nach ihnen suchen muss. Dies machte aber auch den Reiz der vergangenen beiden Tage aus, die uns beiden sehr gut gefallen haben.

Ein paar Elefanten und Oryxantilopen, sowie ein paar Giraffen in der Ferne konnten wir dennoch sehen, ebenso wie die Gruppen schon Schakalen, die uns gestern schon an der gleichen Stelle begegnet waren.

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Dann haben wir schließlich auch noch mehrere Leopard-Schildkröten sehen können, fast an der gleichen Stelle, wo gestern der Waran mit dem Karakal war bevor wir den Park verließen.

Unser Weg führte uns auf der gleichen Strecke zurück, wie wir aus Nairobi gekommen waren. Damit blieben wir zunächst noch ein Stück im Land der Samburu und wir konnten aus dem Auto die stolzen Menschen dieses Stammes mit ihren bunten Umhängen und dem vielen Schmuck sehen.

Das Land hier ist sehr steppenähnlich und dementsprechend ist die Vegetation karg.

Schließlich kamen wir wieder in fruchtbareres Land und in der Ferne konnten wir die Spitze des Mount Kenya sehen, auf der fast ganzjährig und so auch jetzt Schnee liegt.

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Unterwegs haben wir noch einen kleinen Stopp bei einem Souvenirladen gemacht. Eigentlich wollten wir ja keine Souvenirs kaufen, aber die Ebenholzschnitzereien waren einfach so schön, dass wir uns doch noch etwas mitgenommen haben, zumindest nachdem Milly den Preis um gut die Hälfte herunter gehandelt hatte.

Nur kurz darauf waren wir dann auch in Sweetwater und mussten die gut ausgebaute Straße verlassen. Von jetzt an ging es 12km über eine ziemliche Buckelpiste, bis zum Eingang des Ol Pajeta Reservats. Von hier waren es dann noch 2km bis zu unserer Unterkunft, wobei wir auf dem Weg dorthin bereits einige Paviane und eine kleine Gruppe von Schakalen (1 Pärchen mit einem Jungen) sehen konnten. Die Schakale hatten anscheinend gerade eine Beute erlegt, denn sie rannten mit etwas zwischen den Zähnen ein Stück von uns weg. In sicherer Distanz haben dann die beiden Älteren ihr Mal verspeist, während das Junge noch warten musste, bis die Eltern fertig waren.

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Dann waren wir also im Sweetwater Tented Camp angekommen und was sollen wir sagen – es war die bislang wohl schönste Unterkunft, die wir in Kenia gesehen hatten. Schon das Empfangsgebäude war schön gestaltet und die Zimmer, auch wenn sie einen Zeltaufbau hatten, ließen nichts an Komfort vermissen. Hier werden wir es sicher gut die kommenden 2 Tage aushalten. Das beste aber war, dass wir von unserem Zimmer/Zelt einen direkten Blick auf eine Ebene hatten, auf der sich allerlei Tiere tummelten. Diese Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen und machte erstmal ein paar Fotos.

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Nachdem unser Gepäck auf dem Zimmer war, haben wir dann erstmal zu Mittag gegessen, was erwartungsgemäß auch sehr lecker war. Nun blieb dann noch kurze Zeit übrig, damit Milly sich etwas ausruhen und ich das Tagebuch schreiben konnte, bevor es um 15:30 Uhr auf eine erste Pirsch ging. Leider hatte sich zwischenzeitlich etwas Regen eingestellt und wir hofften beide, dass sich dieser noch bis nachher legen würde bis zur Abfahrt.

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Zurück von der Nachmittagspirsch:

So, jetzt sind wir auch wieder zurück von unserer Nachmittagsfahrt und bevor es zum Abendessen geht, will ich noch schnell die restlichen Ereignisse des Tages zusammenfassen. Pünktlich um halb vier sind wie wieder losgezogen mit der Schimpansen-Auffangstation als erstes Ziel. Auch dem Weg dorthin konnten wir auch schon einige Tiere sehen, so ein paar Schakale, Paviane, Defassa-Wasserböcke und einige Büffel. Damit hatten wir Nummer 3 auf der Liste der Big Five auch gesehen (Löwe und Elefant hatten wir ja schon in Samburu).

An der Schimpansen-Station erwartete uns bereits ein Guide, der uns etwas mehr über die Arbeit hier erzählen wollte. Diese Station ist ein abgeschlossenes Gebiet von rund einem Quadratkilometer, auf dem insgesamt 39 Schimpansen leben. Schimpansen sind nicht typisch für Kenia und in freier Wildbahn nicht anzutreffen. Sie könnten in freier Wildbahn hier auch nicht überleben, da es an geeigneten Futterquellen mangelt. Bei den hier lebenden Tieren handelt es sich um solche, die aus einer Gefangenschaft befreit wurden.

Als wir an dem hoch mit Elektrozaun umgebenen Gelände ankamen, lag auch schon ein Schimpanse im Gras vor uns. Sein Name ist Poco und er ist der älteste hier. Die Schimpansen sind derzeit in zwei Gruppen aufgeteilt, damit sie sich nicht untereinander bekämpfen und obwohl Poco der älteste von allen ist, ist er nicht das Alphatier seiner Gruppe. Alphatiere werde immer jene Schimpansen, welche über die besten Fähigkeiten in der Gruppe verfügen und die sich mit der Zeit gegen die Konkurrenten durchgesetzt haben. Doch die Vorherschafft ist meist nicht von langer Dauer, denn bereits nach 1-2 Jahren findet sich ein neues dominantes Tier.

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Da wir nur zu zweit waren, ließ uns unser Guide ausnahmsweise etwas näher an den Zaun heran, so dass wir besser Fotos aufnehmen können, was wirklich toll war, denn der Elektrozaun war einfach im Weg.

Die Schimpansen sind wirklich faszinierend. Ihre DNA ist zu 98% identisch mit unserer eigenen, d.h. nur 2% unterscheiden Schimpanse und Mensch. Doch der Mensch hat es geschafft, seinen nächsten Verwandten auf diesem Planeten fast auszurotten. In einem kleinen Informationsraum konnten wir sehen, wie weit Schimpansen einst in einem breiten Gürtel in der Mitte Afrikas vertreten waren und wie punktuell sie heute nur noch vorkommen.

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In einem anderen Raum hatte man uns dann gezeigt, in welchem Käfig Poco hausen musste, bevor er hier her kam. Ganze 5 Jahre war er hier eingesperrt und der Käfig hing hoch über einer Tankstelle. Aufgrund der Enge des Käfigs konnte sich Poco dort nur aufrecht aufhalten, weshalb er als einziger hier bis heute auf 2 Beinen laufen kann.

Daneben war eine Box in der unglaubliche 6 Schimpansenjunge verschifft werden sollten, um als Haustiere zu enden. Für 5 von Ihnen endete die Reise gottseidank am Flughafen Nairobi und sie kamen dann hierher. Der sechste überlebte die Strapaze in der Kiste nicht.

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Neben der Information über Schimpansen hat man auch die Möglichkeit hier Patenschaften für die Tiere abzuschließen. Diese beginnen bereits ab 10 USD. Wir haben eine Patenschaft für Poco für 25 USD abgeschlossen. Für Poco deshalb, weil er genauso alt ist, wie ich 😉

Nach diesem Aufenthalt ging es dann wieder auf die Pirsch.

Das erste was wir hier allerdings sahen, war kein Tier, sondern der freie Blick auf den Mount Kenya. Von diesem Reservat hat man einen guten Überblick über diesen Berg, der langsam ansteigt bis auf fast 5.200 Meter. Seine Form erinnert dabei zurecht an einen Vulkan, denn der Mount Kenya war tatsächlich einst vulkanisch aktiv.

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Dann dauerte es eine Weile, bis wir wieder was zu sehen bekamen und dies waren dann Zebras. Hier allerdings das einfache Zebra, welches kleiner als das Samburu-Zebra ist, breitere Streifen hat und dessen Bauch ebenfalls ein Streifenmuster hat.

Als nächstes kreuzten dann ein Sekretär-Vogel und ein paar Warzenschweine unseren Weg. Es ist echt erstaunlich, wie viele Warzenschweine wir auf dieser Safari schon gesehen haben, während wir 2011 kaum welche zu Gesicht bekamen. Hier hatten wir jetzt dagegen sogar ein Pärchen gefunden, was gerade eine Runde am Schmusen war.

Kurz darauf begegnete uns dann eine weitere Gruppe Schakale. Auch hier ist es erstaunlich wie viele wir davon sehen, denn 2011 zeigte sich kein einziger.

Die Landschaft hier war dagegen, abgesehen vom Mount Kenya im Hintergrund, eher unspektakulär, denn über weite Flächen war es eine leere Ebene. Und doch tummelten sich hier einige Tiere, wie eine Gruppe Büffel zusammen mit ein paar Zebras. Die Büffel hatten dabei auch wieder die typischen kleinen Vögel (Madenpicker) auf ihren Rücken.

Dann ging es ein langes Stück durch die flache Ebene. Nur kurz konnten wir aus der Ferne eine Netzgiraffe erspähen. Ansonsten blieb uns erstmal nur der beeindruckende Blick auf den Mount Kenya in der Nachmittagssonne.

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Plötzlich tauchte dann abermals eine Gruppe von 5 Schakalen vor uns auf, die aber kurz nachdem wir gestoppt hatten die Flucht ergriffen.

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Doch wie schon die letzten Tage gab Joseph nicht auf und seine Mühe sollte wieder belohnt werden, denn am Horizont zeichneten sich ein Paar Nashörner ab. Also nichts wie hin zur Nummer 4 der Big Five. Es war eine Gruppe Breitmaulnashörner (Black Rhinos). Diese sind zwar auch gefährdet, aber nicht so akut, wie das Spitzmaulnashorn (White Rhino), welches wir 2011 in Nakuru gesehen hatten.

Es waren drei Erwachsene Nashörner und ein Junges, welche alle gemeinsam auf dem Weg zur Wasserstelle waren, zu der wir ihnen gefolgt sind.

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Auch eine Art von Storch hatte sich in der Nähe der Nashörner eingefunden. Da er schwarz war, würde ich fast auf einen Schwarzstorch tippen.

Danach gab es nichts mehr wirklich zu sehen, so dass wir uns dem Sonnenuntergangsspektakel widmen konnten, bis wir kurz vor der Lodge waren und Milly ganz plötzlich im Gebüsch eine Löwin entdeckte. Bis wir zum Stehen kamen, hatte uns jedoch schon ein Fahrzeug hinter uns den Spot weggenommen. Doch kurz darauf konnten wir sie überreden doch noch Platz zu machen und so hatten wir noch unsere Wildkatze für heute. Leider war es schon recht dunkel und so brauchte ich eine wirklich ruhige Hand, um bei 600mm Brennweite hier noch etwas scharf hinzubekommen.

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Kurz darauf waren wir dann wieder im Camp und unser Tag war damit zu Ende. Morgen haben wir dann den ganzen Tag zur Entdeckung von Sweetwater. Wir sind dann erstmal aufs Zimmer, wobei ich auf dem Weg dorthin noch die Vogelansammlung fotografiert hatte, welche sich am Wasserloch der Lodge gebildet hatte. Unter die Vögel hatten sich auch noch ein paar Defassa-Wasserböcke gemischt.

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Damit war es das dann aber wirklich für heute. Ich habe dann erstmal die Bilder gesichert und danach sind wir etwas Essen gegangen. Und nach diesen Zeilen hier heißt es für Milly und mich wieder Gute Nacht Afrika. Bis morgen!

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Autor:Jens Koopmann