Reisebericht Kalifornien – 07.06.2009 – Mit dem Herrn im Nacken nach L.A. – Mission Possible :-)

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Ich hab’s überlebt…. den Verkehr nach L.A. rein mein ich. Und ich hab es sogar recht gut gemeistert, aber dazu später. Die letzte Nacht in Goleta habe ich dann doch noch halbwegs vernünftig geschlafen, aber für fast 130 Dollar war das echt ne Kaschemme. Merke: komme nie an einem Samstag nach Santa Barbara. Kurz nach 7 war ich dann soweit fertig, dass ich mir noch was Kaffeeartiges (zumindest war die Flüssigkeit braun) gegönnt habe und danach ging es dann on the Road. Da der Himmel besser als gestern aussah, habe ich nochmal kurz bei der Mission Santa Barbara angehalten, um noch einen Schnappschuss zu machen, aber genau dort war dann die Sonne auch wieder hinter Wolken – Mist! Wenigstens war der Himmel aber blau…

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Ventura

Danach ging es dann aber schnell auf den Freeway mit dem ersten Tagesziel Ventura. Ziel war es vor 9 Uhr da zu sein, da um dann dort Gottesdienst in der dortigen Mission San Buenaventura ist, so dass ich nicht mehr in die Kirche hinein gekonnt hätte (außer zum Gottesdienst natürlich 😉 – ich Heidenkind!). Viertel vor 9 war ich dann auch ohne große Umwege dort angekommen und bin direkt zur Mission.

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Die Mission wurde als Neunte 1782 durch Junipero Serra gegründet. Im Gegensatz zu vielen anderen Missionen handelt es sich hier um eine aktive Kirche. Was allerdings der Safe im Eingangsbereich zu suchen hatte, erschließt sich mir nicht ganz 😉

Danach bin ich noch eine Runde durch den schönen Ort spaziert. Der kleine Rundgang durch die historische Innenstadt war ein abwechslungsreicher Morgenspaziergang der dann nach einer knappen halben Stunde am Auto wieder beendet war.

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Auf dem Weg von Santa Barbara nach L.A. kann ich diesen Stop durchaus empfehlen. Schöner Kleinstadtalltag. Nur die Pizzalieferautos sind hier etwas größer 😉 :

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Mission San Fernando Rey de Espagna

Danach ging es dann weiter und nach einigen Kilometern habe ich dann der Küste für heute Auf Wiedersehen gesagt, denn die nächsten Ziele lagen etwas im Inland. Zunächst galt es, die nördlich von L.A. gelegene Mission San Fernando Rey de Espagna zu finden. Dies hatte ganz gut funktioniert, so dass ich kurz vor 10 dort angekommen war. Der nächste Gottesdienst war dort dann auch erst halb 11, so dass die Gelegenheit günstig war, einen Blick in die Kirche zu werden. Anschließend gab es dann noch ein Museum und die Nebengelasse zu besichtigen.

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Es ist eine der letzten Missionen, die errichtet wurden, genauer gesagt, die 17. Gegründet wurde sie durch den Serra-Nachfolger Francisco de Lasuèn 1797. Durch Erdbeben und Goldgräber (in der Nähe fand man Gold) wurde die Kirche in der Vergangenheit stark zerstört, bis die heute zu sehenden Gebäude wieder restauriert wurden. Auch das Museum ist ganz nett, aber insgesamt ist es eher einen Stop den man macht, wenn man wie ich nicht das erste Mal in der Gegend ist.

Mission San Gabriel Arcangel

Missionarisch ging es dann auch weiter und zwar nach San Gabriel zur dortigen, dem Erzengel Gabriel gewidmeten, Mission San Gabriel Arcangel. Es ist die Vierte der 21 Missionen und sie wurde von Junipera Serra gegründet. Im Vergleich zur Mission zuvor ist diese ein echtes kleines Schmuckstück – ähnlich der in Carmel. Sie war mit über 6000 konvertierten Indianern eine der erfolgreichsten Missionen. Bis heute wird sie noch aktiv als Kirche genutzt. Auch hier gibt es wieder ein Museum und den Garten mit zu besichtigen. Insgesamt fand ich es ziemlich gelungen. Leider liegt sie auch ziemlich abseits aller Touristenrouten.

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Das Kreuz auf dem letzten Bild gedenkt der über 6000 auf dem Friedhof begrabenen Indianern, denn wie auch in den anderen Missionen überlebten viele die europäischen Krankheiten nicht.

Auch die Gegend rund um die Mission ist mal wieder recht sehenswert gewesen (zumindest für einen 10-minütigen Rundgang).

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Damit war das eigentliche Tagesprogramm erledigt und ich hatte auch wirklich für heute genug Missionen gesehen 😉

Downtown Los Angeles

Aufgrund der Bewölkung habe ich mich dann entschieden auf der Fahrt nach L.A. in Downtown Halt zu machen, da dort  Sonntags das Parken am einfachsten ist (sonst kosten 15min in der Regel 3 Dollar) und ich ein paar Dinge bei den letzten Besuchen noch nicht gesehen hatte. Vorher habe ich aber noch kurz die Route studiert, denn ab jetzt begann die Verkehrshölle Los Angeles und das im wahrsten Sinne. Tatsächlich ist dann auch auf der Interstate knapp 500m vor mir einer ins Schleudern gekommen und kam in falscher Richtung zum Stehen. Das da nichts weiter passiert ist, war schon fast ein Wunder. Mit diesem Schrecken im Nacken ging es dann hinein nach Downtown. Gottseidank war ich schon 3 Mal in der Stadt gewesen und habe mich auch noch etwas an die Gegebenheiten erinnern können und so habe ich den Weg noch halbwegs direkt gefunden und nach 10min Suche auch noch einen kostenfreien Parkplatz (aber nur weil Sonntag war). Von dort ging es dann zu Fuß weiter. Erster Halt war die Walt Disney Concert Hall, das Konzerthaus der Stadt.

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Ursprünglich war der benachbarte Dorothy Chandler Pavillion Heimat der Philarmoniker, aber Dank einer Spende der Disney Witwe Lillian Disney 1987 über 50 Millionen Dollar sowie diverse anderer Spenden und dem Engagement der Stadt wurde der neue Bau möglich, der schließlich 2003 eröffnet wurde. Sicherlich eines der ungewöhnlichsten Konzerthäuser der Welt und architektonisch sagen wir es mal so…. reizvoll.

Als nächstes folgte ein kurzer Stop beim Mark Taper Forum, einem Theaterkomplex in dem ich 2006 ein Stück mit Laurence Fishburn (bekannt aus „The Matrix“) gesehen hatte.

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Danach ging es zu einem anderen architektonischen Highlight – der Cathedral of Our Lady of the Angels. Hierbei handelt es sich um einen riesigen Betonklotz zum Einen, zum Anderen um die Hauptkirche des Erzbistums Los Angeles. Fertiggestellt wurde die Kirche 2002 und ist sowohl innen als auch außen sehr puristisch. Aber jeder deutsche Pfarrer würde sich sicher solche Menschenmassen wie unten zu sehen an einem normalen Sonntag in seiner Kirche wünschen. Mir für eine Kirche zu modern und kalt, aber Geschmäcker sind ja verschieden und so habe ich auch das mal gesehen.

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Hier noch ein paar Ansichten von Downtown nahe der Disney Hall und Kathedrale (das zweite Bild ist das Rathaus):

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Weiter ging es dann zum El Pueblo de Los Angeles einem kleinen Historic State Park in Downtown, den ich auch noch nicht kannte. Hier sieht man ein wenig wie L.A. früher ausgesehen hatte. Alles eine Nummer kleiner und quirliger. Ob es nun heute schöner ist…. ich würde sagen nein – gewaltiger und monumentaler ja, aber schöner nicht.

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Auch die Union Station habe ich dann noch gesehen – der letzte gebaute große Bahnhof in den USA (1. Bild unten). Auf dem Weg ins moderne Downtown habe ich dann auch festgestellt, dass Los Angeles und Berlin Partnerstädte sind 🙂

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Zurück in Downtown war das nächste Ziel der Angels Flight, eine kleine Zahnradbahn, gerade mal 91m lang bei 33% Steigung. Diese war beim letzten Mal noch geschlossen und ich habe diesmal auf einen aktiven Betrieb gehofft. Aber leider wurde ich wieder enttäuscht. Die Bahn ist noch immer nicht wieder in Betrieb nach einem Unfall 2001.

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Ursprünglich stand der Angels Flight von 1901 bis 1969 an einer leicht anderen Stelle unweit des heutigen Standpunktes und war in diesen 68 Jahren auch in Betrieb. Bremsen hatte die Zahnradbahn nicht, nur ein Sicherheitskabel für den Fall eines Kabelrisses.1969 wurde jedoch die ganze Gegend umgestaltet und die Bahn demontiert und zunächst eingelagert. Man vermutet, dass die Bahn bis dahin diejenige mit den meisten Passagieren gewesen ist (weit über 100 Millionen laut einer Plakette).

1996 wurde die Bahn dann an wiegesagt leicht veränderter Stelle wieder aufgebaut und war dann bis 2001 in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich ein schwerer Unfall bei dem eine Person ums Leben kam und die Wagen schwer beschädigt wurden. Grund hierfür waren fehlende Sicherheitsvorkehrungen. Naja, mal sehen, ob sie wie angekündigt nun dieses Jahr wieder aufmachen.

Statt mit dem Angels Flight zu fahren bin ich dann in den Grand Central Market gegangen und habe mir für 2,75 Dollar (unter 2 EUR!) eine Portion Hähnchenfleisch mit Reis und Gemüse geholt. Nicht nur, dass ich danach pappsatt war, es war geschmacklich sogar ok und mein Magen scheint es auch vertragen zu haben.

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Letzter Tagesstop war dann das MOCA, dass Museum of Contemporary Art. Da ein Teil des Museums, wie auch das Partnermuseum derzeit geschlossen waren, kam ich immerhin für den halben Eintritt rein. Und die Kunst war dann auch im wahrsten Sinne zeitgenössisch. Bilder wie „Rot auf Lila“ und „Braun auf Blau“ haben echt Eindruck hinterlassen. Man muss es halt mögen. Nachher male ich mir auch noch ein „Grün auf Orange“ oder so ähnlich. Interessant fand ich die Statue vor dem Museum, die wie ein Vogel aussieht und in der Tat aus alten Flugzeugteilen gemacht ist.

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Danach war ich dann auch krocki genug, um ins Hotel zu fahren, also ab auf die vollen Autobahnen und im Wirrwarr der meist 6 bis 8 Spuren nicht verloren gehen. Hat am Ende auch alles prima geklappt (mir werden die Eifelstrassen wieder sooooooo klein vorkommen….) und so bin ich jetzt in meiner kleinen Suite für die nächsten 3 Nächte angekommen.

Am Ende doch wieder ein voller aber auch schöner Tag. Auf das es der morgige auch wird! (Und wieder ein langer Tagesbericht – ich werd hier noch zum Schreibweltmeister…)

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Autor:Jens Koopmann