Reisebericht Kalifornien – 10.06.2009 – Ich mag Wolken….

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…nicht wirklich. Aber heute gab es nochmal mehr als genug davon. Nur am späten Nachmittag gab es ein paar Sonnenstrahlen, ansonsten war es durchweg stark bewölkt und unterwegs sogar mal regnerisch. Aber ich denke ich habe das beste draus gemacht. Jedenfalls war es ein sehr langer Tag.

Crystal Cathedral

Aus L.A. bin ich recht pünktlich gegen 7:30 Uhr abgefahren. Statt der geplanten Interstate bin ich jedoch eine Autobahn weiter östlich gefahren, um noch eine kleine Sehenswürdigkeit in Santa Ana mitzunehmen – die Crystal Cathedral. Dabei handelt es sich um eine monumentale Kirche aus Glas, die man ggf. aus dem Fernsehen kennt, wenn dort ein Gottesdienst aus den USA übertragen wird – nämlich die „Hour of Power“, der meistgesehene Gottesdienst der Welt. Dieser wird direkt von hier übertragen. In der Tat ist die Kirche ziemlich monumental und hat mit unserem Kirchenbild nichts mehr gemeinsam. Die Kirche selbst fasst knapp 3000 Besucher. Zu dem gesamten Ensemble gehören aber noch weitere Gebäude u.a. der Tower of Hope. Hier ein paar Außenbilder:

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Ein Arbeiter muss mich wohl gesehen haben als ich so um die Kirche schlich mit meiner Kamera bewaffnet und so hat er extra für mich die Kirche kurz geöffnet, so dass ich rein durfte für ein Foto. Und von innen ist es dann wirklich gigantisch.

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Man kann übrigens von drinnen jederzeit nach draußen schauen, dadurch wirkt der Raum noch viel größer. Auf dem Weg nach San Diego ist dies auf jeden Fall ein sehenswerter Zwischenstop.

Mission San Juan Capistrano

Nach einer halben Stunde saß ich dann wieder im Auto auf dem Weg nach San Juan Capistrano, zur gleichnamigen Mission. Das ging auch gut bis kurz vor dem Ziel, wo dann dank einem Autounfall Stau war. Der war natürlich im Zeitplan nicht einkalkuliert 😉 Hat mich am Ende aber nur knapp 20min gekostet. Die Mission hat den Spitznamen „Jewel of Missions“. Etwas zerknirscht war ich dann aber schon, als man mir für den Eintritt 10 Dollar abgenommen hat. Das fand ich schon etwas überzogen im Vergleich zu den 4-5 Dollar die die meisten anderen Missionen nehmen. Dafür bekommt man dann aber auch noch einen Audioguide an die Hand. San Juan Capistrano ist die 7. Mission am Camino Real und wurde 1776 gegründet. Insgesamt ist der Rundgang ganz schön und die Mission ist an sich interessant, aber auch nichts übermäßig Besonderes im Vergleich zu den anderen. Eine kleine Kapelle, die „Father Serras Church“, ist seit Beginn der Mission aktiv und gilt als die älteste Kirche Kaliforniens. Eine große Steinkirche hat dagegen ein Erdbeben nicht überlebt.

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Interessant ist, dass man früher am Läuten der Glocken erkennen konnte, ob ein Mann, eine Frau oder ein Kind gestorben waren und wie alt er oder sie war. Bei Männern und Frauen wurden die großen Glocken geläutet aber mit unterschiedlichem Ton und bei Kindern die kleinen. Das Alter wusste man, wenn man die Glockenschläge mitgezählt hat.

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Nach diesem Stop und einem kleinen Snack bei Starbucks ging es dann weiter Richtung Süden zur nächsten Mission: San Luis Rey de Francia.

Mission San Luis Rey de Francia

Diese Mission wurde 1798 als 18. der 21 Missionen gegründet. Gewidmet ist die dem König Ludwig IX von Frankreich. Die Mission gilt als „King of Missions“, da sie die größte aller Missionen war. Gebaut wurde sie, um die Lücke zwischen den Missionen in San Diego und San Juan Capistrano zu schließen.

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Die Kirche hier erinnert schon mehr an unsere Kirchen, da sie über eine Kuppel und ein Querschiff verfügt. Ansonsten gab es nicht viel neues im Vergleich zu den anderen Missionen zu entdecken und so beließ ich es dabei. Ein netter kleiner Halt auf dem Weg nach Süden.

Mission San Diego de Alcala

Ganz war es das dann aber noch nicht mit den Missionen für den heutigen Tag. Frei nach Otto: Ein‘ hab ich noch…. ging es zur Mission San Diego de Alcala, der ältesten aller Missionen. Auch hier habe ich mich auf einen sehr kurzen Halt und einen Blick von außen und innen beschränkt.

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Damit war es das dann aber auch erst einmal für die nächsten Tage mit den Missionen. Erst am Ende der Reise gibt es nochmal Nachschlag 😉

San Diego

Nach einem flinken Mittagessen ging es dann ab in die Innenstadt von San Diego, wo ich sehr pünktlich gegen halb 2 angekommen bin. Ich habe mir dann auf Anhieb auch den wahrscheinlich teuersten Parkplatz ausgesucht und so haben mich 4 Stunden Parken ganze 28 Dollar gekostet. Warum ich später beim Rundgang so viele andere Parkplätze gesehen habe (die allesamt günstiger waren) und beim Reinfahren in die Stadt keinen einzigen, ist mir allerdings schleierhaft.

Das erste Ziel in San Diego war jedoch nicht die Innenstadt, sondern lag an der Bucht: die USS Midway – ein ausrangierter Flugzeugträger der USA, der heute ein Museum ist. Schnell den Eintritt von 17 Dollar bezahlt und schon war ich auf dem Schiff.

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Beim dem Schiff selbst handelt es sich um einen Flugzeugträger der Midway-Klasse, der 1945 bis 1992 im Dienst war. Es war das erste Schiff weltweit, dass zu groß für den Panama-Kanal ist. Das Schiff war in den Kriegen in Vietnam, sowie dem ersten Irakkrieg und dem Golfkrieg 1991 im Einsatz.

Dank eines Audioguides wird man gut durch das Schiff geführt und bekommt einen lebendigen Eindruck vom Leben auf einem Flugzeugträger, der wie eine kleine Stadt ist. Trotzdem ist alles ziemlich eng und gerade unter Deck auch ziemlich stickig. Platzangst ist da echt am falschen Platz. Auf dem Rundgang lernt man u.a., dass die Besatzung immer Wetten abgeschlossen hat in welcher Minute die 20t-schweren Anker runtergelassen werden. Der Gewinner (bzw. der der am nächsten dran war) hatte dann beim Landgang mehr Taschengeld. Hier die Ankerketten:

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Sehr beengt waren auch die Schlafgelegenheiten der normalen Besatzung, denn immerhin waren bis zu 4500 Personen an Board. Etwas mehr Platz hatten da schon die Junioroffiziere (2. Bild unten):

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Weiter ging es dann in den Maschinenraum.

Insgesamt hat die USS Midway 212.000 PS. Damit ist sie auch ganz klar kein Spritsparmodell 😉 Am Tag „frisst“ sie knapp 350.000 Liter Benzin.

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Danach gab es dann erste historische Bomber zu sehen. Interessant ist bei allen, wie sie platzsparend ihre Flügel einklappen können.

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Als nächstes ging es dann durch die Alltagsräume wie der Kirche an Board (ja schon wieder eine Kirche) oder aber den verschiedenen Kantinen. So gab es eine Kantine für diejenigen, die in der Tagesuniform waren (quasi die „schicke“ Uniform) und welche für diejenigen in Fliegerkleidung etc. Zudem gibt es dann noch Speiseräume nur für die Senior-Offiziere und welche für das Essen zwischendrin. Insgesamt wurden pro Tag über 13.000 Essen serviert und dabei 10 Tonnen Nahrungsmittel aufgewendet. Für diese Arbeit waren 225 Köche nötig.

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Dazu kamen dann noch Dinge wie Reinigung, Friseur, Shops, Krankenhaus und eine Post.

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Schließlich ging es dann an Deck, wo die diversen Flugzeugtypen standen, so z.B. eine F14 (bekannt aus dem Film Top Gun) und ihr Nachfolger eine F18. Aber auch noch einige weitere…

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Insgesamt ein sehr spannendes Museum in dem man sicher noch mehr Zeit als die guten 2,5h verbringen kann, die ich dort war. Neben der Audiotour befinden sich auch immer viele ehemalige Soldaten der USS Midway auf dem Schiff die gern die ein oder andere Geschichte erzählen. Für mich heute definitv das Tageshighlight 🙂

Danach hatte es sich zumindest etwas aufgehellt und so bin ich zurück in die Innenstadt und habe mir noch das historische Gaslamp-Quarter angeschaut. In diesem Viertel gibt es viele kleine Läden, Galerien und vor allem viele Restaurants. Das ganze in sehr schöner Atmosphäre.

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Insgesamt lohnt sich der Rundgang durchs Gaslamp-Quarter unbedingt. Ich fand es superschön dort. Hat mich ein wenig an eine Mischung aus Boston und Miami Beach erinnert.

Dann war ich aber für den Tag auch mit Informationen gesättigt und so ging es ab zum Hotel und dabei habe ich mich mächtig verfranst. Das Hotel liegt sowas von versteckt und man kommt auch nur von einer Seite ran, dass ist echt schon unverschämt. Naja und das Hotel selbst fällt wohl eher unter die Kategorie „reden wir nicht drüber“. Aber ist ja nur zum Schlafen und zum Blog schreiben…

Insofern trotz der vielen Wolken noch ein schöner Tag ohne Bitteres Ende wie der Name des Lokals hier 😉 Bis morgen!

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Autor:Jens Koopmann