Reisebericht Florida: 16.06.2007 – Oh what a circus!

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Heute hieß nun Bye Bye Themenparks und ab an die Golfküste fahren. Aus Tampa bin ich sogar halbwegs pünktlich losgekommen und so ging es in einer halben Stunde zum ersten Zwischenstop, dem Fort Desoto Park. Hier gibt es neben tollen Stränden (2005 war einer von ihnen auf Platz 1 der USA – der Northbeach) auch die Reste eines Forts aus dem Spanisch-Amerikanischen Krieg zu sehen. Mit dem Fort sollte im Wesentlichen die Bucht von Tampa vor Angriffen geschützt werden.

Das Fort ist allerdings eher unspektakulär.

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Dafür ist der Blick oben von der Brüstung ganz nett.

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Danach dachte ich mir, ich könnte ja auch hier mal gleich an den Strand. Das ging zwar auch, nur ins Wasser durfte man hier nicht, wegen gefährlicher Strömungen. Daher bin ich dann doch zum hochgepriesenen Northbeach. Dieser war dann auch wirklich schöner und ich bin gleich erstmal kurz ins Wasser. Das war zwar nicht wirklich erfrischend, aber besser als nichts. Nach einer guten Stunde rief dann allerdings der Zeitplan zum Aufbruch. Unterwegs ging es immer wieder über Brücken, die kleine Inseln verbinden, wie diese hier, die ich aus dem Auto bei der Fahrt geknippst habe:

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Der nächste Stop sollte dann eigentlich die Gamble Plantation sein, welche die letzte erhalte Plantage im Antebellum Stil in Florida ist. Diese habe ich zwar auch gefunden, nur waren keine Touren möglich, da man gerade das Gebäude restauriert. Schade, aber wie sich herausstellen sollte, habe ich die hier gewonnene Zeit besser nutzen können. Für ein paar Außenfotos bin ich dann aber trotzdem kurz rumgelaufen.

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Danach ging es nach einem kurzen Tankstop weiter zum Tagesendziel Sarasota, allerdings noch nicht zum Hotel, sondern erstmal zu den Ringling Museen. Dabei handelt es sich zum einen um eines der besten Kunstmuseen der USA, zum anderen um die Ringling Villa und ein Zirkusmuseum (und jetzt sollte auch der Titel dieses Artikels für alle Sinn machen 😉 ).

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John Ringling war der Zirkus-König in den USA. Gemeinsam mit seinen Brüdern wuchs sein Zirkus-Imperium kontinuierlich und im Jahr 1908 wurde mit der Übernahme des P.T. Barnum Circus „The Greatest Show on Earth“ geboren.

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Sarasota war für lange Zeit der Winterstandort des Zirkus, da es im Norden zu kalt wurde. Während dieser Zeit wurde der Zirkus zum Zoo. Ringling hatte jedoch auch noch eine zweite Vorliebe und das war die Kunst. Und so trug er im Laufe seines Lebens eine beeindruckende Sammlung zusammen. Ein Großteil des Ringling-Vermögens wurde jedoch im Börsenchrash 1929 und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise vernichtet. 1936 starb Ringling dann. Seine Brüder waren zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon tot.

Als erstes habe ich mir das Kunstmuseum hier angeschaut.

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Da ich nicht soviel von Kunst verstehe, habe ich mir am Eingang einen Audio-Guide ausgeliehen, der zu vielen Bildern interessante Hintergrundinfos gab (kostet gut 5 USD extra zu den 15 USD Eintritt). Damit war der Besuch dieses Museums auch interessant für mich als Kunstlaien. Als Minimum sollte man jedoch allein für diesen Komplex gut 2h einplanen und selbst dann kann man nur die Audio Tour ablaufen und für die restlichen Gemälde bleibt eigentlich keine Zeit. Heute war auch noch eine Sonderausstellung zur Fotografie da, die ich mir auch angeschaut hatte und wo wirklich tolle Bilder zu sehen waren.

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Aber nicht nur die Galerie selbst war sehr interessant, auch der Innenhof war ein Augenschmaus.

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Danach ging es dann weiter ins Zirkus-Museum. Hier befinden sich vor allem eine Reihe von Andenken an den Zirkus und alte Zirkuswagen. Hier war ich dann auch schneller durch, denn mehr als einen Rundgang konnte man ja nicht machen.

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Danach bin ich dann ins Nachbargebäude, wo ein Modell des Zirkus aufgebaut ist. Und wie vieles in den USA, ist auch Zirkus eine Nummer größer als bei uns. Genauergesagt hatte der Circus rund 1.300 Mitarbeiter und pro Vorstellung ca. 13.000 (!!!) Besucher. In dem Zirkuszelt gab es dann auch nicht nur eine Manege, sondern drei, auf denen parallel Akteure unterwegs waren. Neben diesem Hauptzelt gab es dann auch noch zahlreiche Nebenshows (Side Shows). Gern hätte ich einen solchen Zirkus mal live gesehen, aber das hätte ich in einem früheren Leben tun müssen.

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Danach ging es dann weiter in die Ca’d’Zan, was soviel heißt wie „John’s Haus“. Dies war die Winterresidenz von John Ringling und ist wie ein venezianischer Palast aufgebaut.

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Außerhalb des Hauses gab es noch die Außenanlagen zu besichtigen. Da die Frau von John Ringling eine Rosenliebhaberin war, befindet sich auf dem Gelände auch noch ein Rosengarten.

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Zu guter Letzt bin ich nochmal ins Kunstmuseum, da ich beim ersten Mal nur einen Teil gesehen hatte und dann erstmal weiter bin, um in der verbleibenden Zeit wenigsten alles ein wenig zu sehen. Ich habe auf dem Komplex so fast 4h verbracht und das war wirklich die Minimumzeit. Ich denke mit 5-6h Zeit kann man diese tolle Attraktion wirklich genießen. Damit war dies aber auch das Tageshighlight für heute gewesen und ich kann es nur jedem empfehlen, der hier in der Gegend ist.

Danach ging es dann ab zum Hotel, dem Best Western Midtown in Sarasota. Das Hotel war in Ordnung, wie ein Best Western halt 😉

Da mein Magen allerdings etwas knurrte, bin ich nochmal ins Auto. In einem Heft habe ich die Empfehlung für ein Restaurant für Meeresfrüchte gesehen, also bin ich dort hin. Nach ewiglanger Parkplatzsuche musste ich feststellen, dass die Leute schon vor dem Restaurant anstanden für Plätze. Das war ja dann absolut nichts für mich – Anstehen für Essen. Also bin ich zur zweiten Empfehlung – einem Italiener – gefahren. De Marcos Grill hieß das Restaurant und war wirklich gut. Bei einem Glas Wein habe ich mir Suppe, Salad und ein paar überbackene Shrimps gegönnt und dank 20%Rabattcoupon nur knapp 18 EUR (inkl. 20% Trinkgeld und Steuern) bezahlt. Das war wirklich gut und ich war pappsatt.

Damit konnte ich dann auch beruhigt schlafen gehen (der Wein hat da auch geholfen 😉 ).

Fazit:

  • Der North Beach im DeSoto-Park war wirklich schön. Das Fort kann man sich aber sparen.
  • Die Ringling Museen sind toll gewesen und ich war froh, die Gamble Plantation nicht gesehen zu haben und so hier die Zeit verbringen zu können. Es war es wert gewesen!

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Autor:Jens Koopmann