Reisebericht Florida: 17.06.2007 – Muscheln sammeln und zu Besuch bei Edison und Ford

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Heute morgen habe ich es recht gemütlich angehen lassen. Ich konnte mich einfach nicht früh aus dem Bett quälen. Bin dann aber doch noch pünktlich um 9 Uhr aus Sarasota weggekommen. Von hier ging es erstmal immer die US 41 Richtung Süden und das für knapp 2 Stunden. Dann war ich in Fort Myers angekommen. Eigentlich war das einzige Ziel für heute der Besuch der Inseln Sanibel und Captiva. Da aber das Wetter recht grummelig aussah, kam erstmal Plan B zum Zug. Was Plan B ist? Nun, erstmal ein Stop in Ft. Meyers und zwar an der wohl größten Sehenswürdkeit der Stadt (abgesehen vom Strand): den Winterresidenzen von Thomas Edison und Henry Ford. Beide Gebäude stehen direkt nebeneinander und können gemeinsam besichtigt werden (Eintritt 20 USD). Also habe ich mir schnell mein Ticket gezogen und dann ging es ab durch die schwüle Hitze der Mittagssonne. Dank einem Audioguide bekommt man viele interessante Infos an den verschiedenen Besichtigungspunkten. Los geht es bei dem Banyan Baum, die auch Bengalische Feige. Dieser Baum war ein Geschenk Harvey Firestone’s (der Reifenhersteller!). Diese Bäume produzieren Gummi und da Edison viel Zeit in die Erforschung natürlichen Gummis investierte, machte diese Geschenk auch Sinn. Das interessante an diesen Bäumen ist, dass sie zunächst einen Wirtsbaum benötigen zu Beginn ihres Wachstums. Ihre Wurzeln sind dann auch in der ersten Zeit noch in der Luft und formen ein immer dichteres Geflecht, bis sie den Boden erreichen. Ab diesem Moment stirbt der Wirtsbaum dann langsam ab und der Banyan breitet sich immer mehr aus.

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Das interessante an dem Baum ist, dass er immer wieder weitere Stämme ausbildet, um sich zu stützen. Mit einer Fläche von über 4.000 Quadratmetern ist er heute der zweitgrößte Baum seiner Art auf der Welt (der größte ist der Mutterbaum dieses Baumes).

Danach ging es einmal quer über die Strasse zu den Winterresidenzen und zwar zunächst zu Edison’s Seminole Lodge.

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Edison hatte das Haus 1885 erworben und die Familie hatte es bis Ende der 1940er Jahre genutzt. Danach hat man es der Stadt Ft. Meyers überlassen. Die Möbel sind alle noch Original und eine Dauerleihgabe der Familie.

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Interessant sind vor allem die Lampen, die extra für Edison (der ja das elektrische Licht nutzbar gemacht hat) angefertigt wurden.

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Danach ging es weiter ins Gästehaus, dass Edison 1906 erwarb.

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Das Haus von Henry Ford steht nur ein paar Schritte weiter. Und die Nähe der beiden bekannten Persönlichkeiten war kein Zufall. Ford arbeitete einst bei Edison in der Fabrik. Sein Interesse galt jedoch dem pferdeungebundenen Antrieb. Edison erkannte Fords Talent und förderte ihn. So wurde Edison Ford’s Mentor. Die resultierende Freundschaft führte auch dazu, dass Ford Edison in Ft. Meyers in seinem Wintersitz besuchte. Als eines Tages dann das Nachbaranwesen „The Mangoes“ zum Verkauf stand, erinnerte sich der Eigentümer an Fords Besuch und schrieb seine Sekretärin an, inwiefern Ford Interesse an dem Anwesen hätte – und er hatte.

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Im Inneren wirkt das Anwesen wohnlicher als das von Edison. Ein kleines schönes Detail war dabei, dass im Hause von Henry Ford ein Plattenspieler der Marke Edison stand.

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Danach war ich kurz im Haus des Hausmeisters von Ford, wo heute ein Souvenirshop ist. Als ich allerdings wieder raus wollte, hatte es gerade angefangen bei strahlendem Sonnenschein zu regnen. Also war erstmal Warten angesagt. In einer kleinen Schwächelphase des Schauers, bin ich dann zumindest ein kleines Stück weiter, vorbei an diesem Gummibaum, dessen Wurzeln zu einem ganzen Teil über der Erde sind.

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Dann besann sich der Schauer wieder auf seine alte Stärke und ich bin in die Garage von Mr. Ford geflüchtet, wo ich eine ganze Weile ausharren musste.

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Dort bot sich dann für eine Weile leider nur folgendes Bild:

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Nachdem der Schauer sich endlich verzogen hatte, ging es weiter zum Flusssteg. Dies war der erste Bau auf dem Anwesen, da damals noch die meisten Sachen über das Wasser nach Ft. Meyers gebracht wurden.

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Damit ging es dann auch wieder zurück auf die andere Straßenseite, wo nur das Labor Edisons und ein Museum warteten. Im Museum wurde insbesondere ein interessanter Film über Edison gezeigt. Edison hatte ja fast 1100 Patente im Laufe des Lebens auf sich registriert, u.a. die Glühlampe und das Grammophon aber auch auf dem Gebiet der Filmtechnik war er sehr aktiv.

Insgesamt habe ich gute 3 Stunden hier verbracht und diese Zeit braucht man auch mindestens. Aber da ich ja noch Sanibel und Captiva auf dem Plan hatte, war für mich nicht mehr Zeit drin. Also ging es wieder ab und weniger später war ich auf Sanibel. Um dorthin zu kommen, waren aber erstmal 6 USD Maut fällig. Ganz schön happig. Dann ab zum ersten Strand. Unheimlich viele Muscheln gab es hier und vor allem auch in einer großen Vielfalt. Teilweise war es fasst so, als hätte sie hier jemand lasterweise aufgeschüttet.

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Ich nutzte die Zeit für einen kleinen Spazierganz und ein paar Fotoexperimente. Für das Parken am Strand sind übrigens nochmal 2 USD pro Stunde fällig. Bei diesem Strand konnte ich sie mir allerdings sparen, da ein Paar sich gerade ein Ticket gezogen hatte und dann doch beschloss weiterzufahren. Insofern haben sie mir freundlicherweise ihr Ticket überlassen.

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Wie auf dem letzten Bild zu sehen ist, ist mir das Gewitter aus Ft. Meyers immer auf den Fersen gewesen. Ich sollte aber für den Rest des Tages mit Sonne gesegnet sein.

Weiter ging es dann ein paar Meilen nach Norden zum Bowman Beach. Hier habe ich dann auch den Sprung ins (lauwarme) Wasser gewagt. Insofern war die Erfrischung wie schon am gestrigen Tag eher mittelprächtig. Der Strand war aber auch sehr schön.

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Eine Stunde später ging es dann weiter in Richtung Norden. Ziel war Captiva, die Insel nördlich von Sanibel. Nach einem kurzen Stop am Supermarkt (ich hatte Durst wie ein Kamel mit sieben Höckern), habe ich mein Auto mal wieder (kostenpflichtig) geparkt.

Den Strand dort habe ich aber schnell verlassen, da ich lieber eine Runde über die Insel gelaufen bin, denn aus dem Auto sah das alles schon sehr schön aus. Hier ein paar Bilder von diesem einstündigen Rundgang:

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Damit wären wie auch beim Kleinanzeigenmarkt „Gesucht-Gefunden“. Heute zunächst mir einer Anzeige aus dem Bereich „Sie sucht Sie“:

„Ich (Alter unbekannt), robust aus verottungsfreiem Plastik, langes Haar, leicht verrenkter Körper suche meine Eigentümerin. Liege am Strand von Captiva nahe der Küstenstrasse. Selbständiger Heimweg  ausgeschlossen“

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Und eine Anzeige aus der Rubrik „Paar sucht Ihn“:

„Wir sind ein offenes Paar und lieben es gern dunkel. Wir sind sowohl rechts als auch links und stehen meist mit beiden Füssen auf dem Boden. Wenn du in unsere Fußtapfen passt, dann melde dich doch am Strand auf Captiva nahe der Küstenstraße!“

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Mit diesem Spaziergang ging dann auch der heutige Tag zu Ende, nicht jedoch ohne noch knapp 1,5h Autofahrt bis zum Tagesziel Naples, wo die nächsten beiden Nächte auf dem Programm stehen.

Für all diejenigen, die auch von Sanibel nach Naples (oder umgekehrt) fahren: Ab Sanibel ist die SR 865 wesentlich schöner als die US 41. Die SR 865 führt über Ft. Meyers Beach und Bonita Springs dann wieder auf die US 41. Wieviel Mehrzeit das kostet weiss ich nicht, kann aber nicht viel sein und die Strecke ist sehr schön.

Das Hotel in Naples ist das Lemon Tree Inn, was recht zentral gelegen und dabei auch noch preiswert ist. Im Abendlicht, mit etwas Gewitterstimmung sah es auch richtig klasse aus.

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Fazit:

  • Wer in Ft. Meyers ist, sollte auf jeden Fall die Anwesen von Edison und Ford sehen. Ich hätte echt was verpasst, wäre ich wie geplant direkt nach Sanibel und Captiva gefahren.
  • Für Muschelsammler sind die Strände auf Sanibel und Captiva ein Traum. Für alle anderen gibt es auch andere schöne Strände und man sich die Maut sparen.

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Autor:Jens Koopmann