Reisebericht Bretagne und Paris – Tag 5: Rundfahrt entlang der Smaragdküste

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Der heutige Tag sollte eine kleine Rundfahrt werden entlang der Smaragdküste von Saint- Malo nach Westen bis zum Cap Fréhel. Da der Wetterbericht für den Morgen noch trübes Wetter vorhergesagt hatte, konnten wir noch etwas ausschlafen. Ab 11 Uhr sollte allerdings die Sonne rauskommen. Unsere Fahrt führte uns zunächst raus aus Saint-Mao und durch Dinard in den kleinen Ort Saint-Lunaire. In diesem Örtchen sollte es einen schönen Aussichtspunkt, den Pointe de Décolle geben. Es dauerte nur wenige Minuten und wir hatten das Auto im Ortszentrum unweit der Kirche abgestellt.

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Der Weg führte uns dann auch erstmal zu der Kirche, welche recht schlicht gehalten ist und wo im Inneren einzig das Schiff an der Decke die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Man wird halt immer wieder daran erinnert, dass das Meer nah ist und die Schifffahrt zumindest früher für die Menschen eine hohe Bedeutung hatte.

Weiter ging es dann zur Strandpromenade, wo aufgrund des noch bewölkten Wetters und des Windes nicht viel los war. Lediglich ein paar Kinder bauten sich eine kleine Sandburg. Über eine kleine Straße ging es dann weiter bis zu besagtem Aussichtspunkt Pointe de Décolle.

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Von hier bietet sich ein schöner Blick über die Bucht von Saint-Malo und in die andere Richtung bis nach Cap Fréhel. Nach ein paar Fotos hatte Milly keine Lust darauf, den ganzen Weg wieder zu Fuß zurück zu laufen und so bin ich allein zurückgetrabt, um das Auto zu holen. Bis zum Auto zu kommen war dann auch nicht schwer, nur in dem Labyrinth aus Einbahnstraßen bis zu Milly zurück zu finden war eine kleine Herausforderung. Nach einer guten Viertelstunde hatte ich es aber geschafft. Mittlerweile war es auch kurz nach 11 Uhr und die Sonne hatte sich wie versprochen durchgekämpft.

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Nächster Halt auf unserer Tour war Saint-Briac-Sur-Mer. Hier hatten wir kurz im Ortszentrum gehalten und bei einem Bäcker 2 Eclairs geholt und einen Blick zum Rathaus geworfen und sind dann wieder auf die Uferstraße, wo sich ein schöner Blick auf die Bucht von Saint-Briac bot. Da gerade die Ebbe einsetzte, konnten wir wieder die vielen mit Seilen an Land festgemachten Boote sehen, wie schon gestern auf der Wanderung durch Cancale.

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Ein Stück weiter südlich kurz vor Ploubalay haben wir anschließend bei einer kleinen Mühle gehalten. Mehr als ein paar Fotos gab es allerdings nicht zu holen. Danach sollte dann ein Aussichtsturm in der Nähe auf dem Programm stehen, doch bei der Ankunft mussten wir feststellen, dass dieser nicht mehr begehbar war wegen Baumängeln. Also ging es direkt weiter nach Westen.

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Auf einer Landzunge bei Saint-Jacut-de-la-Mer sollte es einen weiteren lohnenden Aussichtspunkt geben, den wir als nächstes ansteuerten mit nur einem Stop vorab im Ort selbst bei der Kirche, in die wir allerdings nicht hineinkamen.

Der Aussichtspunkt bot wieder einen tollen Blick auf die See und auch auf die hiesigen Muschelbänke. Zeit für uns, etwas zu verschnaufen.

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Nach dieser Pause haben wir dann unsere Route fortgesetzt und als nächstes an der Flussüberquerung des L’Arguenon angehalten. Die schön mit Blumen dekorierte Brücke bot dabei ein Panorama, was allemal für ein paar Fotos ausreichte. Es war insgesamt auffallend, wie überall in der Region die Orte mit Blumen dekoriert waren und so alles gleich viel freundlicher erschien.

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Nur wenige Meter entfernt, kurz hinter der Flussbiegung gab es dann noch ein paar „Klingende Steine“ zu bewundern. Diese Felsbrocken klingen, wenn man mit einem Stein auf sie schlägt wie Metall (zumindest wenn man erwartet, dass sie wie Metall klingen sollen). Diesen Stop hätten wir uns auch irgendwie schenken können.

Dafür lohnte sich unser nächster und damit vorletzter Halt aber wieder umso mehr. Gemeint ist hier Fort la Latte. Ab einem Parkplatz führte uns der Weg durch ein kleines Waldstück und dann zur Küste hinab bis zur Landzunge, auf der sich die Festung befindet. Unterwegs konnten wir das Fort bereits von oben erblicken.

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Seit dem 13. Jahrhundert steht an dieser Stelle eine Festung. Damals war es die Familie Goyon de Matignon, ein Adelsgeschlecht aus der Bretagne, die das Fort errichtete. Kurzzeitig war die Burg für den König im 14. Jahrhundert beschlagnahmt, fiel aber schon kurz danach wieder der Familie Goyon in die Hände.

Nach einer Belagerung der Burg durch die Engländer im 15. Jahrhundert wurde sie im 16. Jahrhundert durch Brandstiftung weitgehend zerstört.

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Ein Schüler des berühmten Architekten Vauban, hatte sich dann ab 1690 mit dem Wiederaufbau der Festung beschäftigt. Vauban selbst zeichnet sich in der Bretagne und auch im Rest Frankreichs für den Bau zahlreicher Festungen verantwortlich, so auch für die in Saint- Malo. So wie die Festung damals aufgebaut wurde, zeigt sie sich auch heute noch, nur das Eintrittshäuschen zur Entrichtung von 5 Euro war damals noch nicht da.

Kurz nach dem Wiederaufbau gab die Familie Goyon die Burg auf und überließ sie dem Kriegsministerium.

Die Festung selbst war durch 2 Gräben nur schwer zu erreichen und so hielt sie einem Sturm der Bürger Saint-Malos 1815 stand.

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Im Innenhof der Festung konnten wir bei der Besichtigung auch den Ofen sehen, der früher zur Herstellung von Kanonenkugeln diente. Leider konnten wir nicht an einer offiziellen Führung teilnehmen, da diese nur in Französisch war und es weder mir noch Milly vergönnt ist, fließend diese Sprache zu verstehen – zumal in der Geschwindigkeit mit der die Franzosen sprechen.

Besonders schön waren vor allem die Ausblicke von dem großen Turm, auch wenn die schmale Treppe recht schwer zu erklimmen war. Insgesamt sicher einer der lohnendsten Halte an diesem Tag, der insgesamt bislang ein wirklich schöner war.

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Im Anschluss mussten wir natürlich wieder den Weg zurück auf den Hügel gehen, um zum Auto zu kommen und dann ging es genau eine Landzunge weiter zu einem der bekanntesten Aussichtspunkte entlang der Smaragdküste, dem Cap Fréhel. Allein der Weg dorthin war bereits faszinierend, bot sich doch rechts und links der Straße ein buntes Bild der hiesigen Heidelandschaft. Violett, gelb, orange, grün und rot wechselten sich ab und bildeten ein einmaligen Panorama.

Es war nicht weit und wir waren am Cap Fréhel angekommen und ließen das Auto wieder stehen, um die Landspitze bis zum Ende zu Fuß zu gehen.

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Als ersten fallen die beiden Leuchttürme auf. Der ältere von ihnen (links im Bild) stammt noch aus der Zeit Vaubans, während der große Leuchtturm erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erbaut wurde.

Der Weg zur Spitze führt entlang von Heidelandschaft und steilen Felsklippen und bietet schöne Ausblicke auf die Smaragdküste und die Côte de Granit Rose. Es war der kröhnende Abschluss unserer kleinen Rundfahrt, die insgesamt viel Spaß gemacht hat. Um die gesamte Region zu erkunden, müsste man aber eine Rundreise machen und sein Quartier immer mal wieder verlagern. Da wir aber stationär in Saint-Malo waren, sollte Cap Fréhel der westliche Punkt dieser Woche sein.

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Danach ging es in gut 1,5 Stunden wieder zurück, zunächst aber nur bis nach Dinard, denn dort sollte es heute Abendessen geben. Wir hatten heute Lust auf Jakobsmuscheln und so hatten wir zwei Gerichte mit eben jenen verspeist, natürlich nicht ohne eine gute Flasche Cidre.

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Damit ist auch der heutige Tag zu Ende und wir schauen voraus auf den morgigen der wieder sonnig werden und uns mit dem Schiff nach Dinan führen soll.

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Autor:Jens Koopmann