Reisebericht – Auf Kreuzfahrt durch die Kanaren mit der AidaSol. Teil 6: Sand und Windmühlen auf Fuerteventura

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Der gestrige Tag auf Gran Canaria war ein schöner, aber auch anstrengender Tag und so hatte Milly das dringende Bedürfnis, etwas länger schlafen zu wollen. Da zum Fotografieren dagegen gerade die Morgenstunden die interessanten sind, bin ich zunächst allein in der frühe losgezogen, um einige der für Fuerteventura so typischen Windmühlen zu fotografieren.

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Angelegt hatten wir in Puerto del Rosario und nach einem kurzen Frühstück habe ich am Hafen meinen vorbestellten Mietwagen, einen kleinen Opel Corsa abgeholt und habe mich auf den Weg nach Westen ins Inselinnere gemacht.

Fuerteventura ist die Afrika am nächsten gelegene Insel der Kanaren – nur knapp 100km trennen sie von Marokko und der Sahara. Dies macht sich auch direkt im Landschaftsbild bemerkbar, denn im Vergleich zu La Palma und Gran Canaria war es hier geradezu karg. Ich hatte etwas Schwierigkeiten im Dickicht der Einbahnstraßen meinen Weg  aus der Stadt zu finden, aber nach guten 10 Minuten habe ich dann die Häuserblöcke hinter mir gelassen und befand mich auf der Straße in Richtung Llanos de la Conception.

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Hier befinden sich zwei der so typischen Windmühlen auf Fuerteventura, die sich sehr oft in ihrer Verzierung und teilweise auch in ihrer Form unterscheiden. In Betrieb sind die Windmühlen heute nicht mehr, sondern werden vielmehr aus touristischen Zwecke erhalten. Mir sollte es recht sein, denn sie geben ein tolles Motiv in der Landschaft ab. Zwei dieser Mühlen habe ich hier in Llanos fotografieren können in wüstenähnlicher Umgebung, die vom Morgenlicht in ein sanftes Rot gehüllt war.

Weiter ging es danach noch ein kleines Stück in Richtung Süden mit einem kleinen Stop an einem Aussichtspunkt.

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Danach bog ich bei der Gabelung der Straße, an der es nach Betancuria oder Antigua ging in Richtung der letzteren ab und war wenige Minuten später in Antigua und dort auf dem Weg zu einer Windmühle, die ich am Ortsrand vom Auto aus gesehen hatte. Eingeführt wurden die Windmühlen auf Fuerteventura im 18. und 19. Jahrhundert, denn der stetige Wind auf der Insel war wie geschaffen, um den angebauten Weizen zu mahlen. Steine Lehm und Kalk sind die Grundlage für den massiven Grundbau der Mühle, auf dem dann eine Holzkuppel sitzt. Jede Mühle hatte 4-6 Flügel, welche mit Segeltuch bespannt wurden.

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Nach einem kurzen Fotostop habe ich auch im Ort selbst nochmal kurz gehalten, um die hübsch anzusehende Kirche auf Bild festzuhalten. Die Kirche ist rund 300 Jahre alt und der Jungfrau von Antigua geweiht.

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Es war noch ein klein wenig Zeit bevor ich mich mit Milly am Schiff treffen wollte und so habe ich noch Kurs Richtung Süden genommen, um eine weitere Windmühle nahe bei Antigua anzusteuern. Im Gegensatz zu den anderen Mühlen, hatte diese an der Fassade einen bunten Wechsel aus Stein und Kalkverputzung.

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Damit war es dann aber auch Zeit zurückzukehren, denn um halb 11 – sprich eine gute halbe Stunde später – musste ich wieder am Schiff sein, um Milly nicht warten zu lassen. Pünktlich auf die Minute war ich dann auch dort angekommen und wir konnten uns nun gemeinsam auf den Weg machen, die Insel zu erkunden.

Unser erster kurzer Halt war das kleine Örtchen Casillas del Angel in dem die Kirche mit ihrem dunklen Glockenturm in mitten der anderen kalkweißen Gebäude auffällt. Der Altar der Kirche soll auch sehenswert sein, doch uns blieb am heutigen Tag der Zutritt verwehrt, so dass wir recht schnell wieder weitergefahren sind auf der mir ja schon bekannten Route in Richtung Llanos de la Conception. Am Abzweig hinter Llanos sind wir diesmal nicht nach Antigua abgebogen, sondern haben Weg in die Berge hinauf in Richtung Betancuria gewählt.

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Fuerteventura wurde im 15. Jahrhundert von den Spaniern erobert, einer Zeit in der die Insel in zwei Königreiche geteilt war. Jean de Bethencourt eroberte die Insel 1405 und gründete die nach sich selbst benannte Hauptstadt Betancuria. Bei der Eroberung soll Bethencourt auch den Auspruch „Welch großes Abenteuer“ (auf Spanisch: que fuerte ventura) getätigt haben und so nicht nur der Hauptstadt, sondern auch der Insel ihren Namen verpasst haben.

Bevor wir in Betancuria ankamen bot sich noch ein Stopp in den Bergen an, wo man die Aussicht über die ehemaligen Königreiche genießen konnte, die hier aufeinander trafen. Zur Erinnerung daran wurden hier 2 Statuen aufgestellt, die die beiden damals herrschenden Könige darstellen. Nur wenig später waren wir dann in Betancuria selbst.

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Die heutige Hauptstadt Puerto del Rosario löste Bentacuria in dieser Funktion erst 1834 ab. Erstaunlich, hatte doch Betancuria keinen Zugang zum Meer und war auch sonst recht abgeschnitten. Mittelpunkt des Ortes ist die von Bethencourt gegründete Kirche Santa Maria, die im 17 Jahrhundert neu aufgebaut wurde nachdem sie von Piraten zuvor zerstört wurde. Die Kirche kann man gegen einen kleinen Eintritt besichtigen, was wir auch taten. Im Inneren kann man verzierte Holzdecken, Kunstgegenstände und einen goldenen Hochaltar entdecken, nicht aber fotografieren, weshalb es hier keine Bilder gibt.

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Unsere Inseltour führte uns dann über die Berge wieder zurück in Richtung Antigua und von dort nach Norden, wo wir bei einem Windmühlenmuseum Halt gemacht haben, so dass auch Milly noch ihre Portion Mühlen für heute bekam. Es handelt sich hier um ein kleines Museumsdorf, welches die Geschichte der Windmühlen ebenso wie die Geschichte der Insel darstellt.

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Hier konnten wir auch in die Windmühle herein. Die Mühlen hatten in der Regel 2 oder 3 Geschosse und im Inneren war fast alles – vor allem aber auch die Mühlmechanik – aus Holz. Einzig einige Metallteile und der Mühlstein waren der Stabilität wegen nicht aus Holz.

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Eine gute Dreiviertelstunde haben wir hier verbracht und sind dann schnurstracks weiter in Richtung Norden gefahren, vorbei an La Oliva bis nach Corralejo an der Nordspitze der Insel. Unterwegs ist mir noch eine Windmühle über den Weg „gelaufen“, welche von der Form sich von all den anderen Mühlen so unterschieden hatte, dass sich unbedingt noch ein Foto wert war.

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Im Norden der Insel angekommen haben wir den Weg auf die Küstenstraße genommen und sind dort zu den Stränden gefahren, wo wir uns beiden eine Verschnaufpause gönnten und uns in den feinen Sandstrand gelegt hatten.

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Um kurz vor 4 hatten wir aber auch genug Sonne für den Tag getankt und so haben wir uns auf den Rückweg gemacht in Richtung Puerte del Rosario. Südlich der Strände von Corallejo erstreckt sich eine Dünenlandschaft, welche heute ein Schutzgebiet ist. Man könnte meinen, es handelt sich hier um einen entfernten Saharaausläufer. Das Gebiet wäre sicher auch einen separaten Ausflug wert, nur wir waren für heute geschafft und haben daher nur nahe des Autos ein paar Fotos gemacht.

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Nur eine halbe Stunde später hatten wir den Hafen dann wieder erreicht und sind geschafft aber glücklich aufs Schiff zurück wo wir dann unser Abendmahl im Brauhaus gegessen haben und anschließend zur Show gegangen sind, welche wir die anderen Tage so auch heute wieder sehr gut war.

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Fuerteventura war ein kompletter Gegensatz zu Madeira, La Palma und Gran Canaria – karger, flacher und wüstenähnlicher. Für einen Badeurlaub sicher die schönste Insel der Kanaren.

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Kommentare

  • Marianne 23. November 2015 Antworten

    Dies ist ein faszinierender Reisebericht. Da bekommen wir große Lust auf unsere Reise im Dezember zu den Kanarischen Inseln. Viele Details haben uns ganz neue Einblicke möglich gemacht. Vielen Dank.

  • Hans+Lotti 20. Januar 2015 Antworten

    Salü und danke für die tollen Beschreibungen und die fantastischen Fotos. Haben mir sehr geholfen für unsere Reise. Ich kann nur sagen: Weiter so!

  • offshore company 20. Oktober 2012 Antworten

    Wer Cluburlaub machen möchte ist hier richtig, der Individualtourist hat´s schwer, auch wenn man von hier bis nach Afrika sehen kann… Aber so geriert sich auch die Insel ziemlich viel Sand und trockener Stein. Unser erster Weg führt nach Norden zu den Sanddünen von Corralejo. Korrupte Spekulanten haben kurz vor der Einrichtung des Parks aber noch durch Bestechung die beiden Hotelbunker Oliva Beach und Tres Islas erbaut. Lieber dröge Touris die Fressen und Saufen als einen Naturpark, na ja so dachte man eben vor 20 Jahren.

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Autor:Jens Koopmann