Reisebericht – Auf Kreuzfahrt durch die Kanaren mit der AidaSol. Teil 4: Vulkanwanderung und Santa Cruz de La Palma

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Nach einer weiteren ruhigen Nacht sind wir am nächsten Morgen gegen 9 Uhr auf La Palma angekommen und damit wieder auf dem Gebiet der Kanarischen Inseln.

La_Palma-03195.jpgLa Palma ist nach El Hierro die westlichste Insel der Kanaren und wie bei den anderen Inseln, so spielte auch hier der Vulkanismus bei der Inselentstehung eine große Rolle. Heute geht man davon aus, dass Hot Spots – Lavaaustritte an immer der gleichen Stelle des Erdmantels – für die Entstehung der Inselgruppe verantwortlich sind. Da sich parallel dazu die Erdplatten nach Osten verschieben, sind die Inseln immer weiter nach Osten gerutscht. Die ältesten der kanarischen Inseln liegen folglich im Osten der Inselgruppe, unter Ihnen Lanzarote und Fuerteventura die auf ein Alter von bis zu 20 Millionen Jahre geschätzt werden. La Palma ist dagegen nur knabenhafte 2-3 Millionen Jahre alt.

Unser Tagesziel war eine Wanderung am Südende der Insel zwischen den Vulkanen, die auch La Palma ihr Aussehen geben. Dazu mussten wir erstmal nach Fuencaliente, wo die  Vulkane San Antonio und  Teneguia sind. Letzterer ist  der als letzter Vulkan auf den Kanaren 1971 ausgebrochene Vulkan. Auf der knapp einstündigen Fahrt dorthin haben wir ein wenig die Landschaft genießen können und etwas über die Insel und die Kanaren allgemein erfahren.

La_Palma-03214.jpg Seit knapp 5000 Jahren sind menschliche Siedlungen auf den Kanaren nachgewiesen. Die damals hier lebenden Ureinwohner blieben gute 2000 Jahre unter sich, bis die westafrikanischen Völker – unter ihnen die Kartharger – die Inseln auf Ihren Seefahrten entdeckten. Lange Zeit galten die Kanaren als das westliche Ende der Welt und folglich war hier auch der Nullmeridian der Weltkarten.

Nach dem 2. Jahrhundert rückten  die Kanaren wieder aus dem Blickfeld der Mächte hinaus und gerieten für fast 1000 Jahre in Vergessenheit, bis sie erstmals wieder Besuch aus Europa haben, als Seefahrer auf der Suche nach Sklaven waren. Nur wenige Jahre später, 1312, wurde als erste Kanareninsel Lanzarote eingenommen. 90 Jahre später eroberte Jean de Bethencourt Lanzarote und kurz darauf auch El Hierro und Fuerteventura. 1478 stieß dann auch La Gomera zur spanischen Krone und kurz darauf Gran Canaria. Zu guter Letzt wurde 1496 auch Teneriffa von den Spaniern erobert, die damit über die gesamten Kanaren herrschten.

Seit 1927 sind die Kanaren in zwei Provinzen eingeteilt. Die Ostprovinz Gran Canaria besteht aus Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria, während die Westprovinz Teneriffa die gleichnahmige Insel sowie La Gomera, El Hierro und La Palma umfasst.

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Während der Fahrt durch die Berglandschaft auf La Palma wurde mir schon leicht mulmig, denn am morgigen Tag stand eine noch größere Bergtour an auf Gran Canaria, nur dann musste ich selbst fahren – aber so richtig wollte ich jetzt noch nicht darüber nachdenken. In Fuencaliente angekommen hat sich die Gruppe geteilt und unser Guide für die Wanderung war ein Norweger, der in der Schweiz sein Deutsch gelernt hat, weswegen er auch den schweizer Dialekt angenommen hatte. Los ging es direkt am Vulkan San Antonio, wobei wir nicht den Weg hinauf zum Krater gegangen sind (zu meinem Bedauern und Millys Freude), sondern entlang des Kraters. Überall ist alles voller Vulkanasche und Vulkangestein, so dass die Landschaft hier kaum grünes enthält, auch wenn sich hier und da einzelne Pflanzen durchgekämpft haben.

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Der San Antonio ist 1677 zuletzt ausgebrochen und ist Teil einer Vulkankette, die sich vom Taburiente im Norden bis hier und weiter über den Teneguia bis ins Meer zu weiteren Unterwasservulkanen durchzieht. Dieser Teil der Insel gilt aufgrund des Ausbruches von 1971 und dem nicht erloschenen Teneguia noch als vulkanisch aktiv.

In der Mitte zwischen den San Antonio und dem Teneguia machten wir an einem Steinhaufen halt und unser Guide holte etwas Wasser und schüttete es über die Steine. Durch das Wasser wurde dann ein kreisförmiges Muster im Stein sichtbar, welches von den Ureinwohnern der Insel stammte. Weiter ging es dann entlang des Teneguia allerdings auch hier nicht hinauf zum Krater. Die gesamte Wanderung blieb so natürlich recht einfach laufbar, wenn auf ein Aufstieg zum Krater sicherlich schön gewesen wäre.

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Nach etwas über einer Stunde hatten wir auch schon den Teneguia passiert und sind durch eine Vulkanwüstenlandschaft hinunter zum Meer gelaufen, wo zwei Leuchttürme bei einer Salinenanlage waren. Die Saline gibt es seit 1967 als die Anlage durch einen Einwohner aus Lanzarote hier aufgebaut wurde und ist heute eine der wenigen noch in Betrieb befindlichen Salinen auf den Kanaren. Grund hierfür ist, dass die Salzpreise zu niedrig sind, um wirtschaftlich das Salz aus dem Meerwasser zu gewinnen.

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Um am Ende Salz zu haben, wird zunächst Meerwasser in das größte der Becken gepumpt. Von dort werden dann Teile in die einzelnen Verdunstungsbecken gebracht, wo der Salzgehalt nach und nach steigt. Später kommt das Salz bzw. die angereicherte Flüssigkeit in die 3×3 Meter großen Kristalisierungsbecken wo die Flüssigkeit verdunstet und sich Kristalle bilden, die dann jeweils von Hand an den Beckenrand geschoben werden, bis irgendwann kein Wasser mehr da ist.
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Zwischen 3 und 5 Wochen dauert es insgesamt, bis dieser Verdunstungsprozess beendet ist und das auch nur im Sommer, denn im Winter verhindert der regelmäßige Regen einen Betrieb der Saline. Zum Schluss wird das Salz dann noch durch eine Salzmühle gepresst, um die gewünschte Körnigkeit zu erhalten.

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Nach einer guten halben Stunde Aufenthalt ging es dann mit dem Bus wieder zurück nach Santa Cruz de La Palma wo wir zunächst einmal aufs Schiff sind und uns kurz ausgeruht haben. Danach sind wir dann nochmal los auf einen Bummel durch die Altstadt.

Die Hauptstadt in der heute knapp 16.000 Menschen leben wurde 1493 gegründet. Schon früh hatte die Seefahrt eine hohe Bedeutung, denn die Kanaren waren ein wichtiger Zwischenposten auf dem Weg nach Amerika und so entstand in Santa Cruz das erste Überseegericht.

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Neben dem Handel mit Amerika waren Zuckerrohr und Wein wichtige Ertragsbringer der Insel, die ihr zu Wohlstand verhalfen. Noch heute zeugen die vielen prächtigen Gebäude der Altstadt davon. Überall sieht man verzierte Häuser und die typisch kanarischen Holzbalkone. Der schönste Ort der Altstadt ist aber wohl ohne Zweifel der Rathausplatz. An der einen Seite wird er vom Rathaus aus dem 16. Jahrhundert begrenzt, welches über eine schöne Holzdecke sowie ein detailreich bemaltes Treppenhaus verfügt.

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Auf der anderen Seite ist die Iglesia de El Salvador, welche ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert ist und schöne Holzdecken haben soll, doch diese blieben uns leider heute verwehrt, denn die Kirche war geschlossen.

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Wir sind dann noch etwas weiter der Hauptstraße gefolgt bis zur Plaza de la Alameda, wo sich ein Nachbau der Santa Maria befindet, eben jenes Schiff mit dem Christoph Kolumbus nach Amerika gesegelt ist. Obwohl der Nachbau ziemlich hölzern wirkt, stellten wir beim Anfassen fest, dass er aus Stein bestand.La_Palma-03437.jpgLa_Palma-03440.jpgLa_Palma-03474.jpgLa_Palma-03482.jpg

Von hier ging es dann wieder zurück in Richtung Schiff, vorbei an der Kirche und dem Kloster San Francisco. So ging auch dieser Tag zur Neige und wir sind kurz nach 18 Uhr wieder auf dem Schiff gewesen und hatten und unser Essen verdient.
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Kommentare

  • Gerd 16. November 2012 Antworten

    Sehr schöner Reisebericht und tolle Fotos dazu. Ja, so kenne ich die Kanaren! 😉

    Viele Grüße – Gerd

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Autor:Jens Koopmann