Reisebericht – Auf Kreuzfahrt durch die Kanaren mit der AidaSol. Teil 2: Madeira bei Nacht

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Unsere erste Nacht auf der AidaSol war ruhig, angenehm und von einem leichten Schaukeln begleitet. Wir hatten eine Innenkabine gebucht, da wir diese eh nur in der Nacht benötigt haben und so konnten wir morgens noch nicht recht erahnen, welches Wetter uns heute erwarten würde. Beim Gang zum Frühstück, wo es ähnlich voll wie beim Essen am Abend zuvor war, sahen wir aber schon, dass es ein sonniger Tag wurde, was die Laune definitiv anhob.

Nachdem wir gestern in Teneriffa ausgelaufen sind, hatte das Schiff Kurs auf Madeira genommen, die einzige Insel dieser Tour, die nicht den Kanaren und auch nicht Spanien zugehörig ist. Gleichzeitig ist dies auch der längste Weg den wir in diese Woche zurücklegen mussten, weswegen unsere geplante Ankunftszeit in Madeira erst gegen 18 Uhr war. Diese späte Ankunft kam uns jedoch recht gelegen, denn so war genug Zeit, sich etwas zu erholen und das Schiff zu genießen, was wir dann im Spa-Center auch getan haben. Beim Rauschen des Wassers, einem guten Buch und angenehmen Temperaturen verging die Zeit rasch und schon bald zeigte sich Madeira am Horizont. Mittlerweile waren auch ein paar Wolken aufgezogen, aber nichts, was uns beunruhigen sollte.

Damit wir bei der Einfahrt in den Hafen einen guten Platz hatten, mussten wir uns bereits frühzeitig vorn am Bug platzieren, denn wir waren nicht die einzigen mit dem Wunsch nach einer guten Aussicht – und ich war auch nicht der einzige, der diese auf Fotos festhalten wollte 😉

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Die Häuser der Stadt erhoben sich vor uns entlang der Berge und bildeten ein weiß-rot-grünes Gebilde, aus dem das gelbe Fort am Hafen hervorstach. Auch ein touristisches Ausflugsschiff in Form einer historischen Galeere kreuzte unseren Weg, bevor wir in den Hafen eingelaufen sind.

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Wir waren absolut pünktlich in Funchal angekommen und das Schiff war auch schnell vom Zoll freigegeben, so dass man an Land gehen konnte. Milly und ich haben uns stattdessen erstmal kurz noch das Abendbrot gegönnt – heute im asiatischen Restaurant. Dies war kein Vergleich zu gestern – alles war deutlich ruhiger (vor den anderen Restaurants waren allerdings wieder Schlangen) und auch das Essen war für meinen Geschmack viel besser – kurzum: es hatte geschmeckt.

Milly hatte im Anschluss keine wirkliche Lust mehr, noch einen Spaziergang an Land zu machen, zumal die Dämmerung bereits einsetzte. Für mich war dies jedoch die ideale Zeit, denn so bot sich die Gelegenheit  ein paar Fotos bei Nacht zu machen. Also habe ich mir meine Kamera und ein Stativ geschnappt und bin losgezogen, dass erste Mal auf portugiesischem Boden.

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Obwohl Madeira bereits im 6. Jahrhundert vor Christus entdeckt wurden, gerieten es, wie auch die Kanaren für lange Zeit in Vergessenheit, bis es 1419 von den Portugiesen eingenommen und ab dann konsequent besiedelt wurde. Auch meinem Weg am Hafen entlang und zu einem kleinen Park hinauf kam ich dann bei der Statue von Christoph Kolumbus vorbei, der hier 1478 auf einer Handelsfahrt zum Erwerb von Zucker anlegte. Zuckerrohr war eine wesentliche Einnahmequelle in den Anfangsjahren der Insel, doch bald schon wurde der Boden weniger ertragreich und man begann nach anderen Nutzpflanzen zu suchen und so wurde schon bald der erste Wein auf der Insel angebaut.

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Nur wenige Meter weiter kam ich an den Praca do Infante, der über einen schönen beleuchteten Brunnen verfügt.

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Mein Ziel war aber weniger der Brunnen, denn vielmehr das auf der Anhöhe befindliche Casino der Stadt, welches von Oscar Niemeyer, einem brasilianischen Architekten entworfen wurde. Das Casino ist ein futuristischer Bau, der ein wenig an ein Ufo erinnert, was Nachts durch die Beleuchtung nochmals verstärkt wird.

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Da ich kein Kleingeld zum Verspielen dabei hatte und auch meine Kameraausrüstung wohl reichlich auffällig gewesen wäre, habe ich den Jackpot lieber anderen überlassen und bin weiter gelaufen in Richtung Innenstadt wo ich mich schon bald auf der Av.  Arriaga befand. Entlang der Straße kam ich vorbei am Theater, den rückseitigen Mauern des Palacio de Sao Lourenco  und einigen Häusern, deren Wände mit schön bemalten Kacheln verziert waren. Letzteres ist typisch für die Insel.

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Schließlich kam ich an einen kleinen Platz an der Av. Zarco, wo ein Denkmal für den gleichnahmigen Seefahrer steht, der als Wiederentdecker Madeiras gilt. Ihm schräg gegenüber ist der Sitz der Banco de Portugal. Kurz dahinter befindet sich die Kathedrale Sé. Sie ist mit über 500 Jahren eines der ältesten erhaltenen Gebäude auf der Insel.

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Durch eine Seitengasse bin ich dann zum Hauptplatz der Stadt gelaufen. Der Weg selbst war dabei dekorativ mit kleinen Schiffen im Steinpflaster gestaltet. Der Hauptplatz wird gesäumt vom Rathaus der Stadt, der Jesuitenschule und dem Museum für geistliche Kunst. Insbesondere das Rathaus war in der nächtlichen Beleuchtung schön anzusehen. Erst seit 1883 ist dieses Gebäude das Rathaus der Stadt, welches zuvor an mehreren anderen Standorten heimisch war. Das hiesige Gebäude stammte aus dem 18. Jahrhundert und gehörte bis zum Erwerb durch die Stadt einer Familie aus Funchal.

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Da es mittlerweile stockduster war und ich am morgigen Tag bereits früh raus wollte, habe ich damit die nächtliche Tour auch beendet und bin wieder in Richtung der Hafenstraße und von dort zurück zur AidaSol gelaufen – natürlich nicht ohne unterwegs noch den einen oder anderen Schnappschuss zu machen 😉

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Funchal bei Nacht zu besichtigen lohnt sich absolut – die Stadt strahlt eine tolle Atmosphäre aus und auch der Hafen war um diese Zeit noch lebendig. Alles in allem war es ein schöner Start auf der Insel und hatte definitiv Lust auf mehr am kommenden Tag gemacht.

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Autor:Jens Koopmann