Reisebericht – Auf Kreuzfahrt durch die Kanaren mit der AidaSol. Teil 1: Karneval auf Teneriffa

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Der Winterkälte und dem schlechten Wetter etwas entfliehen, dass waren unsere Ziele, als wir letzten Februar uns Samstag morgens auf den Weg zum Düsseldorfer Flughafen begaben um dort die lange Schlange jener Leute mit denen uns das gemeinsame Gepäckband am Koffer vereinte zu verlängern. Es waren gefühlte 90% der Anwesenden, die an jenem Morgen in Düsseldorf mit uns gemeinsam in den Flieger nach Teneriffa steigen wollten, um dort mit der AidaSol die Kanaren zu entdecken. Pünktlich hob dann auch die AirBerlin-Maschine ab und wir waren auf dem Weg ins knapp 5h entfernte Eiland im Pazifik vor der Küste Afrikas. Wir waren beide noch nie dort gewesen und so waren wir gespannt, was uns auf dieser Reise erwarten würde, zumal es für Milly gleichzeitig das erste Mal auf einem Kreuzfahrtschiff sein sollte.

So pünktlich wie wir in Düsseldorf gestartet waren, sind wir auch in Teneriffa gelandet. Dort wurden wir vor dem Flughafen schon vom Aida-Personal erwartet und befanden uns wenige Minuten später im Bus für die 40-minütige Fahrt in den Norden der Insel wo das Schiff in Santa Cruz vor Anker lag. Wettertechnisch hatte sich unsere Hoffnung bereits erfüllt, denn es schien bei 20 Grad die Sonne – ideal.

Am Schiff angekommen waren wir nach 5 Minuten auch schon eingecheckt – so schnell und organisiert hatte ich das noch nicht erlebt . und konnten dann um unser Gepäck erleichtert den Weg Richtung Schiff zu Fuß fortsetzen. Die AidaSol ist fast noch nagelneu – nicht mal ein Jahr hatte sie auf den Weltmeeren verbracht und Milly kam aus dem Staunen ob der Größe des Schiffs nicht mehr heraus.

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An Bord haben wir uns erstmal kurz umgesehen, bis wir schließlich auf unsere Kabine durften, wo unser Gepäck auch gerade ankam. Noch war es gerade mal früher Nachmittag und das Schiff sollte erst 23 Uhr auslaufen, so dass es eine Schande gewesen wäre nicht wenigstens einen Abstecher in die Stadt zu machen, zumal an just jenem Wochenende der Karneval in Teneriffa gefeiert wurde. Dieser ist nach dem von Rio de Janeiro der größte und bunteste Karneval der Welt. Um dort hinzukommen, mussten wir aber erstmal den Weg durch den Hafen bestreiten, was aber nach wenigen Minuten geschafft war.

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Kaum hatten wir den Hafen hinter uns gelassen, waren wir auch schon mitten im Karnevalstroubel drin, von überall tönte Musik, die Leute waren fröhlich am Tanzen und man hatte quasi keine Chance, sich nicht von der guten Laune anstecken zu lassen – und Milly schonmal gar nicht…

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Schließlich haben wir uns bis zur Plaza de Espana vorgekämpft, dem größten Platz der Kanaren, der direkt an die Uferstraße, wo der Hafen ist, grenzt. Beherrschend am Platz ist die Statue „Monumento de los Caidos“, ein 1944 errichtetes Denkmal für die Gefallenen im Spanischen Bürgerkrieg.

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Nach dem kurzen Abstecher ging es wieder ins Karnevalsgetümmel zur Plaza de Candelaria, wo eine Musikband die Karnevalsfans bei guter Laune hielt. Während wir einen Moment dort ausharrten, schweiften unsere Blicke um uns herum, und wohin wir auch schauten, wir waren umgeben von bunten, verrückten und lustigen Kostümen. Milly hatte direkt an einer Karnelvals“prinzessin“ gefallen gefunden, die mit ihrem nicht ganz jugendfreien Blumenstrauß auf Prinzenfang war.

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Weiter ging es dann durch die Gassen der Altstadt von Santa Cruz. 1494 kamen die Spanier das erste Mal auf die Insel, nachdem zuvor Spanier und Portugiesen die Welt untereinander aufgeteilt hatten. Sie landeten damals dort wo sich heute die Plaza de Espana befindet. Ab 1723 wurde die Stadt Amtssitz der Insel und wenige Jahre später erhielt sich als einziger Ort der Kanaren das Privileg den Handel mit den aufstrebenden Vereinigten Staaten von Amerika zu tätigen.

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Mehrfach versuchten die Briten die strategisch günstige Insel zu erobern, scheiterten jedoch jedes Mal. Wir scheiterten dagegen nicht und waren nach einigen Minuten  auf einem weiteren, von Karnevalisten eingenommenen Platz angekommen. Ein Monsterbaby mit leicht undichter Windel hatte uns dort offensichtlich schon erwartet.

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Rund um den Platz befinden sich viele hübsche Gebäude, die aber an diesem Tag nicht die Hauptrolle spielten. Sie wurden von all den verrückten, ausgelassen feiernden Spaniern eingenommen, die bereitwillig für mich einen Blick in die Kamera riskierten, während Milly sich einfach ins Getümmel stürzte.

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Selbst vor Hunden machte der Karneval nicht wirklich halt.

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Um zumindest noch etwas von der Stadt abseits des Karnevals zu sehen, habe ich noch allein eine kleine Runde gedreht, während Milly weiter feierte. Zuerst kam ich dabei an der Calle el Pilar an einer kleinen Kirche gleichen Namens vorbei, vor der einige erschöpfte Karnevalisten Beistand von oben erhofften – ohne offensichtlichen Erfolg allerdings.

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Auf dem weiteren Weg sind mir immer wieder die schönen Türportale aufgefallen, etwas, was sich in den kommenden Tagen immer wieder zeigen sollte.

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Letztlich bin ich bis zum „Plaza de 25 de Julio“ gekommen, dem Platz des 25. Juli, der an die Seeschlacht der Spanier im Jahre 1797 erinnert. Rund um den Platz befinden sich wunderschöne Bänke, welche mit  Ornamentkacheln bestückt sind, die die Geschichte der Seeschlacht zeigen. In der Mitte ist ein Brunnen, der eine Kopie eines Brunnens in Sevilla ist. Aufgrund der Ente in der Mitte des Brunnen wird der Platz von den Spanien auch als Entenplatz bezeichnet.

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Von hier aus ging es dann auch wieder in Richtung Innenstadt, wo Milly mich schon erwarten sollte. Unterwegs mußte ich leider feststellen, dass auch an den Baywatch-Nixen die Zeit nicht ohne Spuren vorübergegangen ist 😉

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Wieder an der Plaza de Espana angekommen haben wir erfahren, dass gegen 19 Uhr eine Kinderkarnevalsparade starten sollte und so haben wir uns noch schnell einen Platz mit gutem Blick gesucht. Dies war gar nicht so einfach, denn immer dann wenn ich dachte, dass ein Standort gut war, war er bei genauerem Hinsehen doch nicht optimal. Letztlich haben wir kurz vor Beginn der Parade aber doch einen passendes Plätzchen gefunden, von wo wir gut sehen konnten.

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Gefunden haben wir diesen Platz nahe der Kirche Iglesia Nuestra Señora de la Concepción, welche 1653 erbaut wurde, allerdings erst später den heute weithin sichtbaren Turm erhielt.

Santa Cruz war ab 1833 Hauptstadt der Kanaren und ist es auch heute noch, zumindest zeitweise, denn sie wechselt sich alle vier Jahre mit Las Palmas de Gran Canaria ab. Das Parlament der als autonome Region betrachteten Kanaren hat jedoch seine permanenten Sitz hier in Santa Cruz.

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Der Umzug war dann ein schöner Abschluss unseres ersten Tages hier auf den Kanaren, denn die Dämmerung setzte ein und auch der Magen meldete leichten Hunger an, so dass wir im Anschluss zurück aufs Schiff sind. Leider konnten wir den großen Umzug in 2 Tagen nicht mehr miterleben, denn der wäre sicher noch bunter und lebhafter geworden, als die kleinere Kinderausgabe am heutigen Abend.

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Auf dem Schiff waren wir dann das erste Mal Essen und hatten uns hierfür das Marktplatz Restaurant ausgesucht. Bei der Aida gibt es im Gegensatz zu den Schiffen von Celebrity Cruiselines mit denen ich meine bisherigen Kreuzfahrten unternommen hatte eher Buffets, denn ein Restaurant mit fester Sitzordnung. Hier merkte man dann auch recht schnell, dass man unter Deutschen war, denn die Angst nichts mehr abzubekommen, schien den Leuten ins Gesicht geschrieben. Insgesamt war das Essen ok, aber nicht überragend – vor allem der Lärm und die Massen an Leuten haben ein entspanntes Essen verhindert. Für die nächsten Tage hatten wir uns daher vorgenommen, die anderen Restaurants zu probieren.

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Bevor es schließlich losgehen konnte und die AidaSol in See stechen durfte, stand noch die verpflichtende Seenotrettungsübung an und so haben Milly und ich uns modisch schick in den Trenddress des Abends geworfen und sind auf unsere Rettungsstation getrabt. Zu Millys Beruhigung sind wir aber nicht untergegangen.

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Und dann war endlich der Moment gekommen, als die Aida zur Musik von Enya (Sail Away) den Hafen von Santa Cruz verließ. Es ist schwer zu beschreiben, aber dieser Moment auf solch einem großen Schiff aufs Meer zu fahren ist immer wieder etwas besonderes.

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Wir sind dann noch kurz auf der Willkommensparty gewesen, waren allerdings auch recht geschafft vom heutigen Tag und sind so recht schnell in unsere leicht schaukelnden Betten gefallen, um eine ruhige Nacht auf See zu verbringen.

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Autor:Jens Koopmann