Pocos Blick

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Darf ich vorstellen: das ist Poco! Poco und ich haben uns 2014 getroffen bei unserem Besuch im Ol Pajeta Reserve, wo es eine Shimpansen-Auffangstation gibt. Hier finden mishandelte, kriegsgefährdete und kranke Shimpansen eine neue Heimat und gleichzeitig versucht man Besuchern die Menschenaffen etwas näher zu bringen, denn in der Tat sind sie mit uns so stark verwandt, dass wir zu 98% genetisch identisch mit ihnen sind.

Pocos Schicksal ist jedoch ein Tragisches. Er ist 1979 geboren (ein guter Jahrgang!) lebte aber während seines früheren Lebens für 9 Jahre in einem Käfig, der über einer Werkstatt hing. Der Käfig war dabei so klein, dass Poco nicht auf allen Vieren dort Platz fand, sondern aufrecht stehen musste. Er ist deshalb auch heute noch der einzige Shimpanse in der Auffangstation, der aufrecht läuft. Seit 1995 hat er nun hier ein neues Zuhause gefunden und ist fester Teil der hier ansässigen Shimpansenfamilie geworden. Sein Wesen ist dabei zutraulicher und freundlicher als das seiner Artgenossen und er ist schnell am Zaun, wenn Besucher im Anmarsch sind – erstaunlich, wenn man bedenkt, was doch der Mensch diesem armen Tier angetan hat.

Die Auffangstation in Ol Pajeta in Kenia ist eine private Institution und lebt von Spenden. Man kann im Gegenzug Patenschaften für die Shimpansen eingehen. Als wir da waren, hatten wir auch eine solche Patenschaft abgeschlossen und zwar für Poco, da er mit mir gleich alt war. Falls ihr auch über eine Unterstützung für diese Institution nachdenkt, findet ihr hier weitere Infos: Ol Pajeta Conservancy. Dieser Link ist keine Werbung oder etwas von ich was habe, aber ich finde, dass man diesen Tieren helfen sollte, denn schließlich waren es die Menschen, die dieses Schicksal zu verantworten haben.

Die Aufnahme hier entstand, als Poco recht nah an den Zaun herankam. Leider war dadurch aber auch der Abstand zwischen dem Zaun und seinem Gesicht recht klein geworden und ein Seil des Zauns führte zu einem breiten hellen Streifen im Bild. Diesen habe ich mit einem Radialfilter und mehreren Korrekturpinseln, welche alle den Kontrast erhöhten und die Belichtung etwas zurücknahmen weitgehend beseitigt. Mit einem weiteren Pinsel habe ich dann noch die Augenpartei etwas aufgehellt. Als letztes wurde die Aufnahme noch im Format 4:5 beschnitten, um den Fokus noch mehr auf den Kopf zu legen.

Zur ganzen Geschichte unseres Aufenthaltes in Ol Pajeta geht es hier: Ol Pajeta


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Autor:Jens Koopmann