Nägel, eine Rose und das Bügeleisen

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Nägel, eine Rose und ein Bügeleisen – eine ungewöhnliche Kombination ohne Zweifel, doch genau diese Zusammenstellung gab es 2013 für kurze Zeit in New York zu sehen. Natürlich findet sich auf dem Foto in diesem Beitrag kein wirkliches Bügeleisen, doch dafür das Flat Iron Building (Bügeleisenhaus), welches seinen Namen durch seine spitz zulaufende Form bekommen hat und zu einem der markantesten Gebäude in New York zählt.

Mit 91m Höhe war es zum Zeitpunkt seiner Erbauung 1902 quasi ein Wolkenkratzer. Zudem ist es eines der ersten Gebäude mit einer Stahlkonstruktion. Die Keilform dagegen ist weniger ein Designelement, als vielmehr der Tatsache geschuldet, dass das Grundstück so spitz zuläuft und man die Fläche maximal ausnutzen wollte.

Die Form des Gebäudes sorgte aber auch auch dafür, dass der Wind in den umliegenden Straßen immer wieder sehr stark wehte. Dies führte zu der skurrilen Anekdote, dass Männer des Platzes verwiesen wurden, weil sie sich hier nur aufhielten, um den Frauen dabei zuzuschauen, wie der Wind ihre Rücke hochwehte.

Damit haben wir also das Bügeleisen. Fehlen noch Nägel und Rose und die gab es wirklich nur für kurze Zeit auf dem Platz vor dem Flatiron-Building zu sehen, als im März/April 2013  eine Statue des Künstlers Will Ryman ausgestellt wurde. Die Statue hat den einfachen Namen „Bird“ (Vogel) und ist beeindruckende 3,6×3,6×4,2m groß. Doch noch beeindruckender ist das Material aus dem Sie besteht. Für die Statue wurden 5500 Nägel produziert und dann zusammengefügt. Hinzu kommt der Sockel der Statue (das Nest), welches aus weiteren 90.000 Nägeln besteht.

In seinem Schnabel trägt der Vogel eine rote Rose, womit auch das dritte Element aus diesem Blogtitel erklärt ist.

Die Figur an dieser Stelle war natürlich ein tolles Fotomotiv, aber auch recht surreal, sowohl aufgrund der Größe, als auch aufgrund der verwendeten Materialien. Schade, dass es keine permanente Installation ist, sondern nur für kurze Zeit zu sehen war.

Für die Aufnahme habe ich einen sehr tiefen Standpunkt gewählt, um sowohl die Skulptur als auch das Flatiron-Building bildfüllend aufnahmen zu können. Zudem unterstreichte dieser Blickwinkel die surreale Situation und half dabei, die Menschenmassen auf der Straße zu eliminieren. In der Nachbearbeitung habe ich die Sättigung reduziert und von oben einen Verlaufsfilter auf das Bild gesetzt, wo ich die Belichtung heruntergesetzt habe um 1,5 Blenden. Dann habe ich in den Lichtern des Bildes noch eine warme Teiltonung eingefügt, da das Bild sonst durch das Mittagslicht recht stark bläulich war. Ansonsten habe ich noch die Lichter etwas aufgehellt und die Klarheit erhöht. Für mich eines der schönsten New York Bilder, da es eines der Wahrzeichen mal in einer anderen Perspektive zeigt und gleichzeitig der Aufnahmewinkel es erlaubt, die Machart der Skulptur gut herauszuarbeiten.


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Autor:Jens Koopmann