Miniatur Wunderland Berlin Hellersdorf

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Wer an Berlin Hellersdorf denkt, der hat unweigerlich schnell Plattenbauten vor dem Auge und in der Tat lässt sich nicht leugnen, dass Hellersdorf wie so viele Neubaugegenden der späten DDR-Zeit eine Plattenbausiedlung ist. Man sollte allerdings auch nicht die Augen mit diesem Vorurteil verschließen, sondern auch anerkennen, dass sich seit der Wende hier vieles getan hat. Dem einheitlichen Grau der Bauten ist zumindest ein etwas vielfältigeres und teilweise bunteres Gesicht gegeben worden und auch im Umfeld hat man versucht mit den vorhandenen Mitteln kleine Akzente zu setzen.

Einen solchen Akzent findet ihr auch auf diesem Bild, welches in Kaulsdorf-Nord am Cecilienplatz entstand. Wie an so vielen Stellen, so finden sich auch hier einige an sich sehr schmucklose Stromkästen. Doch hier hat sich die ansässige Wohnungsbaugesellschaft ein Herz gefasst und die Kästen hübsch gestaltet und aufgrund ihrer Form bot es sich direkt an, aus ihnen eine Mini-Platte zu machen. Auf der Aufnahme hier sieht man dann auch gleich Original und Miniatur nebeneinander. Wer also die Augen aufhält, kann auch hier kleine liebenswerte Details entdecken, denn man sollte auch nicht vergessen, dass im Gegensatz zu heute, zu DDR-Zeiten die Wohnungen hier sehr begehrt waren, waren sie doch für damalige Verhältnisse sehr modern und erschwinglich und dank der U-Bahn war man auch in weniger als einer halben Stunde in der Stadt.

Berlin Kaulsdorf hat neben Plattenbauten aber auch noch eine lange Geschichte zu bieten, welche bis ins Jahr 1285 zurückreichen, als ein Nicolao de Caulestorp erstmals erwähnt wird. Die nach ihm benannte Siedlung wird erstmals 1347 in den Büchern erwähnt. Um 1800 begann man dann hier in der Gegend mit dem Anbau von Zuckerrüben und dem Bau einer Zuckerrübenfabrik. Als wir als Kinder nach Hellersdorf gezogen sind, gab es noch Rübenbauern hier (nicht mehr in Kaulsdorf, aber in der Nähe). Danach setzte die Blüte in Kaulsdorf ein, denn der Vorort von Berlin erhielt einen Bahnhaltepunkt. Erst seit 1920 gehört Kaulsdorf zu Berlin (damals Groß-Berlin) und wurde zunächst dem Bezirk Lichtenberg zugeordnet. Später wechselte es dann nach Marzahn, später nach Hellersdorf und gehört nun zum gemeinsamen Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Bei der Aufnahme habe ich den Hintergrund deutlich entsättigt, um die Stromkästen noch etwas mehr zu betonen.


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Autor:Jens Koopmann