Reisebericht Kenia 2011 – Ein afrikanisches Sommermärchen. Teil 19: Mombasa: Orient meets Africa

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Ein Tag in Mombasa war heute unser Ziel. Also ging es ab in die Metropole am indischen Ozean wo wir neben Fort Jesus auch die Altstadt mit ihren Gassen und vielen kleinen Marktständen erkundet hatten. Auch ein Besuch der Elfenbeinzahnstatuen zum Gedenken an den Besuch der Königin Elisabeth II. durfte natürlich nicht fehlen.

Inhaltsverzeichnis Reisebericht Kenia

Teil 1: Anreise nach Kenia Teil 9: Fahrt in die Masai Mara Teil 17: Mwazaro Beach
Teil 2: Kisumu Teil 10: Masai Mara Teil 18: Mwazaro Beach
Teil 3: Familienbesuch in Ndori Teil 11: Masai Mara Teil 19: Mombasa
Teil 4: Impala Sanctuary Kisumu Teil 12: Bei den Masai Teil 20: Mwazaro Beach
Teil 5: Kit Mikayi und Äquator Teil 13: Masai Mara Teil 21: Mwazaro Dorfbesuch
Teil 6: Schulen in Kenia Teil 14: Lake Nakuru Teil 22: Ramisi Delta Mangrovenwald
Teil 7: Ndori Teil 15: Lake Nakuru / Lake Naivasha Teil 23: Mwazaro Beach
Teil 8: Kibuye Markt Kisumu Teil 16: Zugfahrt nach Mombasa Teil 24: Rückreise

23.08.2011, Mwazaro Beach

Der heutige Tag begann bereits um 6 Uhr am Morgen, wo ich bereits aufgestanden bin, um ein paar schöne Bilder von der Morgensonne zu schießen. Das frühe Aufstehen kam dabei nicht ungelegen, denn irgendwie wollte ich nicht recht meinen Schlaf heute Nacht finden.

Während Milly also noch etwas in ihren Träumen verweilen konnte, bin ich bereits losgezogen raus an den Strand, um ein paar hübsche Motive zu finden.

Leider waren direkt tief am Horizont ein paar Wolken, so dass der eigentliche Sonnenaufgang nicht zu sehen war. Dafür bot sich dann eine ähnliche Chance in dem Moment, als die Sonne hinter den Wolken hervorkam.

Die Mangroven am Strand haben dabei eine tolle Szenerie bei dem Sonnenaufgang hergegeben und auch der glänzende Sand  bei fast Ebbe hat sein übriges dazu getan, um ein paar schöne Bilder zu erhalten.

Danach habe ich dann aber Milly aus dem Bett geworfen, so dass wir pünktlichst beim Frühstück waren, denn das heute Tagesprogramm bestand weniger aus dem Sonnenaufgang als vielmehr einem Ausflug nach Mombasa, um dort noch ein wenig Sightseeing zu haben. Kurz nach 10 waren wir schließlich in Mombasa am Parkplatz vor Fort Jesus angekommen, wo wir uns auch gleich einen Tourguide für die nächsten zwei Stunden genommen haben.

1593 wurde mit dem Bau von Fort Jesus in Mombasa begonnen und es waren die Portugiesen, die seinerzeit den Grundstein für die heute sicherlich bekannteste Attraktion von Mombasa legten. Bereits rund 100 Jahre zuvor waren schon die ersten Portugiesen mit Vasco da Gama in Kenia angekommen, allerdings nicht im heutigen Mombasa, da die dortigen Einheimischen den Fremden gegenüber recht feindlich waren, sondern etwas weiter nördlich in der Gegend des heutigen Malindi.

Da Mombasa jedoch einen natürlichen Hafen hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich andere für diesen Ort interessieren. Uns so kam es, dass 1589 die Türken und nicht die Portugiesen, eine erste kleine Festung in Mombasa errichteten. Diese Schaffung von Tatsachen führte jedoch zu erheblichen Unbehagen bei den Portugiesen, die ihre Sicherheit auf dem Seeweg gefährdet sahen und so kam es 1593 zum Angriff der Portugiesen auf die türkische Festung. Der Angriff war erfolgreich und man begann noch im gleichen Jahr mit dem Bau von Fort Jesus.

Die portugiesischen Seefahrer dieser Zeit verstanden sich in erster Linie als Missionare des christlichen Glauben und erst an zweiter Stelle kam der portugiesische Nationalstolz, weswegen sie auch nicht mit der nationalen Flagge segelten, sondern mit dem Kreuz Jesu. Dieses Kreuz lieh dem Fort auch seinen Namen und seine Form.

Zur damaligen Zeit war Fort Jesus noch nicht so hoch und mächtig, wie es sich dem Besucher heute zeigt. Die heutige Höhe der Mauern wurde erst später unter der Herrschaft der Araber erreicht.

In den folgenden Jahrhunderten durchlief das Fort einen steten Wechsel seiner Besatzer. Das erste Mal wurde es 1631 eingenommen vom Sultan von Mombasa, der jedoch bereits ein Jahr später wieder seinen Vorgängern Platz machen musste. Bis 1696 hatten die Portugiesen dann Ruhe, bis sie der Sultan des Oman belagert und nach drei langen Jahren die Festung schließlich einnimmt, wobei er unterstützt wurde von Epidemien, die in der Festung ausgebrochen waren.

Es beginnt damit die Zeit der arabischen Vorherrschaft in Mombasa, die nur noch einmal 1728 kurz durch ein portugiesisches Intermezzo unterbrochen ist. Nachdem die Portugiesen jedoch abermals geschlagen wurden, verließen sie Mombasa für immer.

Die lange arabische Herrschaft erklärt, warum heute rund 75% der Bevölkerung Mombasas islamisch sind, während das Inland Kenias eher christlich geprägt ist.

1741 erhält Mombasa seine Unabhängigkeit vom Oman und bitte 1824 erstmals um britischen Schutz. Das britische Protektorat wird Mombasa auch gewährt, allerdings nur für zwei Jahre. Zu diesem Zeitpunkt fällt Mombasa wieder zurück unter den Einfluss des omanischen Sultans. Dieser währt bis 1875 als die Briten als neue Macht einmarschieren.

Mit der Ankunft der Briten waren auch die Tage von Fort Jesus als Festung gezählt. Das Gelände wurde fortan bis 1958 als Gefängnis genutzt, nur kurz unterbrochen von einem Intermezzo, wo die Deutschen sich in diesem Teil der Welt ihr Stück sichern wollten. Noch heute zeugt eine Kanone von dieser Geschichte.

Das Fort war immer ein wichtiger Handelsplatz, denn von hier wurden Sklaven und Elfenbein zunächst nach Sansibar und von dort in alle Welt verschifft.

Witzig ist ein kleines Gefährt im Fort. Es handelt sich um das erste Schienenfahrzeug Kenias, welches noch mit menschlicher Kraft bewegt wurde und welche König Victoria von England als Transportmittel bei ihrem Besuch diente.

Insgesamt lohnt der Besuch von Fort Jesus mit einem Guide, auch wenn wir Europäer solche Festungen natürlich schon eher mal gesehen haben, als beispielsweise die Amerikaner.

Nach dem Besuch des Forts hat uns unser Guide weiter in die Altstadt von Mombasa geführt, wo jedoch die meisten Häuser in einem eher bescheidenen Zustand sind. Und doch lassen schmuckvolle Verzierungen und prächtige Portale erahnen, wie schön Mombasa einst war.

Interessant war, dass man bei den alten Häusern anhand des Vorhandenseins eines Balkons feststellen kann, ob es ein britisches oder arabisches Haus war, denn nur die Araber hatten Balkone, die Briten nicht. Heute gilt diese Regel natürlich nicht mehr.

Zwischendrin finden sich in den Gassen der Altstadt immer wieder Moscheen und zahllose Leute, die ihre Waren am Straßenrand versuchen an die Einheimischen und Touristen zu verkaufen. Die meisten von ihnen verkauften Gemüse oder Obst, einige aber auch andere Dinge wie Stoffe oder Kleidung.

Bis man zum Markt kommt, ist es in den Gassen der Altstadt noch recht beschaulich, was sich am Markt jedoch schlagartig ändert. Hier drängen sich Lieferwagen, Tuktuks, Händler und Passanten auf den engen Wegen und es fällt schwer den Überblick zu behalten und nicht alle paar Sekunden überrollt zu werden.

Unterwegs kamen wir am alten Hafen vorbei, wo auch heute noch die arabischen Segelschiffe vor Anker gehen, sowie am indischen Jain-Tempel, der jedoch für Touristen verschlossen bleibt, so dass man sich mit dem Blick aus der Ferne auf die Elefantenstatuen begnügen muss.

Bei einer Besichtigung von Mombasa darf ein Besuch auf dem Gewürzmarkt nicht fehlen. Hier nimmt die Nase allerlei bekannte und fremde Gerüche war, die sich zu einer einzigartigen Geruchsvielfalt zusammenmischen. In einen Kaufrausch haben wir uns dennoch nicht gestürzt.

Nach dem Gedränge der Altstadt ging es dann weiter zum Lord Shiva Tempel, der ein wenig Abseits der Altstadt liegt. Er ist das Zentrum der Hindus in Mombasa und gemeinsam haben Milly und ich die marmorne Schildkröte im Inneren berührt, was nach dem Hinduglauben uns Glück bringen sollte.

 

Schließlich ging es zur letzten Station unserer Führung zu den beiden Elfenbeinstatuen, die anlässlich des Besuchs der Queen errichtet wurden und heute ein Wahrzeichen der Stadt sind.

 

Hier hat sich dann unser Guide von uns verabschiedet, jedoch nicht ohne warnende Worte, dass wir nicht allein nochmal in die Altstadt gehen sollten, da dies für Touristen nicht ratsam sei, je nachdem in welcher Gasse man landet. Wir waren aber eh recht geschafft, denn die Sonne drückte recht ordentlich und so haben wir erstmal einen Snack gegessen und noch etwas Geld für unseren Taxifahrer besorgt. Diesen haben wir dann auch bald gerufen, kurz nachdem wir nochmal bei der Holy Ghost Cathedral waren.

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So sind wir jetzt wieder zurück in der Lodge und lassen es uns den Rest des Tages verdientermaßen gut gehen. Mombasa war interessant aber trotz der kurzen Zeit auch anstrengend. Mehr als einen Tag hat es da für mich jetzt nicht gebraucht.

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Ein paar Videoeindrücke der Stadt und auch eine Karte der heutigen Bildstandorte gibt es auch wieder:


Größere Kartenansicht


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Autor:Jens Koopmann