Eine Kreuzfahrt durch Asien – Tag 6: Das Land der Felsen in der Halong Bay

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Donnerstag, 19.03.2015

Heute war unser zweiter und letzter Tag in der Halong Bay, denn gegen 13 Uhr sollte die Millenium auslaufen in Richtung Chan May. Zuvor hatten wir aber noch einen Ausflug vor uns – diesmal mit dem Boot. Mit einer Dschunke sollte es durch die spektakuläre Landschaft der Bucht gehen. Passend dazu hatte es auch das Wetter heute besser mit uns gemeint und die Sonne zeigte sich etwas, wenn es auch weiterhin eher dunstig blieb.

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Unsere Tour ging bereits Viertel nach Sieben los, so dass es wieder eine kurze Nacht war. Zunächst ging es mit dem Schiff rund 25 Minuten durch die Bucht, um zu dem Felsengebiet zu kommen, welches wir später durchqueren sollten.

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Unterwegs hatte uns unser Tourguide, welcher heute sehr unterhaltsam war und gut Englisch sprach ein Wenig über die Gegend hier erzählt. Halong Bay ist ein beliebtes Touristenziel, nicht nur bei Europäern und Amerikanern, sondern auch bei den Chinesen. Immerhin sind es nur 2h bis zur Chinesischen Grenze. Im Moment fehlen allerdings die Touristen aus dem Nachbarland und die Hotels der Hafenstadt sind verweist, denn Vietnam und China befinden sich seit 7 Monaten in einem diplomatischen Konflikt um eine Insel, weswegen die Grenzen seitens China im Moment geschlossen sind. Daher sind auch die chinesischen Schiffe, welche sonst zahlreich hier vor Anker liegen, dieser Tage nicht zu sehen gewesen. Aber auch ohne die chinesischen Touristen waren für meinen Geschmack heute genug Boote in der Bucht unterwegs…

Unser erster Stopp galt dann der Thien Cung Höhle, durch die wir hindurchgegangen sind. Thien Cung heisst Himmlischer Ort und ließ zumindest schonmal unsere Erwartungen steigen. Entdeckt wurde die grottenartige Höhle von den französischen Besatzern und seit etwas mehr als einem Jahrzehnt kann sie auch besichtigt werden. Vor der Besichtigung galt es allerdings noch einige Stufen zu überwinden, was in den Morgenstunden gottseidank ging, da es noch nicht zu warm war. Nach dem Aufstieg wurden wir allerdings reichlich belohnt mit einer Tropfsteinhöhle, welche wirklich sehenswert war. Unterstützt wurde dies durch eine sehr schöne Lichtinstallation. Die diversen Bereiche wirkten fast, als würden teilweise Quallen die Säulen hinaufkommen, oder sich Korallenriffs gebildet haben.

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Andere Bereiche sahen wiederum aus, als hätte man Stoffbahnen in Falten gelegt. Kurzum – es war wirklich sehenswert durch die 3000qm große Grotte zu gehen.

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Danach sind wir wieder zu unserem Schiff, wobei wir längst nicht das einzigen zu sein schienen, die heute zu der Höhle wollten. Die Lagune war ein riesiger Schiffsparkplatz geworden und unzählige Schiffe standen unmittelbar nebeneinander oder warteten darauf, dass sich eine Parklücke eröffnete.

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Insofern war es auch recht abenteuerlich, wie wir wieder aus unserer Parkposition herausgekommen waren. Immer wieder sind wir gegen andere Schiffe gestoßen, die uns zugeparkt hatten.

Im Anschluss ging es dann durch die Felsenlandschaft der Halong Bay. Diese Landschaft ist vulkanischen Ursprungs und wurde später durch das Meer geformt und so finden sich heute fast 2000 Inseln in der Bucht, die größer ist, als was wir auf dieser Tour erkunden konnten, weshalb es auch Hotelboote gibt, die dann für mehrere Tage durch die Bucht fahren.

Unser Weg konnte nur einen kleinen Teil der Bucht abdecken, denn mehr war in der kurzen Zeit einfach nicht möglich. Unterwegs haben wir auch ein paar Familien gesehen, die auf dem Wasser leben und die der letzte verbleibende Teil eines einst schwimmenden Dorfes sind. Früher haben viele Fischerfamilien hier auf dem Wasser gelebt, doch seitdem die Bucht zum Weltkulturerbe ernannt wurde, versucht die vietnamesische Regierung die Familien dazu zu bewegen ein Leben in einer der angrenzenden Städte zu führen. Die Fischer werden dabei mit einer kostenfreien Wohnung gelockt, haben aber meist dafür nur 3 Monate Zeit, ihr schwimmendes Zuhause und damit ihr gewohntes Leben aufzugeben. Nehmen sie das Angebot nicht an, so siedelt der Staat sie irgendwann zwangsweise um an Land, dann allerdings ohne eine kostenfreie Unterkunft. Und da sich solche Familien keine eigene Wohnung leisten können, stehen sie in diesem Fall ganz ohne Bleibe dar.

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Neben den mangelnden hygienischen Verhältnissen in der Bucht, wenn dort Menschen auf dem Wasser leben, ist ein weiterer Grund der mangelnde Zugang zu Bildung für die Kinder in solchen Familien. Ich bin ein wenig zwiegespalten, ob diese Umsiedlung richtig ist. Natürlich leben die Leute in für unsere Maßstäbe unakzeptablen Verhältnissen auf dem Wasser und schädigen damit auch das Ökosystem der Halong Bay. Andererseits verschwindet mit der Umsiedlung der Menschen, welche oft gegen ihren Willen ist, auch ein Stück Tradition in diesem Land, was auch ein kultureller Verlust ist.

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Die meisten der Felsen haben auch einen Namen und manche haben auch Formen, welche die Fantasie der Menschen anregen, welche hier Tiere oder Menschen in den Felsen entdecken.

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Halong heißt auch vietnamesisch soviel wie „Der Ort an dem der Drache landet“, ganz im Gegensatz zu Hanoi, was übersetzt heißt „Der Ort an dem der Drache aufsteigt“. In der Tat sollte ich später beim Auslaufen Felsformationen entdecken, welche man durchaus mit Fantasie auch für einen Drachen halten konnte.

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Damit ging dann aber unsere Tour auch zu Ende und wir waren gegen 11 Uhr wieder auf dem Schiff angekommen, wo wir uns zunächst etwas ausgeruht haben und ich etwas Tischtennis gespielt hatte.

Dann lief das Schiff ab 13 Uhr aus der Bucht aus, es ließen sich aber noch fast 2h die Felsen der Halong Bay beobachten, die sich rechts und links der Fahrrinne entlang erstreckten.

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Später waren wir dann noch zu einem kurzen Kunstvortrag, bevor wir den Rest des Nachmittags relaxed hatten bis zur Show am Abend.

Die Show war wieder sehr gut. Der englische Hauptdarsteller des Lion King Musicals hatte performed und es waren tolle 60 Minuten vor einem wieder sehr sehr guten Dinner mit unseren Freunden aus England und der Schweiz. Danach ging es dann aber direkt ins Bett, denn der morgige Tag in Chan May sollte ein wirklich langer werden.

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Autor:Jens Koopmann