Eine Kreuzfahrt durch Asien – Tag 16: Tropischer Regen in Singapur

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Heute stand nun wirklich der Abschied von der Millenium auf dem Programm, denn die 2 Wochen auf dem Schiff sind bereits wieder vorrüber und das viel schneller als uns lieb ist. Nach einem kurzen Frühstück um 8 Uhr waren wir kurz vor halb 9 in unserem Wartebereich und konnten von dort zügig das Schiff verlassen.

Nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten, haben wir uns dann ein Taxi in die Stadt genommen, was allerdings rund 30min Wartezeit bedeutete, denn wir waren nicht die einzigen, die heute auf diese Idee kamen.

Die Fahrt zu unserem Hotel dauerte dann aber nicht mehr als 10 Minuten. Es ist ein kleines Hotel zwischen Chinatown und dem Singapur-River gelegen, was es uns erlauben sollte, vieles zu Fuß zu erreichen. Wir konnten leider noch nicht in unsere Zimmer, also haben wir erstmal nur das Gepäck dort gelassen und sind dann wieder in die tropische Hitze hinaus. Es war zwar Regen mit Gewittern angesagt für heute, aber bislang schien noch die Sonne, was es auszunutzen galt.

Vom Hotel sind wir zunächst in Richtung Chinatown gelaufen, um dort den Hop-on-Hop-off Bus zu nutzen, da wir ja von gestern noch unser 2-Tages-Ticket hatten. Es dauerte allerdings noch ein wenig, bis der erste Bus kam und so habe ich noch ein paar Bilder gemacht.

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Während ich dies tat, setzte dann zunächst ein leichter Nieselregen ein, der sich aber schnell in einen regelrechten Wolkenbruch verwandeln sollte – soviel zum Thema Ausnutzen des Sonnenscheins.

Schließlich kam unser Bus und wir sind ein Stück mit ihm auf dem überdachten Oberdeck gefahren, bis wir in die Orchard Road kamen. Da der Regen hier zwischenzeitlich aufgehört hatte, sind wir kurz ausgestiegen, um ins ION Orchard zu gehen, einer futuristischen Shopping Mall. So außergewöhnlich, wie der Komplex von außen allerdings aussieht, so gewöhnlich ist er von innen, so dass wir recht schnell wieder hinaus gegangen sind, allerdings nur um festzustellen, dass der Regen wieder eingesetzt hatte.

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Wie haben uns dann über die Arkaden der Malls bis zur nächsten Bushaltestelle durchgekämpft, was bei dem Wetter nur bedingt spaßig war.

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Von der Haltestelle sind wir dann weiter nach Little India gefahren. Wie Chinatown für die ansässigen Chinesen ist Little India eine Art Enklave für die ansässigen, zahlreichen Inder in Singapur.

Hier angekommen schien der Regen zunächst erneut nachzulassen, was sich aber als Finte herausstellen sollte, denn tatsächlich holte er nur Luft, um sich dann um so kräftiger zu ergießen.

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So haben wir versucht, uns unter den Hausvorsprüngen halbwegs im trockenen Fußes durch das Viertel zu bewegen, was aber nur teilweise von Erfolg gekrönt war.

Die Gründung des Viertels geht zurück ins Jahr 1820, wo hier die erste, von einem Inder betriebene Ziegelbrennerei eröffnet wurde. Zuvor war die Gegend Sumpfland. Die Nähe zum Rochor River erlaubte aber auch Landwirtschaft und so zogen bald weitere Inder hier hin.

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Bis heute haben sich viele alte Gebäude in dem Stadtteil erhalten und auch die kleinen Geschäfte in den unteren Stockwerken bedienen im wesentlichen den Bedarf der ansässigen Inder. Das Viertel hat sich so ein wenig mehr seiner Originalität erhalten als Chinatown, wo der Tourismus einen größeren Einfluss hat.

Da bei dem Regen der Spaß beim Laufen sich doch stark in Grenzen hielt, haben wir beschlossen nur noch kurz den Weg zum Sri Veeramakaliamman (nein, ich bin nicht auf die Tastatur gefallen, der Tempel heisst so!) Tempel zu laufen, der laut unserem Plan sehr sehenswert sein sollte.

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Leider war der Tempel selbst geschlossen und wir konnten ihn nur von außen sehen. Es handelt sich um einen der ältesten indischen Tempel der Stadt, der bereits 1881 erbaut wurde. Damals war es die britische Regierung, die den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Singapur Siedlungsgebiete zuwies. Zu jener Zeit lebten in diesem Gebiet bereits 13.000 Inder, die natürlich auch einen Ort des Gebets brauchten, weshalb man diesen Tempel erbaute.

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Da wir nicht hineinkonnten, sind wir der Serangoon Rd weiter gefolgt bis zur Bushaltestelle, von wo wir dann erstmal wieder zurück nach Chinatown gefahren sind, um dort zu Mittag zu essen. Es war wieder lecker, aber nicht ganz so gut wie gestern.

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Danach war es dann auch schon 15 Uhr und damit konnten wir endlich in unser Hotelzimmer. Der Regen hatte sich mittlerweile endlich gelegt und es klarte so langsam auf. Insofern bestand Hoffnung, dass wir noch einen schönen Abend haben könnten.

Zunächst brauchte Milly aber ein Nickerchen und ich habe die Zeit genutzt, den Reisebericht von gestern zu schreiben.

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Das Wetter schien sich aber zu halten und so sind wir kurz nach 5 Uhr nochmal raus aus dem Hotel und haben den Bus genommen bis zu einer Haltestelle nahe dem Singapur Flyer. Der Singapur Flyer ist das zweitgrößte Riesenrad der Welt. Bis vor einem Jahr war es noch das größte, wurde aber mittlerweile von einem Riesenrad in Las Vegas um 2,5m übertrumpft. Der Flyer ist 165m hoch und wurde 2008 eröffnet. Eine Fahrt dauert rund 30 Minuten in einer der 28 klimatisierten Kapseln. Das macht 0,76km pro Stunde – atemberaubend 🙂

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Wir sind kurz vor 6 in eine der Kammern gestiegen, da ich möglichst schon etwas Abendlicht haben wollte zum Fotografieren. Es war nicht übermäßig voll heute und so waren wir statt den zugelassenen 28 Personen nur zu 8 in der Kabine, was uns allen entsprechend viel Bewegungsraum gab.

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Tatsächlich hatten wir von hier oben fantastische Ausblicke auf die Marina Bay von Singapur hinter der sich langsam die Sonne senkte. Ich hatte eigentlich auch gehofft, die Millenium von hier oben nochmal zu sehen, aber irgendwie schien sie nicht mehr am gleichen Platz zu liegen, oder aber es gibt zwei Kreuzfahrtterminals.

Von hier oben konnten wir auch einen ersten Blick auf die „Garden by the Bay“ werfen, welche insbesondere durch die übergroßen Metallbäume beeindrucken und welche unser nächstes Ziel heute Abend sein sollten.

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Nach einer halben Stunde sind wir dann wieder aus der gekühlten Kabine ins schwüle Äußere gegangen und von dort zur Helix Bridge.

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Die Helix Bridge überquert den Singapur River und erlaubt am anderen Ende des Zugang zum Gardens by the Bay. Der Name der Brücke resultiert aus ihrer Form, die einer Doppelhelix entspricht. Damit ist die Brücke ein Abbild unserer DNA. Der Zusammenhang zum Menschen wird dabei unterstrichen durch die organisch gebogene Form. Auf der Brücke gibt es zudem einige Aussichtsplattformen, die einen schönen Blick auf die Marina Bay erlauben.

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Unser Ziel waren wiegesagt die Gardens by the Bay, weshalb wir auf der Brücke nur kurze Zeit verbracht haben. Die Dämmerung setzte langsam ein und dies bedeutete, dass es nur noch kurze Zeit dauern würde, bis das Fotografieren schwerer wird.

Die Gardens by the Bay sind ein großes Areal zwischen dem Marina Bay Sands Resort und dem Meer, welches insbesondere durch seinen Supertree Grove auffällt, eine Ansammlung von übergroßen Metallgerippen, die von Pflanzen bewachsen sind und Bäume symbolisieren sollen.

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Diese Metallgerüste sind zwischen 25 und 50 Meter hoch und sind als vertikale Gärten angelegt. Bei Nacht werden sie beleuchtet mit der Energie, die sie bei Tag über Solarzellen einsammeln.

Als wir ankamen, schien es zunächst so, als würde sich wieder Regen einstellen, gottseidank war es aber nur ein kurzes Aufbäumen, was schnell wieder verstummte.

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Normalerweise werden die Supertrees bei Nacht in allen möglichen Farben beleuchtet. Aufgrund des Todes des Staatsgründers der Republik Singapur und Premierministers von Singapur vor einer Woche, war am heutigen Tag die Beleuchtung aber nur in Weiss und Blau gehalten. Trotzdem war es aber toll anzuschauen.

Ein besonderes Highlight ist der Skywalk, der einen Panoramablick über das ganze Areal bis hin zum Singapore Flyer erlaubt. Natürlich wollte ich dort auch hinauf, doch leider war er zu dem Zeitpunkt gerade gesperrt wegen des Regens zuvor. Also sind wir noch eine Runde umhergelaufen und in der Zeit haben sie dann auch den Skywalk wieder geöffnet, so dass wir im Anschluss doch noch in die Höhe hinauf konnten.

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Der Ausblick von oben war nochmal ein Highlight zum Ende des Tages.

Wieder unten angekommen sind wir zur nächsten Metrostation gelaufen, von wo wir dann in Richtung City Hall gefahren sind. Hier befindet sich unweit der Metrostation das Raffles Hotel.

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Das Raffles Hotel ist nach Sir Stamford Raffles benannt, dem Briten, der 1819 die britische Kolonie Singapur gründete. Das Hotel wurde 1899 eröffnet und ist bekannt für einen Cocktail, der hier zum ersten Mal serviert wurde: der Singapur Sling.

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Auch wir wollten es uns natürlich nicht nehmen lassen, hier einen Drink zu nehmen und so sind wir in die Long Bar gegangen. Das besondere an der Lokalität ist, dass auf der Bar und den Tischen kleine Säcke mit Erdnüssen stehen. Soweit so gut mag man denken, doch die Erdnussschalen werden hier nicht auf dem Tisch gesammelt oder in kleinen Abfallbehältnissen, sondern einfach auf den Boden geworfen. Damit ist dies hier der einzige Platz in Singapur, in dem man legal seinen Müll auf den Boden werfen darf, ja sogar soll (überall sonst sollte man es wegen der teils drakonischen Strafen tunlichst meiden!).

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Während wir unsere Nüsse knabberten kamen dann auch unsere Drinks. Allzu stark war die Mischung nicht, geschmeckt hat der Cocktail aber trotzdem. Der Singapur Sling ist eine Mischung aus Gin, Kirschlikör, Cointreau, Benedictrine und diversen Säften.

Ganz billig war das Vergnügen allerdings nicht, denn ein Drink kostete stolze 33 Singapur Dollar (rund 21 EUR).
Nach einer Stunde sind wir dann wieder gegangen und haben die 15 Minuten bis zu unserem Hotel zu Fuß zurück gelegt, wo wir dann erschöpft und glücklich ins Bett gefallen sind, denn nach den regnerischen Mittagsstunden wurde es doch noch ein toller Tagesabschluss.

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Autor:Jens Koopmann