Eine Kreuzfahrt durch Asien – Tag 11: Aha-Erlebnisse in Bangkok

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Der gestrige Seetag war ruhig und erholsam gewesen und so blieb ein wenig Zeit, um sich zu erholen, für die nun folgenden 2 Tage in Laem Chabang, dem Hub zur Metropole Bangkok in Thailand. Während Milly den Tag in der Sonne und mit Tanzen sowie Lesen verbrachte, ist meine Zeit beimLesen und Tischtennis wie im Nu verflogen. Am Abend hatten wir dann wie an allen Tagen an Bord fantastisch gespeist.

Der heutige Tag war nun komplett auf Bangkok selbst konzentriert, während es morgen zu einem Ausflug mit Elefanten in Pattaya gehen soll. Wir hatten den heutigen Ausflug auf dem Schiff gebucht, allerdings war es ein kleinerer Ausflug, der dafür aber einen besonders intensiven Einblick innerhalb eines Tages in die Hauptstadt des Königreichs Thailand geben sollte.

Los ging es wie üblich um kurz nach 8 Uhr, wo wir in einem komfortablen Reisebus unseren Reiseführer Ron kennengelernt haben. Von hier sind wir dann rund 2,5h bis ins Zentrum von Bangkok gefahren.

Auf dem Weg dorthin gab es nicht allzuviel zu sehen, abgesehen von vielen bunten Flaggen, welche überall zu sehen waren. Die Farben der Flaggen sind dabei sehr unterschiedlich. Manche sind rot, weiss und blau, andere dagegen gelb oder violett. Die rot-weiss-blaue Flagge ist die Nationalflagge von Thailand. Der rote äußere Streifen steht dabei für die Menschen in dem Land, der weisse Streifen in der Mitte für Buddha und der blaue untere Streifen steht für den König, den die Thailänder sehr verehren.
Die einfarbigen Flaggen stehen dagegen für einzelne Mitglieder der Königsfamilie, wobei die Farbe sich danach richtet, an welchem Tag die Person geboren ist, denn jeder Wochentag hat in Thailand seine eigene Farbe.

Ron hatte uns viel über sein Land auf der Fahrt erzählt. Was dabei aber zunehmend immer lustiger wurde, war die Tatsache, dass er fast jeden Satz mit einem „aha“ beendete. Sogesehen war der Tag heute voller „Aha“-Erlebnisse.
Der erste Stopp in unserem Programm war dann das Suan Pakkad Palace Museum. Dies war einst Wohnsitz eines Prinzen mit seiner Frau und wurde von diesen 1952 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Name Suan Pakkad heisst wörtlich soviel wie Gemüsegarten und geht auf die ursprüngliche Nutzung des hiesigen Landstreifens zurück.

Die Anlage besteht aus diversen traditionellen Thai-Häusern, welche allerdings nicht ursprünglich hier standen, sondern hierher verlegt wurden von ihrem ursprünglichen Standort.
Die Ausstellung selbst umfasst alte Porzellangefäße aus Thailand sowie Masken und andere Reliquien, darunter ein altes königliches Boot. Trotzdem war das Museum sicher nicht das Highlight unserer Tour, obwohl es nicht uninteressant war. Nach diesem Stopp sind wir zunächst wieder in den Bus, während sich der Himmel über uns immer weiter zuzog und nichts Gutes verheißen ließ.

Für uns ging es aber zunächst zu Mittagessen, denn die Zeit war durch die Anreise nach Bangkok schon recht weit fortgeschritten. Kaum waren wir in dem Hotel zum Essen angekommen, begann draußen ein Wolkenbruch, der seinesgleichen suchte. Während wir also drinnen ein leckeres Buffet mit vielen Variationen an Thai-Speisen genossen, füllten sich draußen die Straßen mit dem anschwellenden Regenwasser und mich überkamen böse Vorahnungen über den Rest der Tour.
Gesättigt sind wir dann wieder in den Bus gestiegen, was – dank der Hotelempfangshalle – ohne nass zu werden ging und von hier ging es dann zum Großen Palast, dem Sitz der Thailändischen Könige von 1782 bis 1946. Auf der Fahrt dorthin mussten wir mit dem Bus durch die überfluteten Straßen der Stadt. Supermärkte standen unter Wasser und die Leute standen bis zu den Knien im Regen, wenn sie auf die Straße gingen.

Gottseidank begann der Regen bereits nachzulassen und so konnten wir mit Regenponchos bewaffnet den Weg zum Großen Palast antreten.

Wir waren dabei nicht allein, denn trotz des Wetters wimmelte es hier nur so von Touristen. Während Ron unsere Tickets holte, warteten wir kurz bei der großen Grünfläche am Eingang, von wo wir schon die Tempel und Türme erkennen konnten, ohne dass wir eine blasse Ahnung hatten, dass dies alles nur ein winziger Vorgeschmack war auf das, was gleich kommen sollte.

Kaum waren wir durch den Eingang spaziert, blieb uns quasi der Mund offen stehen, denn solch eine Anlage hatten wir beide noch nie gesehen. Die Flut der verzierten Gebäude, zahllosen Statuen und Farbenvielfalt hatte uns quasi überwältigt.
Der Palastkomplex umfasst eine Fläche von 0,2 Quadratkilometern und ist von 1,9km Mauern umgeben. Erbaut wurde er im Auftrag von König Rama I. Alle Könige in Thailand heißen Rama gefolgt von der Nummer des Königs. Als letzter residierte hier Rama VIII.

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Direkt hinter dem Eingang standen wir vor dem Tempel des Jade-Buddhas, einem verzierten, bunten Tempel. Links davon auf einer Terrasse befanden sich eine große goldene Säule, die Phra Siratana Chedi und kleinere Tempel. Überall waren zudem Statuen zu finden von Elefanten, Buddhas oder mystischen Wesen.

Hinter uns vor dem Eingang standen dagegen einige übergroße Figuren, welche dazu dienten, die Dämonen abzuschrecken, so dass diese nicht in den Tempel eindringen konnten.

Wir sind dann kurz in den Tempel mit dem Jadebuddha gegangen. Der Buddha wurde im Jahr 1434 aus einem Stein gehauen. Er ist nicht allzugroß und sitzt auf einem hohen Thron innerhalb des Tempels, der von innen ebenso reichlich verziert ist, wie von außen. Der Buddha wird zu verschiedenen Jahreszeiten in immer wieder andere Kostüme gehüllt und ist heute eine der größten Pilgerstätten für Buddhisten in Thailand. Gleichzeitig ist der Tempel aber auch die königliche Kapelle. Bevor der Buddha allerdings hier in diesen Tempel kam, war er über 400 Jahre an wechselnden Orten platziert, zum Teil sogar in Laos.

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Unser Rundgang führte uns als nächstes zu den umgebenden Gebäuden, welche detailreiche Wandmalereien enthalten, die in großem Detail Geschichten aus dem Ramakiem erzählen. Es handelt sich um Geschichten über Kriege und den Kampf des Guten gegen das Böse. Die Bilder sind dabei sehr plastisch und – obwohl Wandbilder – fast schon dreidimensional.

Weiter ging es dann mit der Krönungshalle, der Amarindra Winitchai und Paisal Taksin Halle. Hier finden die Krönungen seit Rama II., sowie Geburtstage der Könige statt. Die Halle ist recht schlicht und dominiert von dem goldenen Thron. Hier verbringt der König allerdings nur die Krönungsnacht und ist danach frei sich einen Wohnsitz zu suchen.

Danach haben wir den inneren Tempelkomplex verlassen und sind entlang der Chakri Maha Prasat Halle wieder zum Ausgang gegangen.

  

Diese Gebäude wurden von Rama V. erbaut, welche Europa als großes Vorbild für sein Land hatte und dementsprechend auch diesen Palast entsprechend errichten ließ, so dass er für uns nicht ganz so exotisch wirkt, wie die älteren Gebäude. Heute werden in diesem Gebäude Botschafter empfangen und Staatsbankette veranstaltet.
Damit endete dann auch schon unser Besuch in dem Palast. In einer guten Stunde hatten wir allerdings nur einen winzigen Teil der Anlage sehen können, die für sich genommen sicher schon eine Reise wert ist. Glücklicherweise hatte auch der Regen zwischenzeitlich aufgehört, so dass der Rest des Tages nur noch von der Luftfeuchtigkeit geprägt war, es aber von oben trocken blieb.

Unsere Tour war aber längst noch nicht zu Ende und unser nächstes Ziel war die Tempelanlage Wat Pho. Diese Tempelanlage ist ebenfalls bekannt für einen Buddha, diesmal aber nicht aus einem Edelstein und klein, sondern ein gigantischer liegender Buddha in Gold gehüllt. Die Tempelanlage gilt als die älteste der Stadt und wurde bereits 200 Jahre vor der Gründung Bangkoks errichtet. Insgesamt gibt es mehr als 100 Buddha-Figuren in dem Tempel, aber der liegende Buddha mit 45m Länge und rund 15m Höhe ist unzweifelhaft der beeindruckendste. Die liegende Position des Buddha symbolisiert den Weg Buddhas ins Nirvana, der letzten Stufe der Erleuchtung vor dem Tod.

  

Zur Zeit Rama I. wurde die Anlage umgestaltet und erweitert und so gibt es neben dem Tempelgebäude noch weitere Säulen und Nebengebäude zu entdecken. Die Säulen sind dabei mit Porzellan verkleidet, welches aus altem Geschirr recycelt wurde. Der Tempel gilt zudem als eine der ältesten, wenn nicht die älteste Lehrstätte für Thai-Medizin.

  

Wir hatten hier gut eine halbe Stunde für das Areal, was uns einen kurzen Einblick erlaubt, bei weitem aber nicht für eine volle Erkundung reichte, denn auch hier kann man ohne Zweifel ein Mehrfaches dieser Zeit verbringen.
Auffallend waren auch hier die Figuren an den Eingängen zu dem Tempelgelände. Im Gegensatz zum Großen Palast, waren diese hier aber in der Form chinesischer Krieger gehalten.

  

Wir sind dann vom Ausgang des Tempels über einen kleinen lokalen Markt gelaufen, auf dem getrockneter Fisch und allerlei lokale Speisen verkauft wurden. Unser Guide versicherte uns aber, dass nichts davon für einen europäischen Magen bestimmt sei, auch wenn die Sachen durchaus sehr lecker aussahen.

  

Hinter dem Markt kamen wir dann an den Fluss, auf dem man auch Rundfahrten machen kann. Von anderen Gästen wissen wir, dass die Rundfahrt ebenfalls ein Highlight von Bangkok ist, aber uns fehlte dafür schlicht die Zeit am heutigen Tag.
Vom Flussufer konnten wir den Tempelkomplex Wat Arun sehen, der Tempel der aufgehenden Sonne. Mit seinen stufenartigen Säulen wirkt er wieder ganz anders, als die Tempel, an denen wir bislang vorbeikamen, doch sein Hauptgebäude ist derzeit in der Restaurierung, so dass die ganze Schönheit nicht sichtbar war, zumal auch der Dunst die Sicht aufs andere Flussufer beeinträchtigte.

Danach sind wir wieder zurück zum Bus gelaufen und von dort zu unserem letzten Tempel für den heutigen Tag. Es war der Wat Ratchanatdaram, der von König Rama III. 1846 erbaut wurde. Sein Name bedeutet soviel wie Kloster der Nichte des Königs, was auch genau seine Bestimmung war. Die Nichte war Mom Chao Ying Sommanad, die spätere Königin von Rama IV. Die Langen Namen sind in Thailand übrigens nichts ungewöhnliches. Meist hat man hier einen kurzen Vornamen und einen langen, ausschmückenden und umschreibenden Nachnamen. So ist auch der Name Bangkok nur eine kurze Umschreibung der Stadt der Engel wie die Thailänder sie bezeichnen. Der vollständige Name der Stadt ist 166 Buchstaben lang!!
Bekanntestes Gebäude der Anlage ist der Loha Prasat, welcher aber derzeit unter einer Bauhülle versteckt ist, da Reparaturen und Verschönerungsarbeiten im Gange sind. Das Besondere an dem Tempel ist das Dach mit den Metallspitzen. Es ist das letzte Buddhistische Gebäude der Welt in diesem Stil. Früher gab es noch je ein solches Gebäude in Indien und in Sri Lanka, doch diese beiden gibt es schon lang nicht mehr.

  

Nach einem kurzen Rundgang durch die Anlage, welche nur von Außen im Moment zugänglich ist, war damit dann der eigentliche Ausflugsteil beendet und wir sind mit dem Bus ins moderne Zentrum der Stadt gefahren wo sich das Central World Plaza befindet, ein 7-stöckiger Konsumpalast, der so rein gar nichts Traditionelles mehr an sich hatte.

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Hier hatten wir nun rund 2 Stunden Freizeit, die wir für einen kurzen Bummel und ein leckeres Thai-Essen genutzt haben.

  

So gestärkt ging es dann zum letzten Tagesprogrammpunkt, der Red Arc Skybar, einer Bar im 55. Stock nahe des Central World Plaza. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und zudem verfügt die Bar – wir der Name schon sagt – über einen Bogen, der in verschiedenen Farben angeleuchtet wird.

  

Bei einem Glas Wein haben wir so den Tag mit unserem anstrengenden, aber tollen Ausflug ausklingen lassen, denn nachdem wir wieder aus der Bar raus waren, ging es die 2 Stunden mit dem Bus zurück zum Schiff, wo wir direkt ins Bett gefallen sind.

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Autor:Jens Koopmann