Ein Fototrip nach Lissabon – Teil 2: Das Expo-Gelände, Prachtstraßen und -plätze sowie die Alfama

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Unser zweiter Tag in Lissabon begann wieder morgens mit dem Frühstück in unserer schnuckeligen Pension, bevor wir dann mit der U-Bahn etwas aus dem Zentrum heraus gefahren sind zum Park der Nationen. Unterwegs hatten wir dabei dann auch Tamas wieder eingesammelt.
Der Park der Nationen ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was wir gestern gesehen hatten. Hier gibt es keine Altstadt oder historischen Dinge zu bewundern, sondern dieser Park ist erst für die Expo 1998 in Lissabon angelegt worden. Auch das umliegende Viertel wird dominiert von Betonklötzen und moderner Architektur.
Dies begann schon mit unserer Ankunft am Bahnhof Lissabon Oriente. Dies ist ein kombinierter Bahnhof für Nah- und Fernverkehr mit direktem Anschluss an den Busbahnhof und ein Einkaufszentrum. Interessant bei dem Bahnhof ist insbesondere die Dachkonstruktion. Die Form der Dachbögen soll dabei an die gotische Architektur erinnern, mich erinnerte er aber eher an die Säulen in der Sagrada Familia in Barcelona, welche wir Bäume gestaltet sind, während das Dachwerk selbst die Baumkronen darstellt.
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Da der Bahnhof als Eingang zur Expo diente, ist er sehr großzügig geplant und wirkt heute viel zu groß. Auch seine sonstige Gestaltung ist eher schlicht. Die sehr modernen Formen sind mit blankem Beton ausgestaltet und somit vielleicht modern, aber nicht sonderlich schön. Dennoch boten sich dank der Formensprache des Gebäudes einige Fotos an, die wir dann auch direkt gemacht haben.
Durch die angeschlossene Einkaufsmeile sind wir dann im Anschluss auf das Expogelände gelaufen, welches früh am Morgen fast menschenleer war. Es war auch nicht mehr so sonnig wie gestern, sondern die Bewölkung zog sich immer mehr zu und es drohten gar ein paar Tropfen Regen.
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Am Eingang zum Gelände steht eine lange Fahnenallee, welche bis zum Wasserbassin führt. Klassisch was zu sehen gab es hier nicht. Dennoch boten Formen und Spiegelungen Möglichkeiten für einige Fotos, bevor wir entlang der Uferpromenade weitergelaufen sind. Von hier bot sich dann auch ein Blick auf die 1998 (pünktlich zur Expo) fertiggestellte Ponte Vasco da Gama, welche mit einer Länge von rund 17km zu den längsten Brücken der Welt gehört. Es ist die längste Brücke in Europa und wird nur durch Brücken in China, den USA, Thailand und Bahrain/Saudi Arabien übertroffen. Während sie die meiste Zeit flach über dem Wasser verläuft, ist nahe dem Ufer eine größere Durchfahrt, welche von zwei 150m hohen Pylonen flankiert wird, die mit ihrem weissen Anstrich und den gerade drauffallenden Sonnenstrahlen einen schönen Kontrast zu dem sich immer mehr verdunkelnden Himmel boten.
Ebenfalls fotografisch lohnend während dieses Abschnittes war der Blick über das Bassin, da sich die moderne Architektur hier gerade im weitgehend stillen Wasser spiegelte.
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Am Ende der Promenade angekommen, sind wir wieder bis zum Ozeanarium zurückgelaufen, in dessen Umfeld sich ein paar Wasserspiele befanden, welche (insbesondere Pia) zum Fotografieren einluden, bevor wir kurz im Café des Ozeanariums pausiert hatten. Hätte Pia nicht auch Bedarf an einer Pause gehabt, wäre sie sicher noch bei den Wasserspielen geblieben…
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Danach ging es in die Luft mit der am Ozeanarium beginnenden Seilbahn, welche parallel zum Ufer bis zum Vasco-da-Gama-Turm führt (ja, da war er wieder der Name, der uns scheinbar überall hier in Lissabon verfolgen sollte).
Die Fahrt dauerte nicht allzu lang, bot aber nochmal einen schönen Blick über das gesamte Gelände und macht deutlich welche gigantische Betonlandschaft man hier errichtet hat.
Endstation war dann besagter Vasco-da-Gama-Turm, welcher – was für eine Überraschung – auch zur Expo 1998 errichtet und damals als Aussichtsturm genutzt wurde. Seine Form erinnerte mich ein wenig an die Segelform des Burj Al Arab in Dubai. Ursprünglich stand der Turm einzeln hier, doch seit 2012 gibt es nebenan ein Hotel. Die Aussichtsplattform ist dagegen schon seit Jahren geschlossen, so dass wir lediglich von unten noch ein paar Fotos der Stahlkonstruktion machen konnten.
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Damit endete dann auch der Ausflug auf das Expo-Gelände und wir sind langsam zurück zur U-Bahn gelaufen, von wo es dann wieder in die Stadt ging.
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Unser Anlaufpunkt hier war der Rossio, einer der Prachtplätze der Stadt, der eigentlich Platz Pedro IV. heißt, nach der Statue des Königs Pedro IV, die sich hier befindet. Diesen Namen hat er aber erst seit der Errichtung der Statue 1874. Bis dahin hieß er tatsächlich Rossio, was soviel wie „Feld ohne Einwohner“ heißt. Neben der Statue gibt es auf dem Platz noch zwei schöne Brunnen. Sehenswert ist auch der Boden welcher aus einem wellenförmigen Mosaik besteht.
Den Platz als Ganzes zu fotografieren gab allerdings nicht allzuviel her. Die Atmosphäre ließ sich dabei einfach nicht einfangen. So haben wir stattdessen einige der Details auf Fotos festgehalten, wie die moderne „LOVE“-Skulptur, die Brunnen, die Statue und die Tauben auf dem Mosaikboden.
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Weiter ging es dann auf der Rua Augusta, quasi der Königsallee von Lissabon, denn hier reihten sich die Geschäfte der Luxusmarken aneinander, während Straßenkünstler die breite Gasse säumten. Dank der vielen Stände auf der Straße, war auch hier das Fotografieren recht schwierig, da es kaum möglich war, mal ein ruhiges Bild zu finden, dennoch gab es einige Details, die es Wert waren, festgehalten zu werden. Daneben gab es auch noch eine Kreuzung, an der die Straßenbahnen vorbeifuhren, was zwangläufig mit Fotos einherging. Ich glaube niemand reist aus Lissabon ab, ohne eine ganze Kollektion von Straßenbahnbildern.
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Die Straße endet in einem schönen Torbogen, der auf den Praça do Comércio führt, dem wohl bekanntesten Platz in Lissabon. Der Platz ist Verkehrsknotenpunkt und Treffpunkt zugleich mit seinen vielen Cafés, dem Ufer des Tejo und den repräsentativen Bauten.
Er entstand – wie der restliche Teil der Stadt zwischen hier und dem Rossio – nach dem großen Erdbeben 1755, welches Großteile des alten Lissabons zerstörte.
In den letzten 100 Jahren war der Ort Schauplatz mehrerer politischer Ereignisse. So wurde 1908 König Carlos hier ermordet und 1974 diente er als wichtiger Demonstrationsort gegen die damalige Diktatur in Portugal.
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Wir haben uns direkt zum Ufer begeben, von wo sich ein schöner Blick auf den Tejo bot, über dem sich in der Ferne ein Unwetter aufbaute. Am Ufer selbst gab es einen Mann, der immer wieder Brotkrümel in die Luft warf, was dazu führte, dass die Möwen quasi senkrecht in der Luft vor ihm schwebten – ein schönes Fotomotiv.
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Danach waren wir aber alle recht erschöpft und es war Zeit für eine Pause. Wir sind durch die Nebengasse wieder zurück in Richtung des Hotels gelaufen und haben unterwegs noch einen Happen gegessen. Im Hotel konnten wir noch kurz die Füße hochlegen und unsere Stative einpacken, bevor wir weiter gezogen sind zur Abendtour.
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Ziel war zunächst der Miradouro de Santa Luzia, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf den malerischen Stadtteil Alfama hat. Der Weg am Nachmittag lohnte doppelt, denn die ohnehin schon tolle Aussicht wurde noch schöner durch die Nachmittagssonne und die mittlerweile in den Hintergrund gezogenen Unwetterwolken. Die Alfama ist besonders deshalb so beliebt, da sie der noch ursprünglichste Bereich Lissabons ist, denn beim großen Erdbeben 1755 blieb dieser Teil der Stadt fast unversehrt und bildet so bis heute ein Labyrinth aus engen Gassen und alten Häusern.
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Da der Sonnenuntergang jedoch von hier aus gesehen uns direkt im Rücken lag, sind wir nochmal etwas weiter gepilgert wieder zurück zum Praça do Comércio, wo wir dann bis kurz nach Sonnenuntergang blieben und uns unter die zahlreichen Touristen und Einheimischen gemischt haben, die wie wir das prächtige rot-violette Farbenspiel am Himmel beobachten wollten.
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Eine kleine Anekdote gibt es da auch noch zu erzählen, denn während wir mit Stativen und Kameras bewaffnet versuchten unsere Fotos zu machen, kam irgendwann ein Pärchen und setzte sich auf die Brüstung am Ufer mit einer Flasche Sekt. Soweit so gut mag man denken, bis wir das Label auf der Flasche gesehen hatten – es war Schloss Trier Sekt! Da reisen wir den Weg von Trier über Luxemburg nach Lissabon, um dann Schloss Trier Sekt zu finden. Angeblich hat ein Kiosk in der Nähe den wohl verkauft – welch ein Zufall…
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Nachdem die Sonne dann aber untergegangen war, waren wir auch alle am Ende mit unseren Kräften. Wir sind jedoch nochmal zurück über die Rua Agusta bis zum Rossio gelaufen, wo sich unweit das Hard Rock Café befindet. Eigentlich wollten wir dort etwas essen, es war aber viel zu voll. Insofern haben sich die Mädels nur schnell mit Souveniren eingedeckt und wir sind dann stattdessen zu einem Inder direkt nebenan gegangen.
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Somit endete dann auch Tag 2 in Lissabon und für Tamas war der Ausflug damit auch schon wieder zu Ende, denn er flog morgen bereits zurück. Wir hatten allerdings noch einen Tag und so versuchten wir, unsere müden Füße über die Nacht zu Kräften kommen zu lassen.
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Autor:Jens Koopmann