Dubai die Zweite – Teil 3: Ibn Battuta und das Burj Al Arab

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An Tag 3 in Dubai (eigentlich erst Tag 2, denn der erste Tag war ja durch die verspätete Anreise verloren), sollte es das erste Mal weg von The Palm gehen. Unser erstes Ziel war die am äußersten Stadtrand gelegene IBN Battuta Mall.
Um dorthin zu kommen, mussten wir aber erstmal weg von The Palm. Zu Fuß ist dies unmöglich (und wäre selbst dann fast ein 5km Marsch bis zum Festland, insofern bleibt nur der Weg mit dem Taxi, oder der Monorail. Die Monorail ist eine führerlose Hochbahn, die das Hotel Atlantis mit dem Festland verbindet. Eigentlich hat sich auf dem Weg dorthin auch noch zwei Zwischenhalte, doch diese sind bis heute noch nicht in Betrieb. Im Gegensatz zum sonstigen Nahverkehr in Dubai, welcher sehr preiswert ist, ist die Monorail eher teuer. Eine einfache Fahrt kostet 15 Dirham (ca. 3 EUR), eine Hin- und Rückfahrt 25 Dirham (ca. 5 EUR). Dies hätte uns jetzt nicht abgeschreckt, aber letztlich mussten wir doch Taxi fahren, da die Monorail erst ab 10 Uhr in Betrieb ist.
Wir sind mit dem Taxi dann bis zur nächsten Haltestelle der Dubai Tram gefahren, was am Ende billiger als die Monorail gewesen ist (17 Dirham für 2 Personen). An der Tram haben wir uns zunächst unsere aufladbaren Nol-Cards für die kommenden Tage geholt und sind dann mit der Tram vorbei an Media City und dem Wohnwolkenkratzer „The Torch“ bis zur Haltestelle Dubai Marina gefahren, wo wir dann in die Metro umgestiegen sind, mit der wir die letzten 3 Stationen bis zur Haltestelle Ibn Battuta zurückgelegt haben.A

Bis hierhin war ich auch letztes Jahr schon einmal gekommen, nämlich als ich mit dem Bus nach Abu Dhabi gefahren bin, doch Zeit für die genau gegenüber vom Busbahnhof befindliche Mall (Ibn Battuta Mall) hatte ich damals nicht mehr gehabt. Dies wollten wir heute also nachholen, zumal die Mall als eine der schönsten in Dubai gilt.

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Ibn Battuta war ein aus Marokko stammender Gelehrter, der von 1304 bis 1368 gelebt hat. Fast die Hälfte seines Lebens hatte er auf Reisen verbracht (ganze 28 Jahre) und dabei alle Teile des damaligen Islamischen Reiches besucht und darüber hinaus auch noch einige Randgebiete. So führten ihn seine Reisen von Marokko nach Andalusien, durch halb Afrika bis nach Ägypten und Kenia und sogar noch weiter nach Osten über Indien bis nach China. Auch das Gebiet des heutigen Dubais soll er auf seinen Reisen durchquert haben.
Die Ibn Battuta Mall würdigt diesen bekanntesten Reisenden des Islams im Mittelalter und das in der für Dubai typischen Art, denn die Mall hat nicht nur seinen Namen erhalten, sondern seine Reisen sind das Thema der gesamten Mall.
So befanden wir uns direkt nach dem Betreten des Komplexes quasi in Ägypten woran uns Säulen und Wandmalereien erinnern sollten. Unser Bedürfnis galt aber zunächst einem kleinen Frühstück, was wir hier auch gleich gefunden hatten.
Danach sind wir knappe 1,5 Stunden durch die Mall gezogen, wobei Millys Aufmerksamkeit mehr den Shops gewidmet war und meine mehr der Gestaltung der Mall. Insgesamt gibt es diverse Höfe (Courts) in der Mall, die jeweils einen bekannten Reiseabschnitt Ibn Battutas repräsentieren und entsprechend dem jeweiligen Land gestaltet sind.
Vom Ägyptischen Hof ging es zunächst zum Persischen Hof, welcher wir eine riesige Kuppel einer Moschee ausschaut. Allein dies ist schon beeindruckend, doch interessant wird dieser Hof insbesondere durch die Ausstellung, die den Reisen Battutas gewidmet ist. Der kurze Rundgang lohnt sich, denn hier wird kurzweilig in Englisch das Leben dieses mir zuvor völlig unbekannten Mannes dargestellt.

      

Der nächste große Hof war der Indische Hof, welcher ebenfalls sehr schön gestaltet ist und von einer Elefantenstatue dominiert wird.

  

Nach Indien folgte dann China, welches das Ende dieser Seite der Mall markiert und gleichzeitig den östlichsten Punkt von Battutas Reisen. In diesem Hof befindet sich der Nachbau einer Chinesischen Dschunke sowie das Kino der Mall.

Auf der anderen Seite der Mall (vom Ägyptischen Hof ausgehend) kam dann noch der Tunesische Hof, welcher einem Marktplatz in Nordafrika nachempfunden ist und schließlich der Andalusische Hof, wo sich eine Replik des Brunnens der Alhambra befindet.


Natürlich wird dies alles flankiert von unzähligen Geschäften – aber diese gibt es in jeder Mall und sie lohnen den langen Weg bis hier hinaus an den Rand der Stadt nicht. Die Gestaltung der Mall ist dagegen schon besonders und beeindruckend, weshalb sie für mich die bislang schönste Mall ist, die ich in Dubai gesehen habe (gefolgt von der Dubai Mall).

An diesem Terminal an der Metrostation konnte man virtuell einkaufen gehen

An diesem Terminal an der Metrostation konnte man virtuell einkaufen gehen

Nachdem es zwischenzeitlich bereits kurz nach 1 Uhr war, wurde es auch Zeit wieder zurück ins Hotel zu fahren, denn um 4 Uhr hatten wir heute eine besondere Verabredung: Sky Tea im Burj Al Arab.
Also sind wir mit der Metro wieder ein Stück zurück gefahren bis zur Mall of the Emirates und haben von dort ein Taxi zum Hotel genommen, wo wir uns ein wenig ausgeruht hatten. Danach haben wir uns in Schale geschmissen und ein weiteres Taxi zum Burj Al Arab genommen haben (mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre der Weg dorthin quasi nicht machbar unterhalb einer Stunde, während das Taxi 15 Minuten fährt).
Das Burj Al Arab ist das wohl zweifelsfrei bekannteste und markanteste Hotel in Dubai. Seine weiße Segelform und seine recht alleinige exponierte Lage machen es zudem zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen in der Landschaft. Zudem nennt es sich selbst das einzige 7-Sterne Hotel der Welt. So viele Superlative verheißen natürlich auch Exklusivität und so ist der Zugang einzig Hotelgästen vorbehalten, die sich die Zimmerpreise von 2000 EUR pro Nacht aufwärts leisten können und wollen. Ein Schlupfloch gibt es jedoch und das sind Reservierungen für Restaurants, das Spa, oder aber die Bars, wobei letztere der günstigste Weg sind. Rund 100 EUR pro Person werden für die Bar im Erdgeschoss fällig. Für die im obersten Stockwerk gelegene Skyview-Bar sind rund 130 EUR pro Person fällig und dies war das Paket, für das wir uns entschieden hatten. Und dank dieser Reservierung öffnete sich dann auch für uns die Schranke zur Hotelzufahrt und der Weg war frei für den Luxus.

Das Hotel wurden zwischen 1994 und 1999 erbaut und seine an ein Segel erinnernde Form soll eine Reminiszenz an die Seefahrertradition Dubais sein und wie es sich für ein Hotel gehört, welches an Seefahrer erinnert, musste das Burj Al Arab natürlich auf dem Wasser erbaut werden. Also wurde eine künstliche Insel 280 Meter vom Uferstreifen Dubais entfernt errichtet. Um das 321m hohe Hotel tragen zu können, mussten dann noch Pfeiler mit einem Durchmesser von 2,5m gute 40m tief in die Erde hinein getrieben werden.
Architekt Thomas Will Wright hat das Hotel aus einem Glasfasermaterial erbauen lassen, welches eine Teflonbeschichtung hat, doch dies sieht der Besucher weniger. Beeindruckender ist da schon eher das Empfangskomittee, welches einen am Eingang erwartet. Etliche edel gekleidete Bedienstete warten nur darauf, den Gästen aus den Wagen behilflich zu sein und so zum Eingang zu geleiten. Wer übrigens nicht wie wir mit einem profanen Taxi im Hotel vorfahren möchte, für den hat das Burj Al Arab eine Flotte von 10 weißen Rolls Royce bereitstehen oder – noch exklusiver – einen Shuttleservice per Helikopter zum Flughafen. Letzteres kostet in etwa soviel, wie eine Nacht im Hotel.
Innen erwartete uns zunächst ein kleiner Empfangsbereich mit einem Brunnen und zwei Rolltreppen, welche in die eigentliche Lobby führen und deren Seiten mit Aquarien bestückt sind. Tritt man vom Eingang an den Brunnen heran, so beginnt sich das Farbenspiel des Innenraumes zu entfalten. Eine riesige Flagge der VAE zieht sich bis zur Decke und wird links und rechts durch die bunten Fassaden und jede Menge Gold flankiert. Und wir reden hier von Gold und nicht von vergoldet, denn alles was hier golden glänzt ist auch golden. So wurden insgesamt beim Bau 1600 Quadratmeter Blattgold verarbeitet.

Nachdem wir uns vom ersten Luxusschock erholt hatten, haben wir noch wenige Minuten gewartet, bis es mit dem Lift zur Skyview Bar hinauf ging. Dieser Lift ist an der Außenseite des Hotels und katapultiert die Gäste mit 6m pro Sekunde in die Luft – nicht ganz so schnell wie im Burj Khalifa, aber immer noch schnell genug.


 

So kamen wir wenige Sekunden später in luftiger Höhe an und wurden sogleich an unseren Platz gebracht. Jeder wusste übrigens sobald wir aus dem Lift stiegen unsere Namen – die Kommunikation zwischen den Stellen im Hotel ist hier perfekt und den Sternen des Hotels entsprechend.
Von der Skyview-Bar hat man einen Blick aufs Meer und zur linken Seite zur The Palm Dubai. Noch besser ist der Blick allerdings auf den Plätzen auf der rechten Seitenwand der Bar, denn hier blickt man auf Downtown Dubai und genau hier sollte auch unser Platz sein – welch ein Glück.


  

Wir hatten den Afternoon Tea gebucht und hatten mit ein paar Keksen und Tee gerechnet, aber was dann im Folgenden kam, war ein 7 Gänge Menü. Los ging es mit einem Glas Champagner (oder alternativ nicht-alkoholischem Dattelsekt) und ein paar gefüllten Datteln. Da Milly mit unserem werdenden Nachwuchs unterwegs war gab es folglich für sie den Dattelsekt und für mich Champagner.
Darauf folgte dann eine Creme mit Feige und weißer Schokolade, woran sich Ente im Blätterteig mit Cranberries anschloss. Darauf folgten dann Finger-Sandwiches und ein Lychee-Rosen-Sorbet.
Den Abschluss bildete dann zum Kaffee eine Ansammlung von Brötchen (mit hausgemachten Marmeladen), Törtchen und Créme Brulee. Um es kurz zu machen – ich war danach pappsatt. Und das lag nicht nur an meiner Portion, sondern auch an den Teilen von Millys Portion, die ich mitgegessen hatte, da es ihr leider nicht allzu gut ging mit der Schwangerschaft.

 

Während der Zeit ist dann auch die Sonne untergegangen und als wir wieder hinunter gefahren sind, waren die Lichter in Dubai bereits alle hell erleuchtet.

Unten angekommen habe ich nochmal ein paar Fotos vor dem Hotel gemacht, bis wir mit dem Taxi das Gelände wieder verlassen hatten. Alles in allem war es zwar kein preiswertes Vergnügen, aber auf der anderen Seite auch ein Erlebnis für sich, mal dieses Hotel gesehen zu haben.

  

Mit dem Taxi sind wir dann nochmal zur Mall of the Emirates wo wir uns kurz das Ski Dubai angeschaut hatten und etwas geschlendert sind, bevor es dann zurück ins Hotel ging. Diese Mall mag zwar wegen der Skipiste bekannt sein, aber ansonsten ist sie eher unspektakulär.

  
   

Zurück im Hotel habe ich noch ein paar Fotos von der Anlage gemacht, bevor wir den Tag ausklingen ließen für die letzte Nacht im Atlantis, denn morgen werden wir nach Downtown Dubai umziehen.


 

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Autor:Jens Koopmann