Dubai die Zweite – Teil 1: Der lange Weg zum Atlantis the Palm

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Knapp ein Jahr ist her, dass ich in Dubai war. Nach dem letzten Urlaub in Kenia 2014 hatte ich eine Woche im Dezember in dem Emirat verbracht, während meine bessere Hälfte Milly noch bei ihrer Familie in Kenia geblieben war.
So ist ihr allerdings all die Pracht Dubais entgangen und als wir dieses Jahr noch eine Woche Urlaub zu verplanen hatten, kam Dubai wieder auf die Auswahlliste und dank günstiger Flüge von Luxemburg aus, haben wir uns am Ende auch dafür entschieden.
So geht es heute also wieder ab in die Sonne und weg vom trüben Novemberwetter in Deutschland. Aber auch diesmal muss ich wieder allein anreisen, denn Milly war bereits die letzten 1,5 Wochen wieder in Kenia und kommt von dort direkt nach Dubai, so dass ich heute allein von Luxemburg über London anreise und hoffentlich wohlbehalten morgen früh in der Sonne ankomme.
Unser Programm für die nächsten 7 Tage ist auch schon recht voll, denn Dubai ist groß und die Tage recht kurz. Neben den Dingen, die ich letztes Jahr gemacht habe, stehen aber auch einige neue Highlights auf dem Programm, wie ein Helikopterflug in 2 Tagen und der Besuch im Burj Al Arab in 3 Tagen.
Auch unsere Unterkünfte sind diesmal etwas besonderes. Zunächst bleiben wir für 3 Nächte im Atlantis the Palm inmitten der künstlich erschaffenen Insel vor der Küste der Stadt. Die zweiten drei Nächte haben wir dann ein Appartment in der Nähe mit Blick auf den Burj Khalifa.
Jetzt aber geht es in Kürze los mit dem Flieger nach London und dann erwartet mich eine Nacht im Flieger, bevor ich Milly hoffentlich am Morgen wieder sehe.
Ich hoffe also auf eine schöne Woche (schön warm ist es auf jeden Fall) mit tollen Fotogelegenheiten und bin auch schon gespannt, was sich alles im letzten Jahr verändert hat in dieser Stadt, die ja aus Veränderung besteht.

14 Stunden später…
30 Grad, Sonnenschein, das Meer – Dubai. Schade nur, dass das alles ohne mich im Moment stattfindet, denn bislang bin ich noch einige Tausend Kilometer von Dubai entfernt.
Das Ganze begann gestern schon beim Flug nach London. Pünktlich, als wir hätten einsteigen sollen, kam die Nachricht, dass der Flieger Verspätung hat – rund 90 Minuten bis 2 Stunden. Dies war zwar nicht schön, aber hätte noch irgendwie gepasst, da ich knapp 3 Stunden Umsteigezeit in London eingeplant hatte. Grund war wohl starker Nebel in London, weswegen die Maschine von dort schon nicht starten konnte.
Doch leider blieb es nicht bei den 2 Stunden. Stück für Stück wurde der Flug immer weiter nach Hinten geschoben und am Ende waren es 3,5 Stunden, die wir zu spät waren. Zur Erinnerung: der Flughafen Luxemburg ist vom Unterhaltungswert nur bedingt für so lange Aufenthalte ausgelegt.
Informationen, wir es für diejenigen mit Anschluss in London dann weitergeht, gab es natürlich auch nicht – ich glaube, die waren einfach froh, wenn sie uns endlich aus Luxemburg weg hatten und nach Ihnen dann die Sintflut.
Gegen 20:40 Uhr (Abflug war eigentlich 18:30 Uhr) konnte dann endlich das Boarding beginnen. Doch los ging es dann noch lange nicht, denn wir hatten keine Landeerlaubnis für London und damit ging es auch von Luxemburg gar nicht erst ab in die Luft.
Die Landeerlaubnis hatten wir dann kurz vor 22 Uhr erhalten und so ging es endlich los. Der Flug zog sich aber auch wieder etwas hin, da wir noch einige Schleifen über London drehen mussten, bis wir schließlich kurz nach 22 Uhr Londoner Zeit gelandet sind (parallel zu unserer Ankunft ist mein Flug nach Dubai gerade aus London weggeflogen).
Informationen, wir es nun weitergeht gab es natürlich immer noch nicht und wir waren angehalten, zunächst zu unseren Anschlussflügen zu laufen. Also bin ich von Terminal 3 zunächst nach Terminal 5 – unterwegs habe ich nicht eine Person gesehen, die man fragen hätte können.
In Terminal 5 angekommen bin ich dann zur Kundeninformation. Diese hatten eine schlichte Info: reisen sie nach England ein, holen sie ihr Gepäck und kommen sie morgen wieder, dann werden sie sehen, ob und wie sie weiterkommen. Mein Blutdruck ging im Technorythmus.
Also habe ich mich eine halbe Stunde an der Passkontrolle angestellt und bin dann zur Gepäckausgabe gelaufen, wo natürlich kein Gepäck von mir war – wie auch, ich bin ja nicht an Terminal 5 angekommen.
Also habe ich mich weitere 45 Minuten angestellt, um nach meinem Gepäck zu fragen, nur um dann zu erfahren, dass ich es doch nicht wieder bekomme, sondern ich jetzt auf dem Flug morgen ab 12:30 Uhr umgebucht bin, d.h. Ankunft in Dubai gegen Mitternacht am Montag – der erste Tag ist damit komplett verloren.
Ansonsten meinte man, ich könne jetzt mal schauen, wo ich die Nacht unterkomme und die Hotelrechnung dann später bei British Airways einreichen. Dann habe ich noch ein paar Kosmetikartikel erhalten und war wieder auf mich allein gestellt.
Wenn ich jetzt nicht halbwegs erfahren wäre im Reisen, wäre das der Moment, wo ich nicht mehr weiter gewusst hätte, denn wie kommt man mal eben an ein Hotelzimmer, wenn hunderte weitere Leute ebenfalls schon gestrandet sind – viele bereits einige Zeit vor mir.
Ich habe mich dann erstmal kurz im Internet nach Zimmern umgeschaut, die in der Nähe des Flughafens sind und tatsächlich noch ein Guesthouse gefunden, wo ich für 140 EUR die Nacht bleiben konnte. Doch wie komme ich dahin – es sollte zwar mit der Tube erreichbar sein, nur das Wifi versagte gerade in diesem Moment. Also aufs Taxi warten. Natürlich brauchte ich dafür aber erstmal Bargeld. Als das also erledigt war, wieder ab zum Taxistand. Gefühlt war ich dort an Position 200 gewesen – aber es dauerte dann doch “nur” knappe 40 Minuten im klamm, kühlen Londoner Wetter…
Da Terminal 5 auch am weitesten draußen ist, dauerte die Fahrt zum Hotel dann auch etwas länger und kostete ganze 45 Pfund. Hoffentlich klappt das alles mit der Erstattung. So bin ich dann drei Stunden nach der Landung im 5km vom Flughafen entfernten Hotel angekommen.
Nachdem ich dort dann eingecheckt war, bin ich zügig ins Bett und habe zumindest für 4 Stunden noch die Augen zugemacht. Auf jedenfall bin ich aber bedient gewesen für den Tag.

5 Stunden später…
Ein neuer Tag in London – noch immer keine Sonne, kein Meer und kein Dubai, dafür aber zumindest frisch geduscht. Immerhin habe ich ein paar Stunden geschlafen und bis jetzt schaut es auch so aus, als würde mein Flug heute noch gehen. Trotzdem ärgert es mich immer noch maßlos, dass ich so einen ganzen Tag des Urlaubs verliere, denn bis ich in Dubai im Hotel bin ist es wieder 1-2 Uhr nachts.
Nach einem kurzen Kaffee und einen kleinen Snack geht es zum Flughafen, denn da wird auch heute wieder die Hölle los sein, da aufgrund des Nebels die Situation noch immer nicht besser ist. Von daher mal schauen, wie es weitergeht…

Weitere 3 Stunden später…
Wer will schon nach Dubai, wenn man in London im Nebel am Flughafen sitzen kann? Ihr ahnt es schon, ich sitze noch immer in London. Immerhin habe ich es wieder zum Flughafen geschafft. Dort war ich zunächst positiv überrascht, dass ich, da mein Gepäck ja noch eingecheckt war von gestern, zu einem Schnellschalter gehen konnte, um nur noch meine neue Bordkarte zu erhalten.
Aber das ganze würde nicht zu dieser Reise passen bis hier hin, wenn dann alles glatt gegangen wäre. Die nette , aber recht hilflose Dame am Schalter eröffnete mir nach kurzem Blick in ihren Computer, dass ich zwar umgebucht wäre, aber die Ticketnummern nicht neu zugeordnet wurden. Von daher musste sie erstmal mit der Reservierungshotline von British Airways telefonieren. Wäre alles kein Problem, wenn nicht fast jeder, der umgebucht wurde ebenfalls in der gleichen Situation gewesen wäre und damit ein Durchkommen bei der Reservierungshotline quasi unmöglich gemacht wurde. Gottseidank hatte ich wieder drei Stunden am Airport eingeplant, denn neben und hinter mir verpassten die Leute reihenweise ihre Flüge, weil die Umbuchung schlichtweg nicht funktioniert hatte. Ich glaube die Dame am Schalter war nur froh, dass ich halbwegs ruhig geblieben war, denn sie konnte ja nun auch nichts für das Chaos und versuchte sich zumindest mal zu kümmern, was man nicht von allen hier am Flughafen behaupten konnte.

  

Nach knapp 40 Minuten am Schalter hatte ich dann endlich wieder eine Bordkarte und war bereit, zum Terminal zu gehen (in der stillen Hoffnung, mein Gepäck möge den gleichen Weg nehmen).
Nun warte ich hier noch die letzten Minuten, bis dann hoffentlich das Boarding beginnt und wir dann pünktlich starten können, denn bislang gab es noch keine Verspätungsmeldung. Während also Milly ihren ersten Tag in der Sonne genießt, werde ich dann irgendwann spät in der Nacht ankommen so dass dann hoffentlich der Urlaub beginnen kann. Schauen wir mal…

Weitere 14 Stunden später…
So ganz pünktlich lief dann auch der Rest des Tages nicht mehr. Mit dem Boarding des Fluges nach Dubai hatte man viel zu spät begonnen und damit dann auch den Startslot verpasst, so dass wir erst mit rund einer Stunde Verspätung gestartet sind. Aber immerhin ging es dann in Richtung Dubai.
Die Flugzeit sind von London etwas über 7 Stunden, doch Dubai ist mittlerweile ein sehr stark frequentierter Flughafen, so dass wir vor der Landung noch einige Schleifen drehen mussten.
Am Ende war es 0:30 Uhr als wir schließlich gelandet waren. Danach stand dann aber noch die Einreise und das Warten auf das Gepäck auf dem Programm, so dass es am Ende doch 20 Minuten vor 2 Uhr war, als ich endlich den Flughafen verlassen habe.
Metros fuhren um diese Zeit nicht mehr, so dass die einzig wirkliche Transportmöglichkeit in diesem Fall das Taxi war. Im Grunde auch kein Problem, denn Taxifahren ist sehr günstig in Dubai und die knapp 40km lange Strecke bis zum Atlantis the Palm kostete gerade mal 20 EUR.
Im Hotel angekommen, hatte ich aber nicht mehr viele Blicke übrig für all den Prunk und die phantasievolle Gestaltung, denn mein einziges Ziel galt meinem Bett und dieses habe ich dann um halb 3 auch endlich erreicht und bin sofort in den Tiefschlaf verfallen – was für eine Anreise.

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Autor:Jens Koopmann