Dubai – Das New York Arabiens – Teil 9: Die Jumeirah Moschee

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Der Islam ist die vorherrschende Religion in den VAE und auch wenn Dubai uns sehr westlich erscheint, so ist es doch tief in den Traditionen verwurzelt.

Nach dem aufregenden gestrigen Tag habe ich mal wieder richtig gut schlafen können. Der heutige Tag sollte dann auch etwas ruhiger werden. Nur wirklich lang schlafen war nicht drin, denn ich hatte zumindest einen Tagespunkt fest vor Augen.

Die Jumeirah-Moschee in Dubai ist die einzige der Stadt, die auch nicht-Muslimen zugänglich ist und laut dem Internet und meinem Reiseführer finden hier Sonntag, Dienstag und Donnerstags jeweils um 10 Uhr Führungen statt (tatsächlich finden sie jetzt täglich außer Freitags statt). Um dort allerdings hinzukommen, musste ich zunächst mit der Metro ein Stück fahren, dann mit dem Bus weiter bis zum iranischen Krankenhaus und dann noch ein Stück laufen. Insgesamt gehen so für den eigentlich nicht weiten Weg dennoch gut 40min an Zeit drauf.

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Ich war aber pünktlich da und ebenso pünktlich ging auch die Führung um 10 Uhr los. Die Moschee selbst ist jetzt nicht übermäßig beeindruckend. Es ist ein schlichter Bau, groß aber nicht riesig und im Vergleich zu anderen Moscheen wie z.B. in Istanbul unauffällig. Trotzdem ist es die Hauptmoschee der Stadt.

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Unterhalten während der Führung hat uns eine gebürtige Britin aus London, was zumindest dafür gesorgt hat, dass das Englisch bestens verständlich war. Als erstes führte sie uns das Waschen vor dem Gebet vor. Dieses dient der Reinigung bei den Muslimen, bevor sie vor ihren Schöpfer treten. Dieses Waschen ist dabei recht umfassend und betrifft Hände, Arme, Beine, Gesicht, Nase, Stirn und Ohren. Jeder dieser Körperteile wird dabei dreimal abgewaschen. So soll es der Prophet Mohammed seinerzeit gemacht haben und gleichzeitig soll dieses Ritual auch sicherstellen, dass selbst der Dreck schwererer Arbeit weg ist, bevor man zum Gebet geht.

Um diese Erkenntnis reicher mussten wir uns anschließend der Schuhe entledigen und konnten dann in die Moschee hinein. Dabei stellte sich bei mir ein wenig Ernüchterung ein, denn auch wenn Sie von außen ganz hübsch ist, so ist sie doch innen sehr sehr schlicht gehalten. Hier haben wir alle auf den Stühlen und dem Teppich platzgenommen und uns wurden dann die 5 Säulen des Islam erklärt. Dazu gehört natürlich zunächst der Glaube an Allah als einzigen Gott. Daneben gibt es dann das Gebet. Der Islam schreibt vor, 5 mal am Tag zu beten. Das erste Mal bereits vor Sonnenaufgang und das letzte Mal nach Sonnenuntergang. Die Zeiten variieren dabei von Tag zu Tag und richten sich nach dem Mondkalender.
In der Moschee ist auch eine Uhr, an der die Zeiten für den aktuellen Tag angeschrieben sind, allerdings sind es dort nicht 5, sondern 6 Zeiten. Dies hat aber seinen Grund. Die zweite Zeit ist keine Gebetszeit, sondern die Zeit des Sonnenaufgangs. Damit wissen „Langschläfer“, die den Zeitpunkt des ersten Gebets verpasst haben, bis wann sie das Gebet noch nachholen können. Alle anderen Gebete können dann bis zu dem Zeitpunkt noch nachgeholt werden, bis jeweils das nächste Gebet „fällig“ ist.

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Ein Gebet wurde uns dann ebenfalls gezeigt. Im Wesentlichen besteht es aus der Wiederholung einer Phrase und sich abwechselndem auf die Knie gehen und wieder aufstehen. Ein Gebet dauert dabei selten mehr als 10 Minuten. Auch dies ist sehr bewusst gewählt, da niemand aufgrund fehlender Zeit ein Gebet auslassen soll.

Die weitere Säulen des Islam sind das Fasten am Rammadan, dass Geben an Bedürftige und das Pilgern nach Mekka. Diese drei Punkte muss man aber nur Einhalten, sofern man körperlich, gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage ist.
Danach konnten dann noch Fragen gestellt werden, die sich zumeist um die Art der Kleidung hier in den Arabischen Emiraten drehten. Dabei machte unser Guide klar, dass die schwarze Kleidung der Frauen und die weiße der Männer nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern einfach den lokalen Traditionen geschuldet ist. Das Frauen schwarz tragen hat dabei einen so überraschenden wie praktischen Grund: schwarz deckt ab und so fällt nicht auf, was Frau drunter trägt. Muslima sind also im Zweifel schneller ausgehfertig 😉

Damit war die Führung dann auch vorbei und ich habe bei einem Kaffee kurz Pause gemacht und mich auf den Rest des Tages vorbereitet.

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Autor:Jens Koopmann