Dubai – Das New York Arabiens – Teil 16: Zu Besuch beim Scheich – Ein letzter Tag in Dubai

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Wie lässt man eine Woche in Dubai am besten Ausklingen? Entspannend natürlich! Und dies macht man am besten in den Basaren von Bur Dubai.

So schnell vergehen wieder vier Wochen Urlaub und auch die Woche in Dubai ist quasi im Flug vergangen und heute der letzte Urlaubstag angebrochen, bevor es morgen früh wieder zurück in die kalte Heimat geht.
Nachdem ich gestern nochmal so früh aufstehen musste für den Sonnenaufgang am Burj Khalifa, war mein Verlangen, dies heute zu wiederholen nicht allzu groß und so bin ich etwas gemächlicher in den Tag gestartet. Nach dem Frühstück habe ich noch kurz das Reisetagebuch auf den aktuellen Stand gebracht und bin dann so gegen 10 Uhr aus dem Hotel raus mit dem Ziel Alter Souk auf der Bur Dubai Creekseite.
Wie schon vor einigen Tagen, habe ich den Weg dorthin wieder per Mini-Kreuzfahrt, sprich mit der Abra zurückgelegt. Es fährt zwar auch die Metro dorthin, die ist aber auch nicht großartig schneller oder billiger und die Aussicht ist definitiv von der Abra schöner.

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Daneben sind diese alten Wassertaxis auch eines der Dinge, die noch wirklich charmant und charaktervoll sind in Dubai – eine willkommene Abwechslung zur sonst so auf Hochglanz polierten Welt hier. Leider gibt es allerdings schon Pläne die alten Abras durch moderne Schiffe zu ersetzen, was ich sehr sehr schade finden würde.

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Am alten Souk angekommen bin ich dann dem Creek weiter gefolgt, bis zur ehemaligen Residenz des Scheichs Saeed bin Maktoum al Maktoum von Dubai. Diese wurde noch bis in die 1950er Jahre genutzt, verfiel aber dann für rund 40 Jahre. Erst dann besann sich Dubai neben aller Moderne wieder auf seine Wurzeln zurück und restaurierte das mittlerweile total zerfallene Gebäude. Scheich Saeed wurde 1878 geboren und übernahm 1912 den Vorsitz der Familie und wurde zum Oberhaupt des Emirats Dubai. In dieser Funktion blieb der tiefreligiöse Scheich auch bis zu seinem Tod 1958.

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Heute widmet sich eine Ausstellung im ehemaligen Herrscherpalast der Geschichte Dubais. Gezeigt werden historischen Münzen, Briefmarken, Landkarten und eine Sammlung von Fotos, welche das Leben in Dubai bis vor rund 50 Jahren zeigen.
Diese Fotos zeigen eine Welt, die heute in Dubai nicht mehr zu finden ist. Eine kleine Siedlung von flachen Hütten, Märkte, Fischer- und Perlentaucher und Oasen dort, wo sich heute Hochhäuser befinden. Es ist kein spektakuläres Museum, vermittelt aber dank der Fotos einen Eindruck, wie es vor noch nicht zu langer Zeit mal hier gewesen ist.
Das Gebäude selbst wirkt nicht wie ein Herrscherpalast im klassischen Sinne. Es ist eine eher bescheidene Unterkunft und passte somit zum Lebensstil von Scheich Saeed, der nicht viel Pomp brauchte. Vielleicht war er auch deshalb so beliebt in der Bevölkerung. Er hatte allerdings auch auf politischer und entwicklungstechnischer Ebene viel im Land bewegt. So überstand Dubai die Rezessionsjahre der 1930er dank einer einsetzenden Diversifizierung der Wirtschaft recht glimpflich, das Schulsystem wurde reformiert und 1952 führte er die Elektrizität ein. Nach dem Tod des Scheichs zog die Familie in einer neue Residenz und das Gebäude zerfiel zunehmend, bis man es vor einigen Jahres restaurierte und als Museum wieder eröffnete.

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Der Eintritt waren wieder bescheidene 3 Dirham, fast so bescheiden, wie das Gebäude selbst, was immerhin mal eine Herrscherresidenz war.
Es gibt hier in der Gegend noch einige weitere restaurierte Häuser, welche ebenfalls Ausstellungen zu verschiedenen Themen beinhalten und daneben noch zwei rekonstruierte Dörfer: Dubai Heritage Village und Dubai Diving Village. Beide wirkten aber am heutigen Tag wie ausgestorben, also nicht ganz die Geschichte zum Anfassen, wie sie mein Reiseführer beschrieb.
Es war dann auch fast Mittag und so bin ich noch ein letztes Mal nach Downtown gefahren, um dort Mittag zu essen. Wie die letzten Tage zog es mich dafür wieder in die Dubai Mall.

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Nach dem Essen bin ich noch ein wenig durch die Gegend geschlendert und dann zum späteren Nachmittag nach Bur Juman gefahren, was allein wegen der dortigen U-Bahnstation schon beeindruckend war.

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Von dort ging es wieder am Creek entlang bis nach Bur Dubai , um noch meine Abendbilder zu machen.
Am Abend ist die Stimmung am Creek besonders schön, denn der Souk und die Restaurants füllen sich mit Leben und der Verkehr auf dem Creek bietet immer etwas zum Entdecken.

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Ich hatte ein paar Fotos am alten Herrscherpalast gemacht und nochmal geschaut ob im Heritage- und im Diving-Village nun mehr los war, aber Fehlanzeige. Und so habe ich dann nach einem kurzen Bummel am Ufer und durch die Basare die Abra ein letztes Mal zurück zum Hotel genommen, womit dann auch dieser Urlaub sein Ende findet.

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Zeit für ein Fazit zu Dubai: Es ist mit Sicherheit eine beeindruckende Metropole, die eine Geschwindigkeit in ihrer Entwicklung hat, wie kaum eine Stadt sonst. Aber außerhalb von Deira und Bur Dubai fehlt es der Stadt auch definitiv an Charme. Es ist alles so schnell hochgezogen, ohne Geschichte, ohne wirkliches Flair. Alles ist auf Hochglanz poliert und man findet außer den Baustellen kaum Makel. Zudem scheint es eine unnahbare, vom Konsum geprägte Welt zu sein. Auch der Anteil von 85% Ausländern in den Emiraten sorgt dafür, dass man nur bedingt etwas von der Kultur in der Stadt mitbekommt, denn das Bild ist geprägt von Gastarbeitern, vornehmlich aus Asien.

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Das alles heisst aber nicht, dass diese Woche nicht schön war, zumal die Moschee in Abu Dhabi ein echtes Highlight ist. Zum Fotografieren ist Dubai sicher ein Mekka und auch urlaubstechnisch kann man hier viel erleben, insbesondere zur jetzigen Jahreszeit, wenn die Temperaturen sehr angenehm sind. Aber leben würde ich hier nicht wollen.
Damit schließt sich dann auch das Reisetagebuch für dieses Mal. Morgen früh sehe ich Milly wieder in Dubai am Flughafen und dann geht es zurück nach Frankfurt und von dort ins beschauliche Trier.

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ENDE
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Autor:Jens Koopmann