Dubai – Das New York Arabiens – Teil 12: Bur Dubai

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Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war Dubai eine kleine Beduinensiedlung. Wer diese Ursprünge heute erkunden will, muss auf Spurensuche in Bur Dubai gehen.

Nach dem gestrigen Tag in Abu Dhabi, der recht lang war, sollte es heute wieder etwas gemächlicher werden. Insofern bin ich nach dem Frühstück nur wenige Meter entlang des Dubai Creek gelaufen, bis zu einer Abra-Station. Abras sind kleine Holzboote, die schon sehr lang ein übliches Verkehrsmittel in Dubai sind. Sie verbinden auf schnelle und preiswerte Art die beiden Ufer des Dubai Creek. Ein Beispiel einer Abra seht ihr im Titelbild dieses Blogeintrags.

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Auch ich wollte heute die Mini-Kreuzfahrt Dubai mitmachen und habe die nächste Abra in Richtung des alten Souk genommen. Vom Wasser aus ergab sich ein schöner Blick auf die Ufer des Creek, ein Meeresarm, der rund 10km ins Land hineinreicht. Dieser natürliche Hafen bildete den Grundstein für die Beduinensiedlung Dubai, aus der später einmal die heutige Millionenstadt erwachsen sollte.
Am Ufer kann man noch heute die Bedeutung der Seefahrt sehen, denn nachdem die Touristen-Restaurantschiffe hinter einem liegen, füllt sich das Ufer auf der Deira-Seite mit Handelsschiffen, den Dhows.
Gute 10-15 Minuten dauerte die Fahrt mit der Abra und dann war ich auch schon wieder an Land, im ältesten Teil der Stadt. Hier ist der Nukleus, aus dem Dubai in der heutigen Form einmal entstehen sollte. Eine Beduinensiedlung, die mit Fischerei, Handel und dem Perlentauchen ihr Leben bestritt und ansonsten gelernt hatte, sich mit den Bedingungen der Wüste und des Meeres zu arrangieren.

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Auch wenn man heute nicht mehr viel davon sieht, geht die Geschichte dieser Region rund 7000 Jahre zurück. In den 1960er Jahren hatte man Reste von Siedlungen gefunden. Interessant wurde es dann ab 1622, als die ersten Briten sich in der Region niederließen, um hier einen Stützpunkt zu haben. Aber selbst Ende des 18. Jahrhunderts war Dubai nicht mehr als ein Fischerdorf, welches von der Perlentaucherei lebte. Dies war auch die Zeit, in der viele Einheimische auf den Meeren als Piraten unterwegs waren, während sie versuchten, die Vorherrschaft über die Küste zu erreichen. Man nannte den Küstenabschnitt daher auch passend „die Piratenküste“.

Zu dieser Zeit war Dubai noch Teil des Emirats Abu Dhabi. Erst mit einer Teilung der Herrscherlinie 1833 nach der Ermordung des alten Herrschers und in der Folge der Umsiedlung eines Teil des Clans nach Dubai entstand das heutige Emirat Dubai.

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Die Perlentaucherei brachte Wachstum und so lebten 1930 bereits rund 20.000 Menschen in Dubai. Das Gebiet stand aber weiter unter britischem Protektorat und dies blieb auch so bis 1968 als sich die Vereinigten Arabischen Emirate gründeten, nur 2 Jahre, nachdem das erste Ölfeld in Dubai gefunden wurde und damit das Ende vom kleinen Fischerdorf und den Beginn der Metropole Dubai einleutete.
Hier an der Anlegestelle am Creek befindet sich auch der alte Souk, ein Markt auf dem es in Morgenstunden aber noch eher gemächlich zugeht. Leben kehrt hier erst nach Sonnenuntergang ein. Ich habe hier einen kleinen Rundgang gemacht und bin dann zu meinem eigentlichen Ziel für den Vormittag gekommen, dem Fort Al-Fahidi, in dem sich das Dubai Museum befindet. Das Fort ist die älteste Wehranlage Dubais und geht auf das 18. Jahrhundert zurück.

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Der Eintritt ins Museum kostet lediglich 3 Dirham (rund 60 Cent) und ist quasi ein Schnäppchen. Zunächst gibt es dafür den Innenhof zu sehen, mit Kanonen, Kanonenkugeln, und Schiffen. Daneben gibt es einen Raum mit ein paar Historischen Aufnahmen und eine Nachbildung eines traditionellen Hauses aus Palmenholz. Alles in allem ist dies nicht wirklich spektakulär, aber es ist ja auch nicht alles, was ich hier sehen konnte, denn der eigentliche Teil der Ausstellung ist im Untergeschoss angesiedelt. Durch einen der Wehrtürme geht es hinunter und bei schummerigem Licht taucht man in die Welt eines alten Souks ein. Und dies ist wirklich wörtlich zu nehmen, denn hier wurde ein kleiner Souk, so wie er mal ausgesehen hatte, nachgestellt mit all seinen Händlern und dem Treiben auf den Gassen. Informationstafeln erläutern dazu, welche Handwerke traditionell zu finden waren und das Ganze wurde untermalt von einer authentischen Geräuschkulisse. Alles wirklich sehr anschaulich und kurzweilig, so dass es wirklich interessant war. Zudem war es auch noch klimatisiert…

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Weitere Bereiche des Untergeschosses beschäftigten sich dann mit dem Leben in der Wüste, mit der Fischerei und der Perlentaucherei.
Eine gute Stunde hatte ich so hier zu gebracht und nochmal etwas über Dubai und seine Geschichte erfahren und das auf eine sehr eingängige Art. Aus meiner Sicht ein Pflichtbesuch, wenn man in Dubai ist und zumindest etwas über diesen Ort erfahren möchte.

Vor dem Museum/Fort ist die Große Moschee von Dubai, wobei groß immer relativ ist, denn sie wirkt eher wie der Babybruder der Großen Moschee in Abu Dhabi.

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Nach einem weiteren kurzen Rundgang bin ich dann mit der Metro nochmal zur Dubai Mall gefahren, auf der Suche nach Geschenken, bin aber nicht wirklich fündig geworden. Stattdessen habe ich aber zumindest hier noch Mittag gegessen und bin im Anschluss nach Al-Ras gefahren und von dort zum Gold-Souk, wo ich dann doch noch in Sachen Geschenke fündig und meine Geldbörse um Einiges ärmer wurde.
Damit war es dann aber auch Zeit für eine Pause und ich bin kurz ins Hotel zurückgekehrt.

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Autor:Jens Koopmann