Die Last der Welt auf meinen Armen

,

Sie gehört zu den wohl bekanntesten Skulpturen in New York: Die Atlas Bronze-Skulptur vor dem Rockefeller Center mit direktem Blick auf die St. Patricks Cathedral. Die Statue entstand zur gleichen Zeit wie das Rockefeller Center und wurde 1937 enthüllt. Wie das große Teile der Gegend, ist auch sie im Stil des Art Deco gehalten. Von den zahlreichen Kunstwerken rund um den Gebäudekomplex ist sie mit einer Höhe von 14 Metern und einem Gewicht von 7 Tonnen die größte Skulptur im Rockefeller Center.

Auf den Schultern der Figur des Atlas liegt eine Armillarsphäre – eine sogenannte Weltmaschine. Was zunächst an einen Globus erinnert, ist stattdessen eine Darstellung des Himmelssystems, in dessen Mitte (in der Skulptur nicht sichtbar) sich die Erde befindet. Die umgebenden Ringe stellen die Umlaufbahnen von Himmelskörpern dar. Der Nord-Süd-Ring bei der Statue in New York zeigt dabei in Richtung des Polarsterns.

Der Körper der Statue ist dagegen dem griechischen Titan Atlas nachempfunden. Das Atlas oft mit der Weltkugel auf den Schultern gezeigt wird, hat den Grund in einem Titanenkampf, in dem sich Atlas mit seinem Bruder gegen die Olympier gestellt hatte und von Zeus die Strafe erhielt, künftig am westlichen Rand der Erde zu stehen und dort den Himmel (in Form des Uranus) zu tragen. Damit sollte es Uranus nicht mehr gelingen, sich mit Gaia (der Erde) zu vereinigen.

Die Position direkt en face zur größten Kirche in New York ist ein ordentlicher Kontrast und manch ein Kirchenoberhaupt mag ob des heidnischen Symbols nicht ganz erfreut gewesen sein. Durchgesetzt hat sich aber keine Kritik (auch nicht die derjenigen, die im Gesicht von Atlas Mussolini erkannt haben wollten) und so ist es heute möglich, den wunderbaren Kontrast von Kirche und Titan in einem Bild festzuhalten.

Die Aufnahme entstand während meiner USA-Reise 2007. Leider war ich gerade zur Mittagszeit am Rockefeller Center und so war das Licht nicht sonderlich schmeichelhaft. Für ein schwarz-weiss-Foto allerdings ganz gute Voraussetzungen, weshalb ich die Aufnahme dennoch für zeigenswert halte und sie ihren Platz im heutigen Beitrag findet.

 


Schlagwörter: , , , , , , ,

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.



Autor:Jens Koopmann