Der letzte Reiter

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Es ist wie eine Szene aus einem amerikanischen Western, wo ein Reiter in Mitten der Landschaft steht, nur ein Haus in Sicht und sonst um ihn herum nur trostlose Steppe. Und genauso mag sich die Szene hier an diesem Ort vor gut 100 Jahren zugetragen haben, denn diese Aufnahme entstand 2007 in Bodie einer ehemaligen Goldgräberstadt in Kalifornien, welche aber nach dem Goldrausch verkam und heute ein Statepark ist, dessen Besichtigung ein Muss ist, wenn man die Gegend passiert.

Der Reiter ist folglich auch kein Cowboy oder Minenarbeiter, sondern ein Ranger, der heute im Bodie Statepark arbeitet. Das Gebäude im Hintergrund ist dagegen ein historisches Überbleibsel der alten Stadt. Ihre Blüte erlebte Bodie 1880, als hier 10.000 Menschen lebten. Doch Bodie hatte außer der Goldmine nicht viel zu bieten und auch sonst war das Leben hier eher ein Sündenpfuhl aus Saloons, Bordellen und kriminellen Aktivitäten. Es gibt die überlieferte Aussage eines kleinen Mädchens, bevor es mit seinem Eltern nach Bodie umzog: „Good bye God, I am going to Bodie“ – sagt alles, oder?

Nur 10 Jahre, nachdem Bodie seinen Bevölkerungshöhepunkt erreicht hatte, waren aufgrund der sinkenden Goldfunde und des fallenden Goldpreises hier nur noch rund 600 Menschen zu Hause und 1962 wurde die Stadt schließlich in den heutigen Statepark umgewandelt.

Diese Aufnahme entstand ziemlich zur Mittagszeit, weswegen das Licht nicht gerade schmeichelhaft ist und ich die Aufnahme schließlich in schwarz-weiss umgewandelt habe. Um die Konzentration des Betrachters mehr auf den Reiter und das Haus zu lenken, habe ich zudem das Foto im Format 16:9 beschnitten und den Reiter etwas weiter nach rechts im Bild versetzt, um nicht eine zu große Distanz zwischen Haus und Pferd zu haben. Schließlich habe ich noch einige kleinere störende Objekte auf der Wiese weggestempelt und die Klarheit im Bereich des Weges und des Hauses etwas angehoben.


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Autor:Jens Koopmann