Chaotisches Wohnen am Medienhafen

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Wenn man an Sehenswürdigkeiten in Verbindung mit Düsseldorf denkt, so muss man im ersten Moment doch etwas nachdenken. Klar gibt es die Königsallee mit ihren Edelboutiqen, den Karneval oder den Aquapark, aber es fehlt an ganz großen Sehenswürdigkeiten wie dem Brandenburger Tor, dem Kölner Dom oder ähnlichen Bauten. Am Ende der 1990er Jahre entstanden jedoch in Düsseldorf einige moderne Bauwerke, die heute jeden Tag zahlreiche Touristen anziehen, denn der Name ihres Architekten gehört zu den größten unserer Zeit: Frank Owen Ghery.

Insgesamt 3 Gebäude entstanden nach den Entwürfen den 1929 in Kanada geborenen Architekten und formen heute den Neuen Zollhof am Medienhafen. Mit ihren ausgefallenen Formen und Strukturen sind sie seit ihrer Einweihung die Wahrzeichen des modernen Düsseldorf. Die Gebäude Ghery’s haben einen klaren Stil, der dem Dekonstruktivismus zuzuordnen ist. Zu diesem seit Ende der 70er Jahre aufgekommenen Stil gehört es, dass die Gebäude sehr individuell sind, ohne klare Fassaden und geometrische Formen. Stattdessen werden Strukturen aufgebrochen, Zerbrechlichkeit offengelegt und Unregelmäßigkeit zur Regel gemacht.

Der Neue Zollhof in Düsseldorf verfügt über gleich 3 Ghery Bauten, schlicht Haus A, B und C genannt. Während Haus A mit der roten Klinkerfassade und Haus C mit dem weissen Putz trotz ihrer unkonventionellen Form noch halbwegs „normal“ aussehen, fällt Gebäude B deutlich aus dem Ensemble hinaus mit seiner aus Edelstahl konstruierten Fassade.

Das besondere an diesem Gebäude ist zudem die Wellenform, die dafür sorgt, dass es keine geraden Wandteile gibt. Dies ist Teil von Gherys Konzept. Die Wände, die normalerweise Stabilität vermitteln, wirken mit der welligen Form zerbrechlich, während das einzig gerade an der Fassade die Fenster sind.

Heute sind die 3 Gebäude nicht nur einfache Häuser – sie sind Skulpturen und fester Bestandteil der Wahrzeichen von Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt.

Bei dieser Aufnahme hatte ich das Glück, an einem sonnigen Tag viele kleine Wolken am Himmel zu haben. Die Reflexion der Wolken auf der Fassade bildete eine Interessante Verbindung zwischen Gebäude und Himmel. In der Nachbearbeitung habe ich 3 Aufnahmen des Bildes als Belichtungsreihe zusammengesetzt, um den Dynamikumfang der Aufnahme zu erweitern und so Zeichnung sowohl in den Schatten als auch in den Lichtern zu bewahren. Ansonsten habe ich die Aufnahme vertikal beschnitten, um einen Panoramalook zu erhalten.

Mehr Details zur Eröffnung der Bauten gibt es in diesem Artikel der Rheinischen Post: Eröffnung Ghery Bauten

 


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Autor:Jens Koopmann