Balanceakt

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Wer ein erstes Mal durch die Eisenacher Straße im Berliner Stadtteil Hellersdorf wandert, könnte meinen, er würde gerade Zuschauer eines Dramas sein, denn auf dem Dach eines Hochhauses balancieren scheinbar zwei Menschen ohne jegliche Sicherung auf einem dünnen Balken. Die „Einheimischen“ wissen allerdings, dass es sich hierbei nur um eine Skulptur handelt, welche nun schon seit fast 19 Jahren hier ihren Platz hat. 1997 wurde das von Hubertus von Goltz hier installiert, als Sinnbild für den Balanceakt, den das tägliche Leben und die Begegnungen mit anderen Menschen darstellt. Von Goltz ist bekannt für seine balancierenden Figuren, die sich u.a. auch in Heilbronn und in Mannheim befinden. Zentrales Thema seiner Arbeiten ist das Verhältnis des Menschen mit seinem Umfeld, wobei Balken oder Brücken Verbindungselemente darstellen.

Weitere Installationen des Künstlers könnt ihr auf seiner Webseite unter http://www.hubertus-von-der-goltz.de/ sehen.

Diese Aufnahme entstand im Winter 2012. Obwohl ein recht angenehmer Wintertag, was es doch großteils bewölkt gewesen mit allerdings recht starken Kontrasten im Himmel, so dass es schwierig war, die richtige Belichtung zu finden. Allerdings reichte der Belichtungsumfang einer Aufnahme doch gerade noch aus, um Details sowohl im Himmel, als auch im Schatten zu erhalten. Aufgrund des recht unvorteilhaften Lichtes, welches keinen Zusatzwert im Bild geliefert hätte, habe ich mich daher für eine Bearbeitung in schwarzweiss entschieden. Neben der Beschneidung im quadratischen Format musste ich hier allerdings auch etwas stärker die Belichtung korrigieren. Während ich also Lichter und Schatten komplett abgesenkt bzw. angehoben habe, habe ich die Gesamtbelichtung des Bildes um fast 1 3/4 Blenden nach unten korrigiert. Zudem habe ich Klarheit und Kontrast erhöht, um die Strukturen zu verstärken, welche durch das diffuse Licht leider recht verwaschen waren. Über 2 Verlaufsfilter habe ich dann den Himmel noch weiter abgedunkelt und im Gegenzug mit  einem Pinsel die hellen Werte innerhalb des Hauses wieder etwas zurückgebracht.

Im Übrigen war ganz in der Nähe auch mal mein Kindergarten gewesen – das ist allerdings noch einige Jahre vor dem Errichten dieser Skulptur gewesen…


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Autor:Jens Koopmann